Nvidia (NVDA) Aktie steigt um 7,3 % nach Gewinnübertreffen, Hugging-Face-Übernahme und erweitertem Amazon-Deal
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Nvidia-Aktie stieg nach dem Quartalsbericht im vorbörslichen Handel um 7,3 % auf $224.91.
- •Das Unternehmen stellte für das nächste Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 70 % in Aussicht und lag damit über den Markterwartungen von unter 50 %.
- •Nvidia und Amazon erweiterten ihre Partnerschaft; Amazon wird zusätzlich zwei Millionen Nvidia-Prozessoren einsetzen.
- •Die Bruttomargen dürften kurzfristig durch steigende Speicherpreise unter Druck geraten.
- •UBS und andere Analysten erhöhten nach den Ergebnissen ihre Kursziele; außerdem bestätigte Nvidia die geplante Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar.

Nvidia (NVDA) stieg am Donnerstag im vorbörslichen Handel um 7,3 % auf $224.91, nachdem das Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt hatte, die den Markt schließlich davon überzeugten, dass noch weiteres Wachstum möglich ist.
Der Bericht markierte die fünfte Gewinnsaison in Folge für Nvidia, aber erstmals in dieser Phase legte die Aktie in der folgenden Sitzung tatsächlich zu. In den vier Berichten zuvor war jeweils ein Kursrückgang nach den Zahlen gefolgt. Der vorbörsliche Anstieg am Donnerstag beendete diese Serie.
Umsatzprognose treibt die Bewegung
Die zentrale Zahl hinter der Rally war die Umsatzprognose. Nvidia stellte für das nächste Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 70 % in Aussicht, während die Wall Street mit weniger als 50 % gerechnet hatte. Für ein Unternehmen von Nvidias Größe verschiebt eine Prognose rund 20 Prozentpunkte über dem Konsens die Ausgangsbasis, auf der Analysten das Geschäft modellieren — und das in einem Quartal, in dem die Kernfrage des Marktes lautete, ob Nvidias Wachstum bereits seinen Höhepunkt erreicht hatte.
Chief Executive Officer Jensen Huang sagte, der Umsatz könne sich verdoppeln, wenn Lieferengpässe das Unternehmen nicht ausbremsen würden — eine Aussage, die Gewicht hat, wenn sie von einem Unternehmen kommt, das bereits mit mehr als $5 trillion bewertet wird. Nvidia mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien, entwickelt die Grafikprozessoren, die als zentrale Rechenhardware für das Trainieren und Ausführen von Modellen der künstlichen Intelligenz dienen.
Erweiterte Amazon-Partnerschaft mindert Sorgen über kundenspezifische Chips
Eine der anhaltenden Sorgen vor dem Quartalsbericht war, ob Nvidias größte Kunden auf kundenspezifische Chips umsteigen. Diese Sorge war nicht theoretisch: Die größten Cloud-Anbieter, darunter auch Amazon selbst, haben in eigene KI-Beschleuniger investiert, um ihre Abhängigkeit von Nvidias teurer und knapp verfügbarer Hardware zu verringern. Auf diese Befürchtung reagierte Nvidia direkt mit einer erweiterten Partnerschaft mit Amazon, das eine der größten Cloud-Computing-Plattformen der Welt betreibt.
Im Rahmen der ausgeweiteten Vereinbarung wird Amazon zusätzlich zwei Millionen Nvidia-Prozessoren einsetzen — eine Schlagzeile, die die Diskussion um kundenspezifische Chips zumindest vorerst abschwächt. Der Umfang dieser Zusage, gemessen in Millionen von Prozessoren statt in einzelnen Chip-Bestellungen, zeigt zudem, wie weit im Voraus Hyperscale-Kunden ihre KI-Infrastruktur inzwischen planen.
Bruttomargen geraten unter Beobachtung
Der Bericht hatte auch Schwachstellen. Die Bruttomargen dürften kurzfristig sinken, getrieben von steigenden Speicherpreisen — einem branchenweiten Kostendruck, da der Bau von KI-Rechenzentren die Nachfrage nach High-Bandwidth Memory so weit erhöht hat, dass Speicheranbieter Preissetzungsmacht gewonnen haben.
Aufmerksamkeit erhielt Nvidia zudem dafür, dass das Unternehmen seine Bilanz eingesetzt hat, um Kundenschulden zu garantieren, und einigen Käufern verlängerte Zahlungsziele eingeräumt hat. Kritiker bezeichnen dies als zirkuläre Finanzierung. CFO Colette Kress wies diese Darstellung zurück.
"The equity returns on our invested capital will be excellent," sagte sie.
Übernahme von Hugging Face
Über das positive Ergebnis hinaus bestätigte Nvidia einen wichtigen strategischen Schritt. Das Unternehmen hat sich laut The Information darauf geeinigt, Hugging Face, eine Plattform für KI-Entwicklung, für 12,9 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.
Nvidia reagierte am frühen Donnerstag nicht unmittelbar auf eine Bitte um Stellungnahme zu dem Deal.
UBS-Analyst Timothy Arcuri hob sein Kursziel für NVDA nach den Ergebnissen von $280 auf $300 an und bekräftigte seine Buy-Einstufung.
Arcuri merkte an, dass Nvidias Ausblick für das Kalenderjahr 2027 einen Gewinn je Aktie von über $16 impliziere, selbst bei Margendruck durch steigende Speicherpreise. UBS schätzt, dass Nvidia in diesem Jahr auf Kurs ist, rund 13 Gigawatt Rechenkapazität auszuliefern.
Auch mehrere andere Analysten zogen ihre Kursziele nach oben. Raymond James erhöhte sein Kursziel auf $515 und vergab ein Strong Buy-Rating. Cantor Fitzgerald behielt ein Overweight-Rating und ein Kursziel von $350 bei und wies darauf hin, dass Nvidias Compute-Segment derzeit ausverkauft sei. Rosenblatt hob sein Kursziel auf $390 an. Argus bekräftigte seine Buy-Einstufung.
UBS merkte außerdem an, dass die Nachfrage weiterhin weit über der prognostizierten Zahl liege und dass bei ausreichender Versorgung und Rechenzentrumskapazität weiterer Spielraum für Anhebungen der Schätzungen bestehe.
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