Louis Navellier hat vor den Zahlen eine klare Botschaft zur Herrschaft von Nvidia
Wichtige Erkenntnisse
- •Nvidia weitet sich über Chips hinaus aus und investiert in Unternehmen, die mit Stromversorgung und Infrastruktur für Rechenzentren verbunden sind.
- •Das Unternehmen führt Berichten zufolge fortgeschrittene Gespräche über eine Beteiligung an Cloverleaf Infrastructure und hat in SoftBanks SB Energy sowie Lancium investiert.
- •Analysten erwarten, dass Nvidias Ergebnisse am 26. August Gewinn und Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln.
- •Navellier sagte, Nvidias Zahlen könnten das Gewinnwachstum des S&P 500 im Quartal über 50% treiben.
- •Die Märkte richten den Blick außerdem auf den Juli-PCE-Inflationsbericht und das Jackson-Hole-Symposium als geldpolitische Signale.

Der erfahrene Wachstumsinvestor Louis Navellier sagt, die stetige Nachfrage von KI-Entwicklern nach mehr Strom treibe den KI-Boom weiter an — eine Entwicklung, die er als günstig für Nvidia (NVDA) ansieht, dessen Aktie zuletzt um 2.19% zulegte. Auch verwandte Titel bewegten sich mit: SoftBank (9984.T) gewann 1.49% und Oracle (ORCL) stieg um 1.62%.
Nvidias Vorstoß in den Strombereich
Nvidia wird zunehmend vertikal integrierter und beteiligt sich an Unternehmen, die die Stromversorgung für Rechenzentren sichern, sei es über das Stromnetz oder über unabhängige Energiequellen. Für ein Unternehmen, das vor allem für Chipdesign bekannt ist, ist das eine bemerkenswerte Erweiterung des Geschäftsmodells: Da KI-Entwickler um Rechenleistung konkurrieren, bestimmt die Verfügbarkeit von Strom, wo und wie schnell neue Rechenzentren tatsächlich gebaut werden können.
Das Unternehmen befindet sich Berichten zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über den Erwerb einer Beteiligung an Cloverleaf Infrastructure, einem Unternehmen, das Strom für Rechenzentren organisiert. Nvidia hat zudem eine Beteiligung an SoftBanks SB Energy übernommen — ein Deal, der mit einem Megacampus in Ohio verbunden war, den OpenAI für 20 Jahre gepachtet hat. Darüber hinaus hat Nvidia 2 Milliarden US-Dollar in Lancium investiert, den Energieentwickler hinter einem Campus in Abilene, Texas, wo OpenAI bei Oracle Rechenkapazität mietet.
Nach Navelliers Einschätzung wird Nvidia im Aufbau von Rechenzentren klar vertikal integrierter, was seiner Ansicht nach die Marktdominanz für 20 oder mehr Jahre sichern sollte — zumal viele Rechenzentren unter 20-jährigen Leasingverträgen betrieben werden. Die Investitionen verknüpfen Nvidias Schicksal zudem mit den konkreten Standorten, an denen OpenAI sich bereits für Jahre auf Rechenkapazität festgelegt hat.
NVIDIA ist das Schlusslicht der Berichtssaison
Die Erwartungen vor Nvidias Ankündigung am 26. August sind hoch. Analysten rechnen damit, dass das Unternehmen Gewinn und Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln wird. Navellier sagte, er werde genau darauf achten, was CEO Jensen Huang zur KI-Nachfrage und zu den kommenden Entwicklungen sagt.
Nvidias Ergebnisse könnten das Gewinnwachstum des S&P 500 im Quartal über 50% treiben — eine Zahl, die Navellier als „einfach atemberaubend“ bezeichnete und die zeigt, wie stark diese Berichtssaison bislang gewesen ist. Diese Rechnung erinnert daran, wie stark Nvidias Ergebnisse inzwischen das aggregierte Gewinnbild des Index prägen.
Navelliers Aktienbewertungssystem stuft Nvidia mit einem C ein. Das mag angesichts seines langfristigen Ausblicks niedrig erscheinen. Er weist darauf hin, dass die Rankings zu 70% auf dem quantitativen Score und zu 30% auf dem fundamentalen Score basieren.
Auf der fundamentalen Seite erhält Nvidia niedrige Bewertungen für Gewinnüberraschungen und Gewinnmomentum. Die Berichte seien zwar gut, doch Navellier sagt, NVDA habe einen Wendepunkt erreicht, an dem sich das Wachstumstempo verlangsamt.
Auf der quantitativen Seite hat der Kaufdruck institutioneller Anleger nachgelassen. Er bezeichnet beides als kurzfristige Trends.
Langfristig prognostiziert Navellier, dass NVDA bis zum Ende des Jahrzehnts bei 500 US-Dollar gehandelt wird.
Nvidia wird nicht das Einzige sein, worauf Wall Street achtet
Am 26. August veröffentlicht Wall Street außerdem den PCE-Bericht für Juli, den bevorzugten Inflationsindikator der Fed.
Ökonomen erwarten, dass der Gesamt-PCE im Juli um 0.1% und in den vergangenen 12 Monaten um 3.6% steigt — etwas weniger als die jährliche Rate von 3.7% im Juni. Der Kern-PCE, der Lebensmittel und Energie ausklammert, dürfte im Monatsvergleich um 0.2% und im Jahresvergleich um 3.3% zulegen.
Nach den zuletzt ermutigenden Berichten zum Verbraucherpreisindex und Produzentenpreisindex will Navellier sehen, dass sich die Inflation weiter normal verhält. Ein weiterer günstiger Wert wäre eine gute Nachricht für Aktien, zumal die Fed-Sitzung im September unmittelbar bevorsteht.
Der jährliche Jackson-Hole-Symposium der Fed in Wyoming beginnt am 27. August. Die wichtigste Nachricht wird laut Navellier sein, was Fed-Chef Kevin Warsh zu sagen hat. Er erwartet, dass Warsh über die Produktivitätsgewinne spricht, die durch künstliche Intelligenz entstehen, und darüber, warum diese nicht inflationär sind. Bei Inflation und Zinsen im Zentrum der Aufmerksamkeit wird Wall Street genau hinhören.
Zwischen Nvidia, Inflation und der Fed gibt es in der kommenden Woche also reichlich Stoff, der die Aktienmärkte bewegen könnte.
Diese Geschichte wurde ursprünglich von TheStreet am 25. Aug. 2026 veröffentlicht, wo sie erstmals im Bereich Investing erschien, und wurde über Yahoo Finance verbreitet.