Netflix-Aktie steigt nach Wolfe-Zielanhebung und Bericht über neue App-Strategie
Wichtige Erkenntnisse
- •Wolfe Research erhöhte das Kursziel für Netflix von $84 auf $95 und bestätigte die Einstufung Outperform.
- •Ein Bericht der New York Times deutet darauf hin, dass Netflix ein In-App-Modell für die Verwaltung von Abonnements konkurrierender Streaming-Dienste prüft, bestätigt wurde jedoch kein Deal.
- •Netflix hat seine NFL-Rechte kürzlich bis zur Saison 2029-30 verlängert und damit mehr Live-Sportinhalte auf die Plattform geholt.
- •Das Unternehmen strebt 2026 Werbeerlöse von rund $3 billion an und erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von $51.0 billion bis $51.4 billion.
- •Die Wall Street hat bei Netflix einen Strong-Buy-Konsens mit einem durchschnittlichen Analystenkursziel von $96.22.

Netflix (NFLX)-Aktien stiegen am Montag im Intraday-Handel um 2,1% und erreichten ein Tageshoch von $81.74, nachdem zwei Entwicklungen Anlegern neue Gründe zum Kauf der Aktie gegeben hatten.
Der erste Impuls war eine Anhebung des Kursziels durch Wolfe Research. Analyst Peter Supino erhöhte sein Ziel von $84 auf $95 und beließ die Einstufung bei Outperform. Er sagte, die Aktie sei „primed to move higher as viewer engagement improves“.
Supino erklärte, die schwächeren Ergebnisse von Netflix im zweiten Quartal seien auf das Timing von Inhalten zurückzuführen und nicht auf eine schwache Nachfrage. Er verwies darauf, dass neue Staffeln, die im dritten Quartal starteten, zuvor laufende Staffeln auf 1.3 billion hours of top-10 viewing kamen, verglichen mit 765 million hours bei Serien, die im zweiten Quartal gestartet waren.
Die Netflix-Aktie ist im vergangenen Jahr um rund 34% gefallen, hat sich jedoch von einem 52-Wochen-Tief von $65.08 erholt. Der Milliardär Bill Ackman meldete Mitte August eine neue Beteiligung, was die jüngste Erholung zusätzlich unterstützte.
Bericht über Streaming-Hub sorgt für zusätzlichen Rückenwind
Der zweite Impuls kam von einem Bericht der New York Times, wonach Netflix ein Modell prüft, bei dem Nutzer Abonnements konkurrierender Dienste wie Peacock und Fox One direkt in der Netflix-App kaufen und verwalten könnten.
Es wurden keine Vereinbarungen bestätigt. Dennoch erinnert die Idee an Aggregator-Modelle von Amazon und Apple und könnte zusätzliche Transaktionserlöse generieren, während Nutzer länger im Netflix-Ökosystem bleiben. Für Anleger ist der Bericht bemerkenswert, weil er auf eine mögliche Ausweitung von Netflix’ Rolle über eine reine Streaming-App für einen einzelnen Dienst hinaus hindeutet, auch wenn das Unternehmen ein solches Produkt bislang nicht angekündigt hat.
Auch das allgemeine Marktumfeld wirkte unterstützend. Der Nasdaq stieg im Verlauf der Sitzung um 0.5%, der S&P 500 legte um 0.2% zu, doch Netflix übertraf beide Indizes dank unternehmensspezifischer Nachrichten.
NFL-Deal und Werbegeschäft im Fokus
Netflix hat seinen NFL-Deal kürzlich bis zur Saison 2029-30 verlängert und damit mehr Live-Sportinhalte auf seine Plattform gebracht. Live-Spiele ziehen in der Regel große gleichzeitige Zuschauerzahlen an, was Netflix beim Verkauf von Werbung an große Marken eine stärkere Argumentationsbasis verschafft.
Das Unternehmen strebt für 2026 Werbeerlöse von rund $3 billion an, also etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. Außerdem erwartet Netflix für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von $51.0 billion bis $51.4 billion. Diese Prognose erklärt, warum Anleger der Umsetzung des Werbeprodukts, dem Sportprogramm und möglichen neuen Vertriebsfunktionen, die die Nutzung innerhalb der App ausweiten könnten, große Aufmerksamkeit schenken.
Der Free Cash Flow soll in diesem Jahr bei rund $12.5 billion liegen, kann jedoch von Quartal zu Quartal schwanken. Im zweiten Quartal sank der Free Cash Flow von $2.27 billion im Vorjahreszeitraum auf $1.53 billion.
NFLX wurde zuletzt mit etwa dem 22-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Netflix nutzt den Free Cash Flow für Aktienrückkäufe, die bei den aktuellen Kursen eine größere Wirkung haben als damals, als die Aktie nahe ihrem Höchststand notierte.
Ein Bereich, den Anleger genau beobachten, ist die Umsetzung im Werbegeschäft. Netflix hat sich kürzlich von seinem Vice President of Ads Product getrennt, ein Schritt, der erfolgt, während Werbeverkäufe einen größeren Teil der Wachstumsstory ausmachen.
Auch der Wettbewerb bleibt ein Faktor, da YouTube und andere Streaming-Plattformen weiterhin um dieselben Zuschauer und Werbegelder konkurrieren.
An der Wall Street besteht derzeit ein Strong-Buy-Konsens für NFLX, basierend auf 24 Buy-Bewertungen, 7 Holds und null Sells in den vergangenen drei Monaten. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei $96.22 und impliziert damit rund 17% Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.