Nebius-Aktie trotz Burry-Short und 31% Rückgang im Juli seit Jahresbeginn 125% im Plus
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Aktien von Nebius Group fielen im Juli 2026 um 31,1 %, wobei eine Offenlegung von Michael Burrys Short-Position einen Tagesverlust von 13,29 % auslöste.
- •Trotz des Rückgangs im Juli liegt NBIS seit Jahresbeginn 125 % im Plus und wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 66,1x gehandelt, mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der US-Softwarebranche von 31,4x.
- •Nebius meldete im ersten Quartal einen Umsatz von rund 400 Millionen US-Dollar, gegenüber etwa 50 Millionen US-Dollar im Vorjahr, was die stark gestiegene Nachfrage von Unternehmen nach KI-Rechenkapazität widerspiegelt.
- •Das Unternehmen hat im Jahr 2026 mehr als 7 Milliarden US-Dollar an Kapital aufgenommen, darunter eine Fremdfinanzierung über 775 Millionen US-Dollar im Juli und eine Kapitalaufnahme von 6,3 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal mit einer 2-Milliarden-US-Dollar-Investition von Nvidia.
- •Nebius veröffentlicht die Ergebnisse für das zweite Quartal am 12. August; im Fokus der Anleger stehen Rechenkapazität, Kundenpipeline und Kostendruck.

Nebius Group (NBIS) erlebte einen turbulenten Juli, in dem die Aktie über den Monat hinweg um 31,1 % fiel. Der Rückgang wurde durch ein Minus von 13,29 % an einem einzelnen Handelstag verstärkt, nachdem Hedgefonds-Manager Michael Burry — weithin bekannt für seine gegen den Konsens gerichtete Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, die später in The Big Short dargestellt wurde — eine Short-Position in dem KI-Cloud-Infrastrukturunternehmen offengelegt hatte.
Trotz des Ausverkaufs im Juli liegt NBIS im Jahr 2026 seit Jahresbeginn weiterhin 125 % im Plus. Die Aktie schloss zuletzt bei 187,97 US-Dollar, innerhalb einer 52-Wochen-Spanne von 62,01 US-Dollar bis 299,86 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 47 Milliarden US-Dollar entspricht.
Burrys Short-Offenlegung verstärkte die anhaltende Prüfung der Rechenzentrums-Expansionsstrategie von Nebius und der Frage, ob die aktuelle Bewertung gerechtfertigt ist. Das Unternehmen, das aus der Restrukturierung des russischen Technologieunternehmens Yandex hervorging und von Gründer Arkady Volozh geführt wird, hat sich als reiner Anbieter von KI-Rechenleistung positioniert, während Unternehmen und Forschungslabore die Nachfrage nach GPU-gestützten Cloud-Diensten ausweiten. Analysten von Simply Wall St beziffern den fairen Wert der Aktie auf 245,43 US-Dollar und gehen damit davon aus, dass sie auf dem aktuellen Niveau um rund 22,6 % unterbewertet sein könnte. Diese Einschätzung hängt jedoch stark davon ab, dass Nebius seinen schnellen Wachstumskurs in einem Markt fortsetzt, in dem Hyperscaler wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud gleichzeitig Dutzende Milliarden US-Dollar in ihre eigene KI-Infrastruktur investieren.
Auf dem aktuellen Niveau wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 66,1x gehandelt — mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der US-Softwarebranche von 31,4x und über dem Durchschnitt der Vergleichsunternehmen von 39,4x.
Umsatzwachstum und Expansion
Nebius meldete im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg: Der Umsatz sprang gegenüber rund 50 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 400 Millionen US-Dollar im Jahresvergleich. Ein solches Wachstum ist schwer zu ignorieren.
Das Unternehmen hat zudem seine vertraglich gesicherte Stromkapazität rasch ausgebaut. Seit letztem August stiegen die Prognosen von mindestens 1 GW auf über 4 GW. Nebius hat sich in Pennsylvania bis zu 1,2 GW Strom und Land für eine neue KI-Fabrik gesichert.
Wachstum kostet jedoch Geld. Nebius gab allein im ersten Quartal rund 2,5 Milliarden US-Dollar aus, überwiegend für GPUs und GPU-bezogene Hardware. Das Management nannte steigende Colocation-Kosten, Aufwendungen für Operating Leases und Rekrutierung als wesentliche Kostentreiber.
Kapitalaufnahme erhöht den Druck
Mitte Juli nahm Nebius 775 Millionen US-Dollar über eine Fremdfinanzierung auf, um die weitere Expansion zu unterstützen. Dies folgte auf eine massive Kapitalaufnahme von 6,3 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal, die eine Eigenkapitalbeteiligung von Nvidia in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar und 4,3 Milliarden US-Dollar aus Wandelanleihen umfasste.
Das Ausmaß des Kapitaleinsatzes wirft eine zentrale Frage auf: Kann das Umsatzwachstum mit den Ausgaben Schritt halten?
Da die Aktie derzeit bei etwa dem 14-Fachen des erwarteten Umsatzes gehandelt wird, ist die Bewertung nicht günstig. Jeder Hinweis darauf, dass Kunden ihre Zusagen für Cloud-Kapazitäten zurückfahren könnten, könnte den Aktienkurs weiter unter Druck setzen.
Alle Blicke richten sich nun auf Mittwoch, den 12. August, wenn Nebius die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Anleger achten auf Updates zum Wachstum der Rechenkapazität, zur Kundenpipeline und darauf, ob sich der Kostendruck aus dem ersten Quartal abgeschwächt hat.
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