NachrichtenMakroNBER-Studie prognostiziert niedrigeres globales BIP und verschobene BIP-Anteile unter Fruchtbarkeits- und KI-Szenarien

NBER-Studie prognostiziert niedrigeres globales BIP und verschobene BIP-Anteile unter Fruchtbarkeits- und KI-Szenarien

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Studie prognostiziert eine erhebliche globale Alterung und einen großen Kapitalüberhang, der die langfristigen realen Kapitalerträge auf ein sehr niedriges Niveau drängen würde; das globale BIP läge im Jahr 2100 rund 10 % niedriger und die Lohnabgaben zur Finanzierung der Altersleistungen deutlich höher.
  • Gemäß der aktuellen Prognose sinkt Chinas Anteil am globalen BIP im Jahr 2100 von 25,6 % auf 14,9 %, während der US-Anteil von 11,2 % auf 14,4 % steigt – ein Hinweis auf einen erheblichen Wandel der wirtschaftlichen Hegemonie.
  • Die Ergebnisse reagieren höchst empfindlich auf die Annahmen: Würden die USA jegliche künftige Einwanderung beenden, fiele ihr projizierter Anteil von 14,4 % am globalen BIP des Jahres 2100 auf 9,2 %; unter der niedrigen Fruchtbarkeitsvariante der UN läge die Weltproduktion im Jahr 2100 um ein Drittel statt um ein Zehntel niedriger.
  • Die Studie definiert „Accelerated AU/AI“ als ein bis 2050 4-mal schnelleres Wachstum des Kapitalanteils als in der jüngeren Vergangenheit und „Transformative AU/AI“ als ein 10-mal schnelleres Wachstum; jedes der beiden Szenarien würde den Angaben zufolge die demografischen Kräfte verstärken und die langfristige wirtschaftliche Hegemonie der USA sichern.
  • Unter „Transformative AI“ in Kombination mit den Demografiedaten von 2024 würden die USA und China im Jahr 2100 25,3 % bzw. 16,9 % des globalen BIP ausmachen.
NBER-Studie prognostiziert niedrigeres globales BIP und verschobene BIP-Anteile unter Fruchtbarkeits- und KI-Szenarien

Eine auf den Daten von 2024 basierende Prognose fällt hinsichtlich der Fruchtbarkeitsaussichten Chinas besonders pessimistisch aus, so eine neue NBER-Studie (Working Paper) von Seth G. Benzell, Laurence J. Kotlikoff und Victor Yifan Ye. Laut der Studie deuten beide Projektionen auf eine erhebliche globale Alterung und einen großen globalen Kapitalüberhang hin, der die langfristigen realen Kapitalerträge auf ein sehr niedriges Niveau drängen würde.

Die aktuelle Prognose impliziert, dass das globale BIP im Jahr 2100 um 10 % niedriger ausfiele und die Sätze der Lohnabgaben zur Finanzierung der Altersleistungen deutlich höher lägen. Die wichtigste Implikation sei laut den Autoren ein erheblicher Wandel der wirtschaftlichen Hegemonie: Chinas Anteil am globalen BIP würde im Jahr 2100 von 25,6 % auf 14,9 % sinken, während der US-Anteil von 11,2 % auf 14,4 % stiege. Mit anderen Worten: Die Studie begreift den demografischen Wandel als Treiber nicht nur eines langsameren Wachstums, sondern auch eines veränderten Gleichgewichts des wirtschaftlichen Gewichts unter den größten Volkswirtschaften der Welt.

Die Ergebnisse reagieren höchst empfindlich auf die zugrunde gelegten Annahmen. Würden die USA jegliche künftige Einwanderung beenden, würde ihr projizierter Anteil von 14,4 % am globalen BIP des Jahres 2100 auf 9,2 % sinken. Folgte die globale Fruchtbarkeit der niedrigen Variante der UN, läge die Weltproduktion im Jahr 2100 um ein Drittel statt um ein Zehntel niedriger.

Die Studie führt zudem aus, dass Niveau und Verteilung der globalen Produktion höchst empfindlich auf das Tempo reagieren, mit dem die KI Grenztechnologien ausweitet. Sie definiert „Accelerated AU/AI“ als ein bis 2050 4-mal schnelleres Wachstum des Kapitalanteils als in der jüngeren Vergangenheit und „Transformative AU/AI“ als ein 10-mal schnelleres Wachstum des Kapitalanteils. Beide Szenarien würden den Angaben der Autoren zufolge die demografischen Kräfte verstärken und die langfristige wirtschaftliche Hegemonie der USA sichern – ein Beleg dafür, dass technologische Annahmen die langfristigen BIP-Anteile im Modell erheblich verändern können.

Unter „Transformative AI“ in Kombination mit den Demografiedaten von 2024 würden die USA und China laut der Studie im Jahr 2100 25,3 % bzw. 16,9 % des globalen BIP ausmachen.

Die Studie weist darauf hin, dass der US-Anteil am globalen BIP heute geringfügig höher ist als im Jahr 1980.