Im antarktischen Mt.-Erebus-Vulkan regnen täglich mikroskopisch kleine Goldpartikel herab
Wichtige Erkenntnisse
- •Mount Erebus auf Ross Island, rund 840 Meilen vom Südpol entfernt, ist der einzige bekannte Vulkan, der in hoher Menge kristallines Gold in die Luft ausstößt.
- •Forscher schätzten 1991, dass der Vulkan täglich etwa 80 Gramm mikroskopisch kleinen Goldstaub freisetzt, was jährlich ungefähr 900 Unzen entspricht und bei heutigen Goldpreisen rund 3,6 Millionen US-Dollar wert wäre.
- •Die Goldpartikel weisen unter dem Elektronenmikroskop eine auffällige facettierte, geometrische Kristallstruktur auf; einige sind bis zu 60 Mikrometer groß.
- •Winde verteilen die mikroskopischen Goldpartikel bis zu 1.000 Kilometer vom Vulkan entfernt, bevor sie sich absetzen, was eine Sammlung praktisch unmöglich macht.
- •Wissenschaftler haben zwei konkurrierende Theorien zur Kristallbildung vorgeschlagen: Auskristallisation aus abkühlenden Chlor- und Schwefelverbindungen oder Ablagerung als Kruste auf der Lavasseesoberfläche; jahrzehntelange Beobachtungen könnten die Frage klären.

Im antarktischen Mt.-Erebus-Vulkan regnen täglich mikroskopisch kleine Goldpartikel herab
Der Mount Erebus in der Antarktis, einer der südlichsten aktiven Vulkane der Welt, stößt seit Jahrzehnten mikroskopisch kleine Partikel aus kristallinem Gold aus, wie Forscher berichten. Das Phänomen ist zwar in vulkanischen Systemen nicht völlig einzigartig, fällt jedoch sowohl wegen der Menge als auch wegen der besonderen Kristallstruktur der erzeugten Goldpartikel auf.
Mount Erebus liegt auf Ross Island im Rossmeer, einer tiefen Bucht rund 840 Meilen vom Südpol entfernt. Der Vulkan ist nicht durch heftige Ausbrüche gekennzeichnet, sondern durch einen beständigen, brodelnden Lavassee, der fortlaufend Gase freisetzt. In diesen Gasen befinden sich feine Goldpartikel. Nur wenige Vulkane weltweit verfügen über lang anhaltende Lavasseen, was Erebus zu einem vergleichsweise gut zugänglichen natürlichen Labor macht, um zu untersuchen, wie Materialien aus dem Erdinneren an die Oberfläche gelangen.
1991 schätzten Forscher, dass Mt. Erebus täglich etwa 80 Gramm – rund 2,5 troy ounces – mikroskopisch kleinen Goldstaub in die Atmosphäre ausstößt. Das entspricht etwa 900 Unzen pro Jahr, mit einem heutigen Wert von ungefähr 3,6 Millionen US-Dollar. Das Gold zu sammeln ist jedoch unpraktisch. Die Partikel sind mikroskopisch klein, und Luftströmungen tragen sie bis zu 1.000 Kilometer vom Vulkan weg, bevor sie sich am Boden absetzen.
Goldspuren in vulkanischen Emissionen sind nicht ungewöhnlich. Wissenschaftler haben etwa Gold in der Nähe von Vulkanen auf Hawaii nachgewiesen. Mt. Erebus ist jedoch der einzige bekannte Vulkan, der in dieser Menge hohe Volumina kristallinen Goldes in die Luft schleudert.
Wie ein Yahoo-News-Artikel erklärte: "A volcano is basically a hole in Earth's crust, through which molten material from deep below the ground seethes upward."
Zwischen dem Erdkern und der Erdoberfläche liegen Tausende von Meilen nahezu undurchdringlichen Gesteins – der sogenannte Mantel. Er reicht von etwa 22 Meilen unter der Erdoberfläche und der Erdkruste bis zum Kern. Die Grenze zwischen dem Erdzentrum und dem Mantel liegt etwa 1.800 Meilen tief.
Der geschmolzene äußere Erdkern enthält Schätzungen zufolge rund 99,9 Prozent des Goldes und anderer Edelmetalle des Planeten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich bis zu 1,6 quadrillion tonnes Gold im Erdzentrum befinden könnten – genug, um die gesamte Erdoberfläche mit einer 20 Zoll dicken Schicht des gelben Metalls zu bedecken. Der Erdkern lässt sich jedoch nicht abbauen; die Natur befördert jedoch manchmal einen Teil dieses Goldes an die Oberfläche.
So heiß Lava auch ist, sie kann Gold nicht verdampfen. Der Siedepunkt von reinem Gold liegt weit über den Temperaturen von Vulkanen. Das bedeutet, dass Gold, das aus der Erde austritt, sich in der Regel im flüssigen Zustand befindet. Wissenschaftler vermuten, dass das Gold in flüchtigen chlor- oder schwefelhaltigen Verbindungen, die in heißen vulkanischen Gasen vorkommen, an die Oberfläche transportiert wird.
Die Kristallstruktur des aus Mt. Erebus austretenden Goldes ist einzigartig. Laut Yahoo News: "Under an electron microscope, the particles appeared as intricate, faceted, almost perfectly geometric crystals rather than irregular specks, some measuring up to about 60 micrometers across."
Eine Theorie besagt, dass das Gold unter den Umweltbedingungen rund um Mt. Erebus aus diesen Chlor- und Schwefelverbindungen auskristallisiert, während die Gase abkühlen. Diese Verbindungen enthalten jedoch normalerweise nur geringe Mengen Gold, und es ist unklar, wie sich so große Kristalle bilden können.
Eine andere Theorie geht davon aus, dass sich das Gold allmählich als Kruste auf der Oberfläche des Lavassees ablagert, bevor es durch aufsteigende Gase in die Luft getragen wird.
Wie Yahoo News es formulierte: "Something about Mount Erebus – whether it's the chemistry, the ambient temperature, the geology, or something else – appears to give it a unique ability to sprinkle the snow with gold dust like a mischievous pixie."
Ich hätte nichts dagegen, wenn dieser schelmische Kobold auch bei mir Goldstaub verstreuen würde