Mizuho senkt Intel-Kursziel auf 92 US-Dollar trotz KI-Wachstumspotenzial
Wichtige Erkenntnisse
- •Mizuho hat das Intel-Kursziel von 109 auf 92 US-Dollar gesenkt und die Einstufung „Neutral“ beibehalten – deutlich unter dem Wall-Street-Konsens von rund 116 US-Dollar.
- •Die Senkung folgt auf frühere Anhebungen auf 128 US-Dollar im Juni und 135 US-Dollar im Juli 2026; das neue Kursziel liegt rund 32 % unter dem Julipunkt.
- •Rakesh nannte Margendruck im Foundry-Geschäft, schwache PC-Nachfrage und Bewertungskompression bei KI-Aktien als Gründe, warum die nahefristige Aussicht keine höhere Bewertung stützt.
- •Er verwies auf potenzielle langfristige Stützen: die von Agentic AI getriebene Server-CPU-Nachfrage, Lieferengpässe bis 2027 und Advanced-Packaging-Umsätze von möglicherweise 3,5 Milliarden US-Dollar bis 2029.
- •Intels Umsatz im Segment Data Center und AI stieg im zweiten Quartal 2026 um 24 % gegenüber dem Vorquartal aufgrund wachsender Server-CPU-Nachfrage.

Mizuho Securities hat das Kursziel für Intel von 109 auf 92 US-Dollar gesenkt und dabei die Einstufung „Neutral“ beibehalten. Analyst Vijay Rakesh räumt ein, dass die KI-Erzählung des Chipherstellers überzeugend sei, argumentiert jedoch, dass die nahefristige Rechnung eine höhere Bewertung nicht stützt.
Die Senkung fällt angesichts des bisherigen Verlaufs von Mizuhos Anpassungen auf. In der ersten Jahreshälfte 2026 hatte Rakesh sein Intel-Kursziel mehrfach angehoben – auf 128 US-Dollar im Juni und erneut auf 135 US-Dollar im Juli. Die Absenkung auf 92 US-Dollar bedeutet einen Rückgang von rund 32 % gegenüber dem Julipunkt.
Die Bullen-Argumente, die Rakesh nicht ignoriert
Rakesh nannte vier Faktoren, die die Aktie mittelfristig stützen könnten. Erstens wird erwartet, dass die von Agentic AI getriebene Nachfrage nach Server-CPUs bis 2027 weiter zunimmt. Zweitens werden CPU-Lieferengpässe voraussichtlich bis 2027 anhalten, was Herstellern, die liefern können, Preissetzungsmacht verschafft. Drittens könnte Intels Umsatz mit Advanced Packaging, der auf der EMIB-T-Technologie basiert, bis 2029 3,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Viertens haben sich die PC-Erneuerungszyklen als stabiler als befürchtet erwiesen und bilden damit eine Untergrenze für Intels Client-Computing-Segment.
Intels jüngste Quartalszahlen stützen diesen Ausblick teilweise. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz des Segments Data Center und AI um 24 % gegenüber dem Vorquartal, vor allem getrieben durch die wachsende Nachfrage nach Server-CPUs.
Warum Rakesh das Kursziel dennoch gesenkt hat
Aus Rakeshs Sicht beheben positive Katalysatoren in den Jahren 2027 und 2029 nicht die aktuellen Probleme. Der Margendruck in Intels Foundry-Geschäft bleibt eine Belastung, und die anhaltende Schwäche der PC-Nachfrage drückt auf den Umsatz – was Rakesh als Bewertungskompression bei KI-Aktien insgesamt beschreibt. Diese Kompression spiegelt einen breiteren Rückzug bei der Bewertung von Halbleiter- und KI-Infrastrukturtiteln wider, bei dem Analysten zunehmend zwischen Unternehmen mit nahefristiger Ertragskraft und solchen unterscheiden, deren KI-Rendite weiter in der Zukunft liegt.
Sein Kursziel von 92 US-Dollar liegt deutlich unter dem Wall-Street-Konsens von rund 116 US-Dollar.
Intels Wettbewerbsposition im KI-Wettlauf
Intel positioniert sich als wichtiger CPU-Lieferant für KI-Workloads und baut gleichzeitig sein Foundry-Geschäft aus. Das Unternehmen investiert in fortschrittliche Fertigungsknoten wie 18A und 14A sowie in Packaging-Technologien wie EMIB-T, mit denen Intel mehrere Chiplets in einem einzigen Gehäuse integrieren kann. Die Umsatzprojektion von 3,5 Milliarden US-Dollar für 2029 würde Advanced Packaging zu einem wesentlichen Beitrag zum Umsatz machen. Auf der Foundry-Seite sind die von Rakesh genannten Gegenwinde eine direkte Folge der frühen Phase dieser Strategie – eine Herausforderung, die durch die Größe etablierter Foundry-Konkurrenten wie TSMC verstärkt wird, die den Auftragsfertigungsmarkt dominiert, in den Intel einzutreten versucht.
Worauf Anleger achten sollten
Die Lücke zwischen Mizuhos Kursziel von 92 US-Dollar und dem Konsens von 116 US-Dollar sorgt für eine bemerkenswerte Diskrepanz. Mizuhos wiederholte Anpassungen im Jahr 2026 – bis auf 135 US-Dollar im Juli, dann hinunter auf 92 US-Dollar im September – zeigen, wie volatil die zugrunde liegenden Annahmen sind. Wichtige Prüfpunkte sind künftig die Entwicklung der Foundry-Margen beim Hochfahren der fortschrittlichen Knoten, die Server-CPU-Absatztrends mit steigender Agentic-AI-Nachfrage sowie die Frage, ob der Advanced-Packaging-Umsatz auf Kurs Richtung Projektion für 2029 bleibt. Die nächsten Quartalszahlen und Prognosen dürften darüber entscheiden, ob sich der Konsens Mizuhos konservativerer Sicht annähert oder näher bei 116 US-Dollar bleibt.