Research Paper misst die globale Cyber-Risiko-Exposition mit etwa 1 Billion US-Dollar pro Jahr
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Studie analysiert Konferenzgesprächstranskripte von mehr als 14.000 Unternehmen in über 90 Ländern im Zeitraum 2003 bis 2025, um Cyber-Risiko-Exposition auf Unternehmensebene zu messen.
- •Die Forscher validierten ihr auf computergestützter Linguistik beruhendes Maß sowohl mit menschlichen Prüfern als auch mit einem großen Sprachmodell.
- •Es wurde festgestellt, dass Cyber-Risiko-Exposition Aktienrenditen und Unternehmensgewinne beeinflusst, in die Preisbildung am Optionsmarkt eingeht, tatsächliche Cyberangriffe vorhersagt und sich von einzelnen Unternehmen auf breitere Sektoren ausbreitet.
- •Die Autoren schätzen die weltweiten jährlichen Kosten der Cyber-Risiko-Exposition auf etwa 1 Billion US-Dollar, mehr als das jährliche BIP vieler einzelner Volkswirtschaften.
- •Die Kommentierung bei Marginal Revolution betont, dass Märkte Cyberrisiken bepreisen, und stellt Fragen dazu, ob jüngste Marktbewegungen mit wahrgenommenen Cyberbedrohungen zusammenhängen könnten.

Ein bevorstehender Beitrag im Journal of Finance, einer der renommiertesten peer-reviewten Zeitschriften der Finanzökonomik, führt eine neuartige Methode zur Quantifizierung der Cyber-Risiko-Exposition auf Unternehmensebene ein, indem computergestützte Linguistik auf Quartalskonferenztranskripte börsennotierter Unternehmen angewandt wird. Die Studie von Rustam Jamilov, Hélène Rey und Ahmed Tahoun ist vollständig hier verfügbar.
Der Datensatz der Forscher umfasst mehr als 14.000 Unternehmen aus über 90 Ländern und deckt den Zeitraum von 2003 bis 2025 ab — ein Zeitfenster, das wichtige Phasen in der Entwicklung unternehmerischer Cyberbedrohungen abbildet, von frühen großangelegten Datenlecks bis zum Aufkommen von Ransomware und staatlich unterstützten Eindringversuchen. Zur Validierung ihres auf computergestützter Linguistik beruhenden Maßes setzten die Autoren sowohl menschliche Prüfer als auch ein großes Sprachmodell ein.
Der Beitrag präsentiert mehrere zentrale Ergebnisse zum finanziellen Einfluss der Cyber-Risiko-Exposition. Nach Angaben der Autoren wirkt sich Cyber-Risiko-Exposition nachweislich auf Aktienrenditen und Unternehmensgewinne aus, wird am Optionsmarkt eingepreist, dient als Indikator für tatsächliche Cyberangriffe und breitet sich von der Ebene einzelner Unternehmen auf die breitere Sektorebene aus. Auf Grundlage grober Überschlagsrechnungen schätzen die Forscher die weltweiten jährlichen Kosten der Cyber-Risiko-Exposition auf etwa 1 Billion US-Dollar — ein Wert, der über dem jährlichen BIP vieler einzelner Volkswirtschaften liegt.
Die Autoren schreiben in ihrem Abstract: "This paper uses computational linguistics to introduce a novel measure of firm-level cyber risk exposure based on the quarterly earnings calls of listed firms. Our measure covers more than 14,000 firms from over 90 countries between 2003 and 2025."
In einem Beitrag bei Marginal Revolution hebt der Blogger die Bedeutung der Erkenntnis hervor, dass Märkte Cyberrisiken bepreisen, und weist darauf hin, dass dieser Punkt nicht leichtfertig vergessen werden sollte. Der Beitrag wirft mehrere interpretative Fragen auf: ob jüngste Marktrückgänge auf eine erhöhte wahrgenommene Cybergefahr zurückzuführen sein könnten, ob die Verteilung dieser Rückgänge mit dieser Hypothese übereinstimmt und ob die Daten möglicherweise sogar das Gegenteil dessen zeigen, was die Hypothese vorhersagen würde — nämlich, dass Unternehmen mit den besten potenziellen Abwehrmöglichkeiten die größten Verluste erleiden. Zudem wird die Frage gestellt, ob die geschätzten jährlichen Kosten von 1 Billion US-Dollar im aktuellen Umfeld gestiegen sind.
Der ursprüngliche Beitrag wurde bei Marginal Revolution veröffentlicht.