NachrichtenMakroFreitagsrundschau: Julian Goughs evolutionäre Kosmologie, eine neue Ausgabe von Bioy Casares und der Markt für Daten

Freitagsrundschau: Julian Goughs evolutionäre Kosmologie, eine neue Ausgabe von Bioy Casares und der Markt für Daten

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Google hat E-Mails, Dateien und Flugunterlagen der Spirit Airlines für 10 Millionen US-Dollar gekauft, damit sein Gemini-KI-Modell aus der Insolvenz der Fluggesellschaft lernen kann; diese begann mit einem Antrag nach Chapter 11 im November 2024.
  • Ein Porträt im Smithsonian Magazine beleuchtet den irischen Romancier und Dichter Julian Gough, der weithin als Autor des „End Poem“ von Minecraft bekannt ist, und seine These, dass sich der gesamte Kosmos wie die Organismen der Erde durch Evolution entwickelt haben könnte.
  • Eine neue spanischsprachige Ausgabe des Buches von Bioy Casares über Borges, erstellt unter der Betreuung des Herausgebers Daniel Martino, bietet eine handlichere Alternative zur früheren Ausgabe, die mehr als tausend Seiten umfasste.
  • Forscher, die im Blog des Statistikers Andrew Gelman schrieben, konnten bestimmte Ergebnisse nicht reproduzieren, weil die Resultate von ungewöhnlichen Daten aus Usbekistan getrieben wurden; ohne dieses Land ähnelten die Schäden früheren Arbeiten.
  • Kalshi, eine von der Commodity Futures Trading Commission beaufsichtigte US-Börse, die Ereigniskontrakte notiert, veröffentlicht Forschung dazu, ob seine Prognosemärkte gut kalibriert sind.
Freitagsrundschau: Julian Goughs evolutionäre Kosmologie, eine neue Ausgabe von Bioy Casares und der Markt für Daten

Marginal Revolution, das von Tyler Cowen und Alex Tabarrok gemeinsam betriebene Wirtschaftsblog, hat am 21. August 2026 seine regelmäßige Kompilation „Friday assorted links“ veröffentlicht. Die Auswahl reicht von evolutionärer Kosmologie über eine literarische Neuauflage und Datenmärkte bis hin zu einem Replikationsrätsel in der Forschung, der Ökonomie von KI-Agenten und der Kalibrierung von Prognosemärkten.

1. Julian Goughs evolutionäre Kosmologie. Ein Porträt im Smithsonian Magazine beleuchtet den irischen Schriftsteller Julian Gough und die von ihm entwickelte evolutionäre Kosmologie – die These, dass sich nicht nur die Organismen der Erde durch Evolution herausgebildet haben, sondern möglicherweise der gesamte Kosmos auf dieselbe Weise entwickelt hat. Gough ist Romancier und Dichter und zudem weithin als Autor des „End Poem“ in Minecraft bekannt – jenes Textes, den Spieler am Ende des Spiels sehen. Eine Substack-Version des Textes ist ebenfalls verfügbar.

2. Ein handlicherer Bioy Casares über Borges. Eine neue spanischsprachige Ausgabe des Buches von Bioy Casares über Borges erscheint demnächst; die Ausgabe wurde unter der Betreuung des Herausgebers Daniel Martino erstellt. Adolfo Bioy Casares, der argentinische Schriftsteller, der vor allem für „Die Erfindung des Morel“ bekannt ist, war lebenslanger Freund und Weggefährte von Jorge Luis Borges – die beiden veröffentlichten auch gemeinsame Werke unter dem Pseudonym H. Bustos Domecq –, und der Band stützt sich auf die Tagebücher, die er im Verlauf dieser jahrzehntelangen Freundschaft führte. Wie der Beitrag anmerkt, war die ältere Ausgabe unter anderem zu schwer, um sie mit sich herumzutragen oder auf eine Reise mitzunehmen; die frühere spanische Ausgabe umfasste mehr als tausend Seiten.

3. Der Markt für Daten ist der Markt der Zukunft. Der Beitrag verweist auf einen Bericht von View from the Wing, wonach Google E-Mails, Dateien und Flugunterlagen der Spirit Airlines für 10 Millionen US-Dollar gekauft hat, damit sein Gemini-KI-Modell aus der Insolvenz der Fluggesellschaft lernen kann. Spirit Airlines hatte im November 2024 Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Der Verkauf ist ein Beispiel für ein breiteres Muster, bei dem KI-Entwickler im Wettbewerb um hochwertige Trainingsdaten bezahlte Vereinbarungen über Inhalte und Datenbestände abschließen, und Insolvenzverfahren aus den Daten eines gescheiterten Unternehmens einen vermarktbaren Vermögenswert machen können.

4. Ein Replikationsproblem mit Ursprung in Usbekistan. Ein Beitrag im Blog des Statistikers Andrew Gelman, „Statistical Modeling, Causal Inference, and Social Science“ – ein seit Jahren geführtes Forum für die Diskussion von Replikationsproblemen in der Forschung –, schildert, dass die Forscher „couldn’t reproduce their findings and realized that it was all driven by weird data from Uzbekistan“. Würde man Usbekistan ausschließen, sähen die Schäden ähnlich wie in früheren Arbeiten aus.

5. Die Kapitalisierung von KI-Agenten. Der Ökonom James Broughel erörtert in einem Beitrag auf X die Kapitalisierung von KI-Agenten; in einem weiteren Beitrag auf X gibt es mehr dazu.

6. Wie gut kalibriert sind die Prognosemärkte von Kalshi? Kalshi, eine von der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission beaufsichtigte US-Börse, die Ereigniskontrakte notiert, veröffentlicht Forschung zur Kalibrierung seiner Prognosemärkte – also dazu, ob Ereignisse, die die Märkte mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einpreisen, tatsächlich mit ungefähr dieser Quote eintreten.

Quelle: Marginal Revolution, „Friday assorted links“ (21. August 2026)