NachrichtenMakroLloyd’s Register und MARIC stellen tri-fuel-fähiges Tankerkonzept vor, das auf Brennstoffunsicherheit ausgelegt ist

Lloyd’s Register und MARIC stellen tri-fuel-fähiges Tankerkonzept vor, das auf Brennstoffunsicherheit ausgelegt ist

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Lloyd's Register und MARIC haben eine Approval in Principle für ein 114.000-DWT-Produkt- und Rohöltankerkonzept erhalten, das eine spätere Umstellung auf LNG, Methanol oder Ammoniak ermöglicht.
  • Die AiP wurde auf der SMM 2026 in Hamburg angekündigt und bestätigt die Machbarkeit des Designs nach Klassifikationsregeln, stellt jedoch keine Klassenzulassung eines gebauten Schiffes dar.
  • Das Konzept adressiert die Unsicherheit über Brennstoffpfade, die durch die Treibhausgasstrategie der IMO getrieben wird, die um 2050 Netto-Null-Emissionen der internationalen Schifffahrt vorsieht.
  • Die Berücksichtigung der Umbaufähigkeit in der Entwurfsphase soll die Komplexität künftiger Nachrüstungen verringern und die Planung langfristiger Flotteninvestitionen unterstützen.
  • Die nächsten Schritte bestünden typischerweise im Übergang von der AiP zu vertraglichen Neubauspezifikationen und der vollständigen Planzulassung.
Lloyd’s Register und MARIC stellen tri-fuel-fähiges Tankerkonzept vor, das auf Brennstoffunsicherheit ausgelegt ist

Lloyd’s Register (LR) und das Marine Design and Research Institute of China (MARIC) haben eine grundsätzliche Genehmigung (Approval in Principle, AiP) für einen neuen 114.000-DWT-Produkt- und Rohöltanker erhalten, der für eine spätere Umstellung auf LNG, Methanol oder Ammoniak ausgelegt ist. Eine Approval in Principle besagt, dass ein Konzeptentwurf grundsätzlich mit den Regeln einer Klassifikationsgesellschaft vereinbar ist, stellt jedoch selbst keine Klassenzulassung eines gebauten Schiffes dar.

Die auf der SMM 2026, der alle zwei Jahre in Hamburg stattfindenden Schiffbaumesse, angekündigte Approval in Principle bringt das auf LNG, Methanol und Ammoniak vorbereitete Tankerdesign voran und gibt Reedern die Flexibilität, mehrere Brennstoffpfade zu nutzen. Das Konzept greift eine der größten Investitionsherausforderungen der Schifffahrt heute auf: die Notwendigkeit, Schiffe und Fähigkeiten zu entwickeln, die eine Reihe alternativer Brennstoffoptionen und -pfade unterstützen können, während sich Technologien, Infrastruktur und Vorschriften weiterentwickeln. Dieser Druck resultiert unter anderem aus der Treibhausgas-Reduktionsstrategie der International Maritime Organization, die um 2050 Netto-Null-Emissionen für die internationale Schifffahrt vorsieht und die Branche weiterhin darüber streiten lässt, welche Brennstoffe den Übergang tragen werden.

Während LNG bereits ein ausgereifter Brennstoffpfad ist, befinden sich Methanol und Ammoniak noch in einem früheren Entwicklungsstadium, mit offenen Fragen zu globaler Brennstoffverfügbarkeit, Infrastrukturentwicklung, Wirtschaftlichkeit und langfristiger Akzeptanz. Methanol-Bunkering wird an einer wachsenden, aber noch begrenzten Zahl von Häfen angeboten, während Ammoniak – ein bei der Verwendung kohlenstofffreier Brennstoffkandidat – zusätzliche Hürden beim Umgang mit seiner Toxizität und bei der Verfügbarkeit von Produktionskapazitäten meistern muss.

Das 114.000-DWT-Tankerkonzept wurde als Produkt- und Rohöltransporter konzipiert, der eine spätere Umstellung auf LNG, Methanol oder Ammoniak ermöglicht, sobald Technologien, Vorschriften und Brennstofflieferketten ausgereift sind. Durch die Berücksichtigung der Umbaufähigkeit bereits in der Entwurfsphase soll das Konzept die Komplexität künftiger Nachrüstungen verringern und Reedern größere Sicherheit bei der Planung langfristiger Flotteninvestitionen geben.

Das Designkonzept wurde anhand der Klassenregeln und Vorschriften von LR vom Juli 2026 geprüft, einschließlich Anforderungen für Schiffe, die Gase oder andere Brennstoffe mit niedrigem Flammpunkt verwenden, sowie der einschlägigen IACS Common Structural Rules für Öltanker. Die endgültige Klassifikations- und gesetzliche Zulassung bleibt der vollständigen Einhaltung aller geltenden Regeln und Vorschriften vorbehalten.

Theo Kourmpelis, Global Business Director for Tankers bei Lloyd’s Register, sagte: „Von Reedern wird erwartet, heute große Investitionsentscheidungen zu treffen, trotz anhaltender Unsicherheit darüber, welche Brennstoffe in den kommenden Jahrzehnten dominieren werden. Alternative Brennstofflösungen bieten jeweils mögliche Wege zur Konformität, doch Brennstoffinfrastruktur, Regulierung und Wirtschaftlichkeit entwickeln sich weltweit mit unterschiedlicher Geschwindigkeit weiter.

„Designs, die Flexibilität bewahren, werden entscheidend sein, um Reedern beim Risikomanagement zu helfen und sich gleichzeitig auf mehrere Zukunftsszenarien vorzubereiten.“

Si Nan, stellvertretender Direktor der Abteilung Marine & Offshore Marketing bei MARIC, sagte: „Während die Branche unterschiedliche Dekarbonisierungspfade erkundet, brauchen Reeder Schiffsdesigns, die sich parallel zu technologischen und regulatorischen Entwicklungen anpassen können. Dieses Konzept wurde speziell entwickelt, um größere Brennstoffflexibilität und langfristige Widerstandsfähigkeit zu bieten und Reedern zu ermöglichen, auf sich ändernde Marktanforderungen zu reagieren, ohne an eine einzige Brennstoffstrategie gebunden zu sein.

„Der Erhalt der Approval in Principle von Lloyd’s Register ist ein wichtiger Meilenstein, der das Designkonzept bestätigt und seine weitere Entwicklung unterstützt.“

Die nächsten Schritte für ein solches Konzept bestünden typischerweise darin, von der AiP zu vertraglich vereinbarten Neubauspezifikationen und der vollständigen Planzulassung überzugehen, wobei Umbauoptionen erst genutzt würden, sobald sich Brennstoffinfrastruktur und Regulierung verfestigen.

Quelle: Lloyd’s Register