Bureau Veritas, CMA CGM und SDARI starten gemeinsames Entwicklungsprojekt für ein assistiertes Containerschiffkonzept
Wichtige Erkenntnisse
- •Bureau Veritas, CMA CGM und SDARI haben auf der SMM ein Joint Development Project unterzeichnet, um ein assistiertes Containerschiffkonzept mit erweiterter Entscheidungshilfe zu bewerten.
- •Das Projekt zielt auf Verbesserung von Energieeffizienz, Betriebsleistung und Sicherheit bei gleichzeitiger Entlastung der Besatzung ab – mit zentraler menschlicher Aufsicht.
- •CMA CGM liefert die Anforderungen des Reeders, SDARI trägt Design- und Smart-Ship-Expertise bei, BV bringt Klassifikations-, Sicherheits- und Regulierungswissen ein.
- •Die Arbeit verläuft von der Priorisierung unterstützter Funktionen über Concept of Operations und Basis of Design bis zu technischen Spezifikationen und einem Antrag auf Approval in Principle.
- •Die Zusammenarbeit orientiert sich am IMO-MASS-Code, der sich derzeit in seiner Erfahrungsphase vor Inkrafttreten verbindlicher Bestimmungen befindet.

Bureau Veritas Marine & Offshore (BV), CMA CGM und das Shanghai Merchant Ship Design and Research Institute (SDARI) haben auf der SMM eine Vereinbarung für ein Joint Development Project (JDP) unterzeichnet, um die Machbarkeit eines assistierten Containerschiffkonzepts auf Basis verbesserter Bordentscheidungsunterstützung zu entwickeln und zu bewerten – und so den technologischen Fortschritt in den Dienst von Mensch und menschlicher Expertise zu stellen.
Das Projekt wird untersuchen, wie Digitalisierung, KI-Unterstützung und Entscheidungshilfetechnologien die bordseitige Energieeffizienz und Betriebsleistung fördern sowie die Sicherheit des Schiffes für Besatzung und Ladung erhöhen können – zugleich aber auch die Arbeitsbelastung der Besatzung senken und durch digitale Unterstützung wirksamere operative Assistenz bieten können.
Die Zusammenarbeit spiegelt einen breiteren Branchentrend zu höheren Graden an Schiffsautomatisierung und Fernunterstützung wider. Sie steht zudem im Einklang mit der laufenden Entwicklung des MASS-Codes der IMO (Maritime Autonomous Surface Ships), eines regulatorischen Rahmens für Schiffe mit unterschiedlichsten Autonomiegraden, der sich derzeit in einer Erfahrungsphase befindet, in der vor Inkrafttreten verbindlicher Bestimmungen betriebliche Erkenntnisse gesammelt werden.
Durch das Zusammenführen komplementärer Expertise in Containerschifffahrt, Schiffbau-Design und Klassifikation wird das JDP ein technologieneutrales assistiertes Schiffskonzept entwickeln, das die Betriebseffizienz steigert und zugleich eine angemessene menschliche Aufsicht und betriebliche Kontrolle sicherstellt. Das JDP bündelt unterschiedliche Kompetenzen aus der gesamten Branche: CMA CGM bringt operative Anforderungen, Anwendungsfälle und die Reedersicht ein; SDARI steuert seine Expertise im Handelsschiffbau, in der Systemtechnik und bei Smart-Ship-Technologien bei; und BV liefert unabhängige Klassifikations-, Sicherheits-, Risikobewertungs- und Regulierungsexpertise.
Die Studie wird vor einer detaillierten Ausarbeitung eines ausgewählten Konzepts prioritäre Bereiche und Unterstützungsgrade der wichtigsten Bordfunktionen ermitteln und bewerten und dabei technische, sicherheitsrelevante, regulatorische und kommerzielle Machbarkeit analysieren. Darauf folgen ein Concept of Operations und ein Basis of Design, welche die erweiterten Rollen der Besatzung, unterstützte Funktionen und die landseitige Unterstützung definieren – einschließlich Sicherheits- und Human-Factors-Bewertung über einen risikobasierten Ansatz im Einklang mit den BV Rules.
Das Konzept wird anschließend in technische Spezifikationen und einen Antrag auf Approval in Principle überführt, ergänzt um hochrangige CAPEX- und OPEX-Schätzungen sowie eine Entwicklung Roadmap. Eine Approval in Principle einer Klassifikationsgesellschaft ist ein üblicher früher Meilenstein für neuartige Schiffskonzepte und liefert eine unabhängige Machbarkeitsbewertung anhand der anwendbaren Vorschriften, bevor eine Bauentscheidung getroffen wird.
Alex Gregg-Smith, President von Bureau Veritas Marine & Offshore, erklärte: „Entscheidungsunterstützende Technologien können die Energieeffizienz und Betriebsleistung verbessern, die Sicherheit erhöhen und Seeleute von repetitiven Aufgaben entlasten. Entscheidend ist, dass diese Technologien innerhalb eines belastbaren, menschenzentrierten und risikobasierten Rahmens entwickelt werden. Diese Zusammenarbeit soll einen strukturierten Rahmen bieten, um zu bewerten, wie assistierte Schiffstechnologien von emergenten Fähigkeiten in praktische, sichere und kommerziell relevante Anwendungen für die Containerschifffahrt überführt werden können.“
Christine Cabau, Executive Vice President der CMA CGM Group, zuständig für Operations und Assets, sagte: „Das Schiff der Zukunft wird durch KI und Technologie bereichert, um auf sichereren und effizienteren Routen zu fahren. Das ist wesentlich für die Stärkung der Sicherheit und das globale Dekarbonisierungsziel. Dennoch werden die Expertise und die stetige Mitwirkung unserer Besatzungen bei neuen Entwicklungen entscheidend und unverzichtbar für den Erfolg jeder technologischen Weiterentwicklung in der Schifffahrtsbranche sein. Unsere Besatzungen von Anfang an in den technologischen Fortschritt einzubinden, ist für die CMA CGM Group ein Muss und wird allen zugutekommen.“
Lyu Zhiyong, President von SDARI, sagte: „Reife, verfügbare Technologien auf sichere und effiziente Weise zu integrieren und dabei die Neutralität und Zukunftsorientierung der technischen Lösungen sicherzustellen, ist der entscheidende Erfolgsfaktor dieses Projekts. Wir arbeiten seit jeher eng mit der Schifffahrtsbranche und Risikomanagementorganisationen zusammen, um Machbarkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz der vorgeschlagenen Lösungen zu gewährleisten. Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit als erfolgreiches internationales Vorbild für die Umsetzung des MASS-Codes während der Erfahrungsphase dienen wird.“
Quelle: Bureau Veritas