Londons maritimer Schiedsgerichtsfallbestand verzeichnet stärksten Anstieg seit über einem Jahrzehnt; Singapur und Hongkong bleiben stark, zeigt HFW-Bericht
Wichtige Erkenntnisse
- •Die London Maritime Arbitrators Association verzeichnete 2025 insgesamt 2.015 neue maritime Schiedsverfahren – ihre höchste jährliche Gesamtzahl seit mehr als zehn Jahren.
- •Londons Fallbestand im Jahr 2025 lag um 16 % höher als 2024, was seine Position als führender globaler Austragungsort für die maritime Schiedsgerichtsbarkeit stärkt.
- •Die beiden wichtigsten maritimen Schiedsorganisationen Singapurs bearbeiteten 2025 gemeinsam 168 maritime Schiedsverfahren und hielten die Aktivität des Stadtstaates auf robustem Niveau.
- •In Hongkong machten maritime Streitigkeiten 2025 fast 20 % aller am Hong Kong International Arbitration Centre registrierten Fälle aus.
- •HFW erklärte, dass anhaltende Investitionen und Reformen in den wichtigsten Rechtsgebieten die Auswahl erweitern und die Nachfrage nach hochwertigen Foren zur Beilegung maritimer Streitigkeiten unterstützen.

London hat seine Position als weltweit führendes Zentrum für maritime Streitbeilegung gefestigt, während Singapur und Hongkong ihre Stellungen als führende asiatische Schiedsgerichtshubs weiter konsolidieren, geht aus den neuesten Erkenntnissen der internationalen Anwaltskanzlei HFW hervor.
Maritime Arbitration in Numbers: London rebounds as Singapore and Hong Kong maintain momentum ist die siebte Ausgabe des Jahresberichts von HFW, der die Aktivitäten der maritimen Schiedsgerichtsbarkeit in den wichtigsten Schiedszentren der Welt analysiert. Die Studie überprüft die Statistiken für 2025 der wichtigsten maritimen Schiedsgerichtsorganisationen in London, Singapur und Hongkong und bietet einen detaillierten Überblick darüber, wo internationale Parteien schifffahrtsbezogene Streitigkeiten beizulegen wählen und wie sich globale Schiedstrends entwickeln. Die maritime Schiedsgerichtsbarkeit ist das bevorzugte Instrument zur Beilegung grenzüberschreitender Schifffahrtsstreitigkeiten – einschließlich Streitigkeiten über Charterverträge, Ladungsschadensansprüche, Kollisionen und Versicherungsangelegenheiten –, da sie Vertraulichkeit, spezielle Fachkenntnisse und die internationale Vollstreckbarkeit von Schiedssprüchen gemäß dem Übereinkommen von New York von 1958 bietet, das von mehr als 170 Vertragsstaaten ratifiziert wurde.
London verzeichnet höchsten Fallbestand seit mehr als einem Jahrzehnt
Der Bericht dokumentiert eine deutliche Erholung der in London ansässigen maritimen Schiedsgerichtsbarkeit. Die London Maritime Arbitrators Association (LMAA) verzeichnete 2025 insgesamt 2.015 neue maritime Schiedsverfahren – eine Steigerung von 16 % gegenüber 2024 und die höchste jährliche Zahl der Vereinigung seit über einem Jahrzehnt. Dies untermauert Londons Status als weltweit beliebtester Austragungsort für die maritime Schiedsgerichtsbarkeit zusätzlich. Londons Vormachtstellung in diesem Bereich beruht auf jahrhundertelanger englischer Rechtsprechung im Seerecht, dem Rahmenwerk des English Arbitration Act 1996 sowie einem tiefen Pool an spezialisierten Maritim-Anwälten und Schiedsrichtern.
Asiatische Hubs halten Schwung
Obwohl London im Gesamtvolumen weiterhin deutlich führend ist, unterstreicht der Bericht die anhaltende Stärke der führenden asiatischen Schiedszentren.
Singapur hielt die robusten Aktivitätsniveaus der maritimen Schiedsgerichtsbarkeit aufrecht, die es in den letzten Jahren aufgebaut hat. Das Singapore International Arbitration Centre und die Singapore Chamber of Maritime Arbitration verzeichneten 2025 gemeinsam 168 maritime Schiedsverfahren und stärkten damit Singapurs Position als führende asiatische Alternative zu London für die Beilegung von Schifffahrtsstreitigkeiten.
Auch Hongkong verzeichnete ein nennenswertes Wachstum. Maritime Streitigkeiten machten 2025 fast 20 % aller am Hong Kong International Arbitration Centre registrierten Fälle aus, während das Ernennungsvolumen bei der Hong Kong Maritime Arbitration Group nahezu auf Rekordniveau blieb.
Rechtsgebiete investieren in Reformen und verbesserte Rahmenbedingungen
Während London weiterhin der weltweit bevorzugte Schiedsort ist, weisen die Ergebnisse auf anhaltende Bemühungen in mehreren Rechtsgebieten hin, rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern und das Schiedsangebot auszubauen.
Paul Dean, Partner und Global Head of Shipping bei HFW, erklärte:
„Die Daten dieses Jahres bieten neue Einblicke in die Entwicklung der globalen Landschaft der maritimen Schiedsgerichtsbarkeit. Londons starke Erholung demonstriert das anhaltende Vertrauen, das der globale Schiffbausektor in seine rechtlichen Rahmenbedingungen und Institutionen setzt, während die anhaltend hohen Aktivitätsniveaus in Singapur und die zunehmende Bedeutung Hongkongs die wachsende Attraktivität der Schiedsgerichtsbarkeit in Asien unterstreichen.
Die Statistiken zeigen, dass der Markt auf anhaltende Investitionen und Reformen in den führenden Schiedsgerichtsbarkeiten reagiert, was zu einer größeren Auswahl beiträgt und dazu dient, die globale Landschaft der maritimen Schiedsgerichtsbarkeit zu stärken. Da geopolitische Bedingungen und Handelsstörungen weiterhin komplexe Streitigkeiten im Schiffbausektor auslösen, gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach hochwertigen, erfahrenen und international anerkannten Streitbeilegungsforen stark bleiben wird.“
Der vollständige Bericht Maritime Arbitration in Numbers 2026 ist hier verfügbar:
Quelle: HFW