Trumps Inflations-Zeitbombe steht kurz vor der Explosion: Nobelökonom
Wichtige Erkenntnisse
- •Krugman sagte, die Störung der Straße von Hormus werde die Ölpreise auf absehbare Zeit hoch halten.
- •Er argumentierte, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin- und Dieselpreise den Inflationsimpuls treiben.
- •Die Dieselpreise haben sich den frühen Kriegs-Höchstständen fast wieder angenähert und sind wichtig für Transport, Landwirtschaft und Bau.
- •Der Crack Spread hat sich seit Kriegsbeginn um rund 35 Dollar pro Barrel ausgeweitet, wodurch sich die Gesamtkosten um etwa 60 Dollar pro Barrel erhöht haben.
- •Krugman warnte, dass die Inflation in den Daten des nächsten Monats wieder steigen dürfte, während die Kraftstoffpreise hoch bleiben.

Der Nobelpreisträger Paul Krugman warnte am Donnerstag, Präsident Donald Trump habe eine tickende Inflations-Zeitbombe gelegt, die kurz vor der Explosion stehe. Zwar seien die schwersten wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Konflikts mit Iran bislang etwas eingedämmt worden, doch deute die Entwicklung laut Krugman auf eine baldige Veränderung hin.
Krugman schrieb, Trump sei „kein gesunder Mann“ und das Land trage weiterhin die Kosten seiner Weigerung, sich der Realität zu stellen.
„Er beharrt darauf, dass er ‘total control over the Strait of Hormuz’ habe“, merkte Krugman an. Doch die Öllieferungen durch die wichtige Wasserstraße würden minimal bleiben, solange der Präsident keine Einigung mit Iran aushandle oder keine unpraktikable Alternative finde. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Energieengpässe der Welt; normalerweise passiert etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs diese Passage. Laut Krugman sei eine solche Einigung kaum zu erwarten, bevor Trump das Ergebnis dessen anerkenne, was er als Krieg der Wahl bezeichnete. Die Schließung von Hormus bedeute, so Krugman, dass die Ölpreise — die sich in der Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch kurzzeitig wieder in Richtung der Vorkriegsniveaus bewegt hätten — auf absehbare Zeit hoch bleiben würden.
Viele Beobachter hätten sich gewundert, dass die Ölpreise nicht noch höher seien als derzeit. Zwar lägen die Preise weiterhin auf erhöhtem Niveau, aber unter dem Kriegs-Höchststand. Selbst mit dem jüngsten Aufwärtstrend liege Rohöl rund 25 Dollar über dem Vorkriegsniveau. Krugman argumentierte jedoch, dass der tatsächliche Kostenanstieg verdeckt werde, wenn man nur auf Rohölpreise schaue.
„Nobody burns crude oil directly“, schrieb Krugman wrote. „Instead, they burn products refined from crude, mainly gasoline and diesel. And these prices, after falling for a while on fake news of peace, are back most of the way to their recent peaks.“
Die Dieselpreise, so bemerkte er, seien den frühen Kriegs-Höchstständen bereits fast wieder nahe. Diesel ist der wichtigste Kraftstoff für Gütertransport, Landwirtschaft und Bauwesen, was bedeutet, dass anhaltende Preissteigerungen direkt die Transportkosten und damit die Preise einer breiten Palette von Konsumgütern erhöhen.
Krugman verwies auf den „crack spread“ — die Preisdifferenz zwischen einem Barrel Rohöl und den daraus gewonnenen Raffinerieprodukten — als zentrale Kennzahl. Seit Beginn des Krieges habe sich dieser Spread „exploded“, also stark ausgeweitet, und um rund 35 Dollar pro Barrel zugelegt, was den Anstieg der Rohölkosten selbst übertrifft. Zusammen ergebe sich dadurch ein Gesamtkostenanstieg von etwa 60 Dollar pro Barrel, was Krugman zufolge in den Bereich mittlerer Prognosen für eine längere Schließung von Hormus falle.
Laut Krugman habe sich der Crack Spread aufgrund der Kombination aus der Schließung von Hormus und dem Russland-Ukraine-Krieg ausgeweitet, wodurch die globale Raffineriekapazität gesunken sei. „The shortage of refining capacity has, in turn, held crude prices down“, schrieb Krugman. „Buyers aren't willing to pay extremely high prices for crude oil they can't refine.“
Anders formuliert habe die Unterbrechung der Öllieferungen durch die Straße von Hormus faktisch einen deutlichen Anstieg der globalen Ölpreise erfordert, um die Nachfrage zu rationieren; ein großer Teil dieser Rationierung habe sich jedoch über einen höheren Crack Spread und nicht über allein steigende Rohölpreise vollzogen.
Die breitere wirtschaftliche Folge sei Inflation, betonte Krugman; diese sei bislang relativ niedrig gehalten worden. Doch die Inflation „is set to rise again in next month’s data. And everyone can see that gasoline is back above $4 and diesel back above $5.“