Asiatische Aktien brechen ein und belasten die Stimmung im europäischen Handel
Wichtige Erkenntnisse
- •Südkoreas KOSPI fiel um etwa 10% und war damit der stärkste Verlierer in einem breiten Ausverkauf asiatischer Aktien.
- •Der Index liegt rund 35% unter den Jahreshöchstständen, aber seit Jahresbeginn immer noch mehr als 40% im Plus.
- •Die jüngsten Verluste drückten den KOSPI unter seinen 100-Tage-Durchschnitt; der 200-Tage-Durchschnitt ist nun die nächste wichtige technische Marke.
- •Auch andere regionale Märkte gaben nach, darunter der Nikkei, der TAIEX, der Shanghai Composite und der CSI 300.
- •S&P-500-Futures lagen 0,2% im Minus und Nasdaq-Futures 0,7% vor den anstehenden Quartalszahlen großer Technologiekonzerne.

Es ist eine sehr schwache Sitzung für asiatische Aktien, wobei Technologiewerte, insbesondere Chip- und Halbleiteraktien, stark unter Druck geraten. Südkoreas Leitindex KOSPI ist der größte Verlierer und fällt im Tagesverlauf um etwa 10%. Die Bewegung setzt den seit Mitte Juni begonnenen Rückgang deutlich fort und lässt den Index rund 35% unter seinen Jahreshochs zurück.
Selbst nach dem heutigen Rückgang liegt der KOSPI damit erst wieder auf dem niedrigsten Stand seit Mitte April. Gleichzeitig notiert der Index seit Jahresbeginn weiterhin mehr als 40% höher und unterstreicht damit das Ausmaß der Rally, die vor allem seit März zu beobachten war. Dieser Kontrast erklärt, warum die aktuelle Bewegung so genau verfolgt wird: Ein Markt, der schnell gestiegen ist, zeigt nun, wie rasch sich die Stimmung drehen kann, wenn Anleger aus den am stärksten gelaufenen Bereichen umschichten.
Aus technischer Sicht ist der jüngste Rückgang bemerkenswert. Die Verkäufe der vergangenen zwei Wochen haben den Index inzwischen unter seinen 100-Tage-Durchschnitt gedrückt, was das zuvor bullischere Momentum-Bild abschwächt. Der Blick richtet sich nun auf den 200-Tage-Durchschnitt, der als Nächstes getestet werden könnte. Ein Bruch darunter würde die Momentum-Tendenz in ein bärischeres Setup drehen und damit eine wichtige Marke für Käufer bei Rücksetzern darstellen.
Die Schwäche beschränkt sich nicht auf Südkorea. In der gesamten Region liegt der Nikkei derzeit fast 4% im Minus, während der TAIEX um etwas mehr als 4% nachgibt. In China verliert der Shanghai Composite rund 1%, und der CSI 300 liegt aktuell um etwas mehr als 2% tiefer.
Die breitere Stimmung ist durch anhaltende Sorgen rund um KI belastet und sorgt vor dem europäischen Handel für ein nervöses Umfeld, noch mehr mit Blick auf die spätere Eröffnung an der Wall Street. S&P 500-Futures liegen zwar nur 0,2% im Minus, Nasdaq-Futures geben jedoch um 0,7% nach, nachdem weiterer Verkaufsdruck gestern US-Technologiewerte belastet hat.
In den kommenden Tagen stehen zudem noch die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne an, und diese Ergebnisse dürften angesichts des aktuellen Umfelds ein zentraler Prüfstein für US-Aktien sein. Da Technologie einen großen Teil der jüngsten Markterholung ausgemacht hat, werden Anleger genau darauf achten, ob die Unternehmen ihre Ausgabenpläne mit Ergebnissen und Ausblicken untermauern. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch Monatsendflüsse und mögliche Schlagzeilen aus dem Verhältnis zwischen den USA und dem Iran.