Kirschner sagt, DOJ-Versuch, Ermittlungen zu den ICE-Tötungen in Minneapolis zu blockieren, sei gescheitert, während eine Anklageentscheidung näher rückt
Wichtige Erkenntnisse
- •Glenn Kirschner sagte, das Justizministerium habe Tatortbeweise und Videos sechs Monate lang vor Ermittlern in Minnesota in den Fällen Good und Pretti zurückgehalten.
- •Die Beweise sollen am 13. Juli 2026 an die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates übergeben worden sein, nur wenige Tage bevor Todd Blanche als Generalstaatsanwalt bestätigt wurde.
- •Kirschner argumentierte, die Verzögerung habe die staatlichen Ermittlungen behindern sollen, Minnesota aber nicht daran gehindert, den Fall fortzusetzen.
- •Hennepin County Prosecutor Mary Moriarty sagte, ihre Behörde glaube, über genügend Beweise zu verfügen, um über eine Anklage zu entscheiden.
- •Offen ist nun, ob in einem oder beiden Todesfällen Anklage erhoben wird und wie das Justizministerium auf ein mögliches staatliches Verfahren gegen Bundesbeamte der Einwanderungsbehörden reagiert.

Der frühere Bundesstaatsanwalt Glenn Kirschner argumentierte in der neuesten Folge seines Programms "Justice Matters", dass der neue Generalstaatsanwalt von Präsident Donald Trump versucht habe, staatliche Ermittlungen zu den Tötungen durch ICE-Agenten in Minneapolis zu blockieren — dass es aber inzwischen klare Anzeichen dafür gebe, dass dieser Versuch gescheitert sei und dass bald Anklagen gegen diese Agenten folgen könnten.
Kirschner begann seine Laufbahn als Staatsanwalt in der U.S. Army und arbeitete später jahrzehntelang als Assistant U.S. Attorney in Washington, D.C., bevor er als Rechtsanalyst für NBC News und MSNBC tätig wurde.
Der Tod der beiden Opfer, Renee Good und Alex Pretti, löste landesweite Empörung aus und zwang die Trump-Regierung schließlich, ihre föderale Besetzung von Minneapolis zu beenden. Der Fall berührt eine wiederkehrende Konfliktlinie im amerikanischen Föderalismus: Wenn Bundesbeamte auf US-Boden tödliche Gewalt anwenden, können Bundesstaaten ihre eigene Zuständigkeit zur Untersuchung geltend machen, weshalb der Zugang der Staaten zu bei Bundesbehörden befindlichen Tatortbeweisen und Videos für lokale Staatsanwälte entscheidend ist. Doch als die Behörden in Minnesota ermittelten, habe das Justizministerium wichtige Unterlagen vor dem Bundesstaat zurückgehalten, sagte Kirschner.
"Donald Trump's DOJ hid the evidence from the scenes of those two homicides, refused to share it with the state, even though the state had jurisdiction, indeed had a responsibility to investigate those two officer-involved fatal shootings," sagte Kirschner.
Der zeitliche Ablauf wirke selbst verdächtig, sagte Kirschner. "The federal government — that would be Donald Trump's dirty DOJ officials — refused to share the evidence for six months before finally turning it over to Minnesota investigators. The Department of Justice handed over the long-withheld evidence in the Good and Pretti killings to state prosecutors on July 13th, 2026."
Nur wenige Tage später wurde Todd Blanche — ein früherer Bundesstaatsanwalt, der zuvor als persönlicher Strafverteidiger von Trump tätig war — als Generalstaatsanwalt bestätigt. Kirschner deutete an, die Beweise seien nur freigegeben worden, um für unentschlossene republikanische Senatoren vor der Bestätigungsabstimmung das Problem zu "moot out the issue".
"Todd Blanche might as well have just hidden the killers in his basement, because he was accomplishing the same thing by hiding the evidence from the Minnesota state investigators and prosecutors. He was obstructing their investigation. But guess what? It didn't work," sagte Kirschner.
Hennepin County Prosecutor Mary Moriarty, deren Behörde für Verbrechensanklagen in Minneapolis zuständig ist, äußerte sich kürzlich zu dem Fall und sagte: "I believe we have enough evidence to be able to, at some point here, make a decision about whether charging is appropriate."
Nach Kirschners Einschätzung ist Blanches Blockadeversuch gescheitert, und Minnesota verfügt nun über die Beweise, die für den Abschluss der Ermittlungen nötig sind. Offen bleiben nun vor allem verfahrensrechtliche Fragen: ob und wann Moriartys Büro Anklageentscheidungen in einem oder beiden Todesfällen verkündet und wie ein Justizministerium unter Blanche auf ein staatliches Verfahren gegen Bundesbeamte der Einwanderungsbehörden reagiert.
"I don't know what DA Moriarty knows, what she finally was successful in wrestling out of the hands of Todd Blanche and the Department of Justice," fuhr Kirschner fort. "I don't know the entire universe of the evidence. But boy, what I saw on the videos of that ICE officer killing Renee Good, of those ICE officers killing Alex Pretti — I strongly suspect that DA Moriarty will charge the killers with some level of criminal homicide."
Quelle: Glenn Kirschner, "Justice Matters" — YouTube