NachrichtenMakroKalshi verhängt erstmals eine permanente Sperrung gegen George Santos wegen des Handels rund um die Rede zur Lage der Nation

Kalshi verhängt erstmals eine permanente Sperrung gegen George Santos wegen des Handels rund um die Rede zur Lage der Nation

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kalshi hat George Santos dauerhaft gesperrt und eine Strafe von 71.356 US-Dollar verhängt – die erste lebenslange Sperre der Plattform.
  • Laut Bundesbehörden handelte Santos mit Verträgen über seine eigene Anwesenheit bei der Rede zur Lage der Nation am 24. Februar und verdiente dabei mehr als 17.000 US-Dollar.
  • Die CFTC einigte sich im Juli mit Santos: Er musste seine Gewinne abtreten, eine zivilrechtliche Strafe von 17.500 US-Dollar zahlen und eine dreijährige Sperre für den Handel auf Prognosemärkten akzeptieren.
  • Santos hat bestritten, den Markt absichtlich manipuliert zu haben; sein Anwalt erklärte, die Einigung sei kein Schuldeingeständnis gewesen.
  • Der Fall unterstreicht die Sorge von Aufsichtsbehörden und Plattformen, ob Personen mit privilegierten Informationen oder Kontrolle über Ergebnisse von Ereigniskontrakten profitieren können.
Kalshi verhängt erstmals eine permanente Sperrung gegen George Santos wegen des Handels rund um die Rede zur Lage der Nation

Der Prognosemarkt-Betreiber Kalshi hat den ehemaligen US-Abgeordneten George Santos dauerhaft von seiner Plattform ausgeschlossen und eine Strafe von 71.356 US-Dollar wegen Handelsgeschäften im Zusammenhang mit seiner Anwesenheit bei der Rede zur Lage der Nation von Präsident Donald Trump im Jahr 2026 verhängt.

Die Entscheidung markiert die erste permanente Sperrung in der Geschichte von Kalshi und verleiht einem Fall eine neue Dimension, der bereits die Aufmerksamkeit US-amerikanischer Aufsichtsbehörden auf sich gezogen hat. Die Compliance-Abteilung von Kalshi erklärte, sie habe hinreichende Anhaltspunkte für die Annahme gefunden, dass Santos illegale Handelsgeschäfte getätigt habe, und verwies zudem auf seine mangelnde Kooperation bei der internen Untersuchung des Unternehmens.

Santos, ein Republikaner aus New York, wurde im Dezember 2023 aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen und bekannte sich später wegen bundesstaatlicher Betrugsvorwürfe für schuldig, was das Profil eines Falls unterstreicht, der zum Testfall dafür geworden ist, wie Prognosemarkt-Betreiber selbstbezogene Verträge überwachen.

Wie sich die Wette auf die Rede zur Lage der Nation entwickelte

Santos handelte mit Verträgen, die davon abhingen, ob er an der Rede vom 24. Februar teilnehmen würde. Bundesbehörden stellten später fest, dass er aus diesen Geschäften mehr als 17.000 US-Dollar verdiente, nachdem er öffentliche Äußerungen über seine Pläne getätigt hatte, die die Marktpreise beeinflussten.

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die US-Derivate einschließlich Ereigniskontrakten beaufsichtigt, hatte den Fall bereits im Juli mit Santos beigelegt. Gemäß dieser Vereinbarung trat er seine Handelsgewinne ab, zahlte eine zivilrechtliche Strafe von 17.500 US-Dollar und akzeptierte eine dreijährige Sperre für den Handel auf Prognosemärkten.

Santos hat bestritten, den Markt absichtlich manipuliert zu haben. Sein Anwalt erklärte, die Einigung sei darauf ausgelegt gewesen, den Streit ohne langwierige Gerichtsverfahren beizulegen, und stelle kein Schuldeingeständnis dar.

Die Kontroverse verschärfte sich, nachdem Santos öffentlich angekündigt hatte, die Rede zur Lage der Nation besuchen zu wollen, um später anzugeben, dass Reiseprobleme ihn daran gehindert hatten, Washington zu erreichen. Diese Veränderung der Umstände zog Prüfung nach sich, da seine Handelspositionen unmittelbar an seine eigene Anwesenheit geknüpft waren.

Prognosemärkte stehen unter stärkerer Beobachtung

Der Fall Santos ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte aufgrund von Insiderhandel und Marktmanipulation zunehmend in den Fokus rücken. Kalshi hat mit wachsenden Handelsvolumina verstärkt auf seine Überwachungs- und Compliance-Systeme verwiesen, und Ereigniskontrakte mit Bezug zu politischen Ergebnissen haben sich zu einer der am stärksten gehandelten Kategorien der Branche entwickelt.

Die Plattform hatte die Aktivitäten von Santos zuvor bereits an Bundesbehörden weitergeleitet. Die Aufsichtsbehörden interessieren sich seither verstärkt dafür, ob Personen mit privilegierten Informationen von ereignisbasierten Verträgen profitieren können – eine Frage, die jeden betrifft, dessen eigene Handlungen oder Insiderkenntnisse das Ergebnis eines Vertrags unmittelbar bestimmen.

Für Kalshi signalisiert die lebenslange Sperre einen härteren Kurs gegenüber Teilnehmern, die gegen die Regeln verstoßen. Für Santos bedeutet sie eine Einschränkung auf Plattformebene, die zusätzlich zu der gesonderten dreijährigen bundesweiten Handelssperre hinzukommt, die von den Aufsichtsbehörden bereits verhängt wurde.