JPMorgan-Stratege David Kelly erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt
Wichtige Erkenntnisse
- •David Kelly empfahl der Federal Reserve, die Zinsen unverändert zu lassen, und prognostizierte einen allmählichen Rückgang der Inflation.
- •Der Verbraucherpreisindex für Juli zeigte in den USA eine gedämpfte zugrunde liegende Inflation.
- •US-Staatsanleihen hielten ihre Gewinne nach der CPI-Veröffentlichung und spiegelten damit Markterwartungen wider, dass die Fed ihren aktuellen Kurs beibehalten kann.
- •Kelly erklärte, die Juli-Daten lieferten weitere Hinweise darauf, dass sich in der US-Wirtschaft keine anhaltende Lohn-Preis-Spirale verfestigt.
- •Das FOMC wird bei kommenden Sitzungen CPI-Daten, Arbeitsmarktzahlen und eigene Wirtschaftsprognosen weiterhin als Grundlage für künftige Zinsentscheidungen heranziehen.

David Kelly, Chief Global Strategist bei JPMorgan Asset Management, sagte, die Federal Reserve sollte die Zinsen unverändert lassen, und prognostizierte, dass die Inflation allmählich zurückgehen werde, da die Hinweise gegen eine anhaltende US-amerikanische Lohn-Preis-Spirale zunehmen.
"Absolutely they should stay on hold, and I actually think they will," sagte Kelly am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg Television nach der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten für Juli.
Der CPI-Bericht für Juli zeigte eine gedämpfte zugrunde liegende Inflation in den USA, während US-Staatsanleihen nach der Veröffentlichung ihre Gewinne hielten. Die Reaktion an den Anleihemärkten spiegelte die Positionierung der Investoren im Vorfeld der nächsten geldpolitischen Entscheidungen der Fed wider, wobei kühlere Inflationsdaten in der Regel die Erwartung stärken, dass die Zentralbank ihren aktuellen Kurs beibehalten kann.
Kellys Kommentare fallen inmitten der anhaltenden Debatte über den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve. Das Federal Open Market Committee (FOMC) der Federal Reserve legt die Zielspanne für den federal funds rate fest, der als Benchmark für die Kreditkosten in der gesamten US-Wirtschaft dient und alles von Hypothekenzinsen bis hin zu Unternehmenskrediten beeinflusst. Das FOMC tritt achtmal im Jahr zusammen, um die wirtschaftlichen Bedingungen zu bewerten und zu entscheiden, ob Anpassungen des Zinssatzes gerechtfertigt sind. Marktteilnehmer analysieren jede CPI-Veröffentlichung sowie Arbeitsmarktdaten und die eigene Summary of Economic Projections der Fed genau, um Hinweise auf Zeitpunkt und Richtung möglicher Zinsbewegungen zu erhalten.
Das Konzept einer Lohn-Preis-Spirale beschreibt eine Situation, in der steigende Preise Beschäftigte dazu veranlassen, höhere Löhne zu verlangen, was wiederum die Kosten der Unternehmen erhöht und die Preise weiter nach oben treibt, wodurch ein sich selbst verstärkender Inflationskreislauf entsteht. Kellys Einschätzung deutet darauf hin, dass die Juli-Daten weitere Hinweise darauf liefern, dass sich eine solche Dynamik in der US-Wirtschaft nicht verfestigt. Dieser Unterschied ist wichtig, weil eine anhaltende Spirale die Bemühungen der Fed erschweren würde, die Inflation wieder auf ihr 2%-Ziel zu bringen, ohne die Geldpolitik weiter deutlich zu straffen, während ihr Ausbleiben für Geduld spricht, da sich die Inflation organisch abkühlt.
Der Consumer Price Index (CPI), der monatlich vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlicht wird, misst die Veränderungen der Preise, die städtische Verbraucher für einen repräsentativen Waren- und Dienstleistungskorb zahlen. Der Core CPI, der volatile Lebensmittel- und Energiebestandteile ausschließt, wird von Politikern und Marktteilnehmern genau beobachtet, um die zugrunde liegenden Inflationstrends einzuschätzen. Neue Arbeitsmarktdaten, darunter monatliche Beschäftigungs- und Lohnwachstumszahlen des BLS, werden der FOMC bei ihren kommenden Sitzungen zusätzlich zu künftigen CPI-Veröffentlichungen als weitere Eingaben dienen.