Jim Cramer erklärt seine Strategie für den Kauf von Applied Materials (AMAT)
Wichtige Erkenntnisse
- •Jim Cramer empfahl einem Anrufer der Sendung „Mad Money", frühere Kaufpreise zu ignorieren und bei aktuellen Kursen eine kleine Position in Applied Materials aufzubauen, wobei Bargeld für den Fall eines weiteren Kursrückgangs um 10 % bereitzuhalten ist.
- •Zum Zeitpunkt der Empfehlung vom 1. September notierten die Applied-Materials-Aktien rund 300 US-Dollar unter ihrem Hoch.
- •Applied Materials liefert Depositions-, Ätz- und Inspektionsanlagen, die für die fortschrittliche Chipfertigung unverzichtbar sind – neben Wettbewerbern wie ASML, Lam Research und KLA.
- •Der Sektor für Halbleiterausrüstung ist stark zyklisch; US-Exportbeschränkungen für den Verkauf fortschrittlicher Anlagen an China bleiben ein wiederkehrendes Risiko.
- •Laut Daten von Insider Monkey hielten im zweiten Quartal 137 Hedgefonds AMAT, wobei Coatue Management mit über 4,2 Millionen Aktien der größte Anteilseigner war und die Leerkurzquote 1,50 % des Streubesitzes betrug.

Jim Cramer erklärt seine Strategie für den Kauf von Applied Materials (AMAT)
AMAT +4,31 %
Am 1. September erklärte ein Anrufer in der CNBC-Sendung „Mad Money", dass er im Juli Aktien der Applied Materials, Inc. (NASDAQ: AMAT) vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen bei 540 US-Dollar und später erneut bei 490 US-Dollar gekauft hatte. Daraufhin gab Moderator Jim Cramer folgende Empfehlung:
„Aber wissen Sie was? Uns ist es egal, wo wir gekauft haben; uns ist wichtig, wohin es geht. Diese Aktie liegt nun 300 Dollar unter ihrem Hoch. Ich denke, wenn Sie jetzt eine Position aufbauen – wann auch immer das sein mag –, dann kaufen Sie hier etwas. Ich weiß, dass Sie bereits einige haben. Vergessen Sie, dass Sie bereits welche haben. Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihre Kostenbasis verbessern können. Ich würde hier etwas investieren und dann abwarten, bis sie 10 % gefallen ist. Das kann passieren. Das ist ein volatiler Markt."
Das Rückgrat der Chipproduktion
Die Applied Materials, Inc. (NASDAQ: AMAT) nimmt im globalen Technologieökosystem eine bedeutende Position ein, indem sie die Fertigungsanlagen liefert, die für die Herstellung fortschrittlicher Logik- und Speicherchips erforderlich sind. Halbleiterfoundries sind stark auf ihre Depositions-, Ätz- und Inspektionssysteme angewiesen, um mehrschichtige Chiparchitekturen zu realisieren. Dieser technologische Fußabdruck macht das Unternehmen zu einem Hauptnutznießer langfristiger Infrastrukturmodernisierungen in der gesamten Branche, und seine Fertigungswerkzeuge bleiben zentral für die physische Chipfabrikation. Das Unternehmen gehört zu einer kleinen Gruppe großer Halbleiterausrüster – neben Firmen wie ASML, Lam Research und KLA –, deren Werkzeuge jedem fortschrittlichen Chip vorgelagert sind. Deshalb treiben eher die Kapitalausgabenzyklen der Chipfabriken als allein die Endnachfrage die Ergebnisse des Unternehmens.
Zyklische Gegenwinde und Bewertung
Selbst wenn fortschrittliche Technologie die KI-Hardware-Welle antreibt, bleibt das Geschäft mit Halbleiterkapitalgütern stark zyklisch. Wenn sich die makroökonomischen Bedingungen ändern oder Fabrikausgaben pausieren, können Ausrüster nach einem zu schnellen Anstieg scharfe Korrekturen erleben. Während die langfristige Nachfrage nach fortschrittlicher Verpackungstechnologie und Fertigungswerkzeugen für Mikrochips solide erscheint, könnte eine unerwartete Abschwächung der Kundenaufträge oder strengere Exportbeschränkungen erhöhte Bewertungen rasch entfallen lassen und Spätkäufer mit schmerzhaften Kursrückgängen zurücklassen. Die Exportpolitik ist für die Branche eine aktive Variable: US-Beschränkungen für den Verkauf fortschrittlicher Chipfertigungsanlagen an China haben die adressierbaren Umsätze der Ausrüster wiederholt beeinträchtigt, wodurch regulatorische Schlagzeilen ein wiederkehrender Schwankungsfaktor für den Sektor sind.
Institutionelle Eigentümer und Marktsentiment
Laut der Datenbank von Insider Monkey, die mehr als 1.000 Elite-Hedgefonds verfolgt, hielten im zweiten Quartal 137 Fonds Positionen im Unternehmen – ein leichter Rückgang gegenüber 138 im Vorquartal und ein Zeichen stetiger institutioneller Beteiligung. Unter diesen Hedgefonds hielt Coatue Management die größte Position mit über 4,2 Millionen Aktien. Die Leerkurzquote beträgt 1,50 % des Streubesitzes, was auf eine begrenzte Bearish-Positionierung hindeutet.
Diese institutionelle Unterstützung unterstreicht die fundamentale Stärke des Unternehmens, wobei der jüngste Kursrückgang zeigt, wie schnell die Volatilität die Geduld eines Anlegers auf die Probe stellen kann. Alles in allem bietet Cramers Ansatz einen praktischen Rahmen: Vergangene Einstiegspreise loslassen, auf aktuellem Niveau einen kleinen Anteil kaufen und Bargeld bereithalten, falls die Aktie weitere zehn Prozent fällt – eine gestaffelte Einstiegsdisziplin, die auf zyklische Aktien zugeschnitten ist, deren Kurse routinemäßig in beide Richtungen überschießen.
Quelle: Yahoo Finance