NachrichtenMakroJefferies' Chris Wood sieht strukturellen Bärenmarkt bei US-Anleihen; verweist auf Gold als Absicherung

Jefferies' Chris Wood sieht strukturellen Bärenmarkt bei US-Anleihen; verweist auf Gold als Absicherung

Autor: Economic Times Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Chris Wood, globaler Leiter der Aktienstrategie bei Jefferies, beschreibt den US-Anleihenmarkt als strukturellen Bärenmarkt mit anhaltend steigenden Renditen.
  • Zinsnempfindliche Anlagen wie REITs stehen unter anhaltendem Druck, da höhere Staatsanleihenrenditen die Diskontierungssätze erhöhen und die Attraktivität ertragsorientierter Aktien mindern; Singapurische REITs sind bereits betroffen, obwohl selektive Chancen bestehen.
  • Jefferies bleibt konstruktiv gegenüber Gold und Goldminen-Aktien als Absicherung gegen eine mögliche Dollar-Abwertung infolge hoher US-Haushaltsdefizite und anhaltender Goldkäufe von Notenbanken.
  • Indische Staatsanleihen fielen die dritte Woche in Folge, belastet durch steigende Ölpreise und Erwartungen globaler Zinserhöhungen.
  • Anstehende Inflationsdaten und Notenbanksitzungen werden zeigen, ob die These des strukturellen Bärenmarkts bei Anleihen Bestand hat.
Jefferies' Chris Wood sieht strukturellen Bärenmarkt bei US-Anleihen; verweist auf Gold als Absicherung

Jefferies hat davor gewarnt, dass anhaltender Aufwärtsdruck auf die Renditen von US-Staatsanleihen ein schwieriges Umfeld für die Aktienmärkte schaffen könnte, wobei zinsnempfindliche Anlagen wie Real Estate Investment Trusts (REITs) besonders betroffen sind.

Die Warnung stammt von Chris Wood, dem globalen Leiter der Aktienstrategie bei Jefferies, der den US-Anleihenmarkt als strukturellen Bärenmarkt beschreibt – eine längere Phase steigender Renditen statt eines zyklischen Einbruchs. Ein struktureller Bärenmarkt bei Anleihen steht im Gegensatz zum jahrzehntelangen Bullenmarkt bei US-Staatsanleihen nach den frühen 1980er Jahren, als die Renditen über Jahre fielen und sinkende Kreditkosten wiederholte Neubewertungen von Risikoanlagen stützten. In einem solchen Umfeld stehen Anlagen, deren Bewertung stark von den Kreditkosten abhängt – darunter REITs – unter anhaltendem Druck, da höhere Staatsanleihenrenditen die Diskontierungssätze erhöhen und ertragsorientierte Aktien im Vergleich zu risikofreien Staatsanleihen unattraktiver machen. Diese Unterscheidung ist für die Allokation relevant: Zyklische Renditespitzen wurden historisch von Erholungsrallies in zinssensitiven Sektoren gefolgt, während eine strukturelle Neubewertung eine anhaltendere Belastung bedeutet.

Auswirkungen auf REITs

Höhere US-Renditen haben die REITs in Singapur bereits belastet, die typischerweise sensibel auf globale Zinsbewegungen reagieren. Singapurische REITs tragen häufig US-Dollar-gebundene oder global referenzierte Schulden und schütten Erträge aus, wodurch ihre relative Attraktivität mit der Renditedifferenz zu risikofreien Anlagen schwankt. Dennoch sieht Jefferies selektive Opportunities innerhalb der Branche, was darauf hindeutet, dass nicht alle REITs gleichermaßen unter dem Renditeanstieg leiden.

Golds strategische Attraktivität

Das Brokerhaus bleibt konstruktiv gegenüber Gold und Goldminen-Aktien, die es als Absicherung gegen eine mögliche Dollar-Abwertung betrachtet. Gold gilt weithin als traditioneller Wertspeicher in Zeiten, in denen Anleger die langfristige Kaufkraft des US-Dollars infrage stellen, insbesondere in Umgebungen mit hohen Haushaltsdefiziten und anhaltenden Inflations sorgen. Das Interesse an Absicherungen als Dollar-Alternativen ist gestiegen, da die US-Haushaltsdefizite hoch bleiben und mehrere Notenbanken ihre Goldreserven weiter aufgebaut haben.

Indische Anleihen unter Druck

Die Warnung fällt mit Schwäche in anderen Anleihenmärkten zusammen. Indische Staatsanleihen sind die dritte Woche in Folge gefallen, belastet durch steigende Ölpreise und Erwartungen globaler Zinserhöhungen. Während etwas inländische Liquidität den indischen Anleihenmarkt abfedert, bestehen angesichts steigender Rohölpreise weiterhin Bedenken hinsichtlich Inflation und fiskalischer Stabilität. Höhere Rohölkosten stellen ein besonderes Risiko für Indien als großen Energieimporteur dar, da sie zu importierter Inflation beitragen und die Staatsfinanzen belasten.

Anleger warten nun auf anstehende Inflationsdaten und die Ergebnisse von Notenbanksitzungen für weitere Richtungsimpulse an den Rentenmärkten. Diese Daten werden auch ein Test dafür sein, ob die These des strukturellen Anleihe-Bärenmarkts Bestand hat, da eine deutliche Entspannung des Inflationsdrucks die Renditen typischerweise senken würde, während anhaltender Preisdruck den Fall für dauerhaft höhere Kreditkosten stärken würde.

Quelle: Economic Times Markets