NachrichtenMakroYen hält Gewinne nach schwachem US-CPI-Print und notiert nahe 159 je Dollar

Yen hält Gewinne nach schwachem US-CPI-Print und notiert nahe 159 je Dollar

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Yen legte nach dem Juli-CPI der USA, der nur um 0,1% gegenüber dem Vormonat stieg, leicht zu und verringerte damit den unmittelbaren Druck auf weitere Dollar-Gewinne.
  • USD/JPY stieg Ende Juli auf rund 164, bevor koordinierte Interventionen der USA und Japans das Paar in Richtung 158 drückten.
  • Japan hat in diesem Jahr bereits mehrmals interveniert, darunter separate Maßnahmen Ende April und Anfang Mai, als der Yen über 160 fiel.
  • Die Bank of Japan erhöhte ihren Leitzins am 31. Juli auf etwa 0,25%, doch die Zinsen liegen weiterhin deutlich unter dem US-Niveau.
  • Händler betrachten 159 als wichtige Marke: Ein Fall darunter würde stärkere Marktunterstützung für den Yen signalisieren, ein Anstieg über 160 erneut Abwärtsdruck.
Yen hält Gewinne nach schwachem US-CPI-Print und notiert nahe 159 je Dollar

Der japanische Yen verzeichnet gegenüber dem US-Dollar weiterhin leichte Gewinne, nachdem der Verbraucherpreisindex für Juli nur um 0,1% gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, ein Wert, der schwach genug war, um Händler über den nächsten Schritt der Federal Reserve im Unklaren zu lassen. Das Währungspaar USD/JPY notiert nahe 159 je Dollar, ein Niveau, das noch vor wenigen Wochen kaum vorstellbar gewesen wäre, als der Yen in Richtung 164 fiel.

Diese Kehrtwende kam nicht von selbst. Es brauchte rund ¥8,45 Billionen, also etwa $53 Milliarden, an koordinierter Währungsintervention der Vereinigten Staaten und Japans, um den Yen von mehrjährigen Tiefstständen zurückzuholen. Der jüngste CPI-Wert wirft nun die Frage auf, ob Marktkräfte die Stabilisierung des Yen auch ohne weitere offizielle Maßnahmen teilweise übernehmen könnten.

Die Nachwirkungen der Intervention

Ende Juli erreichte der Yen gegenüber dem Dollar etwa 164, was in Washington und Tokio Alarm auslöste. Die Reaktion war eine koordinierte Währungsintervention, die verdeutlichte, wie unwohl sich beide Regierungen mit dem anhaltenden Verfall des Yen fühlten.

Der Umfang war enorm. Mit rund $53 Milliarden war die Intervention groß genug, um das Dollar-Yen-Paar fast über Nacht zurück in Richtung 158 zu drücken. Tatsächlich stieg das Paar Mitte August wieder in die Spanne von 159,07 bis 159,30 und gab damit einen Teil der Interventionsgewinne wieder ab.

Ein heißer Inflationswert hätte Dollar-Bullen einen weiteren Grund geliefert, USD/JPY nach oben zu treiben, und damit womöglich mehr von der Wirkung der Intervention aufgehoben. Ein schwächerer Wert wie der nun gemeldete Anstieg von 0,1% bremst diesen Druck zumindest vorübergehend.

Warum die Zinsdifferenz den Yen weiter belastet

Das grundlegende Problem des Yen hat sich nicht geändert: Japans Zinsen liegen weiterhin deutlich unter denen der Vereinigten Staaten. Die Bank of Japan hält an ihrem typischerweise vorsichtigen Ansatz bei der geldpolitischen Straffung fest und belässt die Zinsen niedrig, während die Federal Reserve die Kreditkosten seit Beginn ihres Straffungszyklus im März 2022 deutlich erhöht hat. Die BOJ hat ihren Leitzins am 31. Juli zwar auf rund 0,25% angehoben – die zweite Erhöhung seit dem Ende der Negativzinsen im März –, doch dadurch wurde die Zinslücke nur geringfügig verkleinert. Diese Zinsdifferenz übt anhaltenden Abwärtsdruck auf den Yen aus und macht ihn faktisch zu einer Finanzierungswährung für den Carry Trade, eine Rolle, deren Bedeutung über USD/JPY hinaus bis zu Währungspaaren in Schwellenländern reicht, in denen Anleger Yen günstig aufnehmen, um höher verzinste Positionen zu finanzieren.

Die Ölpreise haben das Problem verschärft. Japan importiert nahezu seine gesamte Energie, sodass steigende Rohölpreise dazu führen, dass mehr Yen das Land verlassen, um Treibstoff zu bezahlen.

US-Finanzminister Scott Bessent und Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura haben sich beide öffentlich zur Bewertung des Yen und zur Notwendigkeit politischer Maßnahmen geäußert.

Was der CPI-Wert verändert – und was nicht

Der monatliche Anstieg des CPI um 0,1% ist genau die Art von Zahl, die der Federal Reserve Spielraum gibt, eine Lockerung in Betracht zu ziehen. Wenn die Inflation tatsächlich nachlässt, schwächt das das Argument für anhaltend hohe Zinsen. Sollte die Fed die Zinsen letztlich senken, würde sich die Zinsdifferenz, die die Schwäche des Yen antreibt, verringern.

Für Devisenhändler ist das Niveau von 159 zu einem psychologischen Schlachtfeld geworden. Ein nachhaltiger Bruch nach unten, zurück in Richtung der von der Intervention geprägten Tiefststände nahe 158, würde darauf hindeuten, dass der Markt beginnt, die Arbeit der BoJ teilweise selbst zu übernehmen. Ein Anstieg zurück über 160 würde signalisieren, dass Carry-Trade-Dynamiken und strukturelle Belastungen wieder die Oberhand gewinnen.

Wichtig wird nun sein, ob die Bank of Japan dieses Zeitfenster der Yen-Stabilisierung nutzt, um eine Veränderung ihrer eigenen Zinspolitik zu signalisieren. Die koordinierte Intervention verschaffte Zeit. Die CPI-Daten verschafften etwas mehr. Ob japanische Entscheidungsträger diesen Spielraum nutzen, um die strukturelle Zinslücke anzugehen, oder einfach darauf hoffen, dass die Fed die Arbeit erledigt, wird bestimmen, ob sich die Erholung des Yen trägt oder nur eine Pause vor dem nächsten Rückgang ist.