Japan Airlines übernimmt Beteiligung an Korean-Air-Mutter Hanjin KAL – Partnerschaft wird vertieft
Wichtige Erkenntnisse
- •Japan Airlines hat eine nicht näher bezeichnete Beteiligung an Hanjin KAL erworben und bezeichnete den Schritt als unabhängige Investition auf Basis des langfristigen Marktwerts des Unternehmens.
- •Die Hoban Group erhöhte ihre Beteiligung an Hanjin KAL im Juli auf 20,15 Prozent und verringerte damit den Abstand zu Chef Walter Cho und verbundenen Unternehmen, die 20,57 Prozent halten.
- •JALs Kauf folgt auf Delta Air Lines, die als strategischer Partner von Korean Air 14,9 Prozent an Hanjin KAL hält.
- •Korean Air und JAL unterzeichneten ein Memorandum zur Ausweitung von Codeshare- und Meilenkooperation nach Abschluss der Asiana-Fusion im Dezember, wobei die Japanrouten von rund 250 auf etwa 400 Flüge pro Woche steigen sollen.
- •Die Fluggesellschaften prüfen zudem eine Kooperation in den Bereichen Wartung, Bodenabfertigung, Crew-Schulungen, Fracht, gemeinsame Beschaffung und nachhaltiger Flugkraftstoff.

Japan Airlines hat Aktien der Hanjin KAL erworben, der Holdinggesellschaft, die Korean Air kontrolliert, wie die beiden Fluggesellschaften gemeinsam mit einer erneuerten und umfassenden Partnerschaft ankündigten, wie Branchenkreise am Freitag mitteilten.
JAL gab den Aktienkauf am Mittwoch zusammen mit der Partnerschaftsankündigung bekannt, offenbarte jedoch weder die Höhe der Beteiligung noch den gezahlten Preis. „Es handelt sich um eine unabhängige Investitionsentscheidung auf Grundlage des langfristigen Marktwerts von Hanjin KAL“, erklärte JAL. Bislang ist keine regulatorische Meldung aufgetaucht, die eine Beteiligung von 5 Prozent oder mehr ausweist.
Der Kauf erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt in der Aktionärsstruktur von Hanjin KAL. Hanjin-Group-Chef Walter Cho und verbundene Unternehmen hielten laut dem jüngsten Halbjahresbericht 20,57 Prozent der Gesellschaft, während der koreanische Baukonzern Hoban Group 19,83 Prozent hielt. Hoban verringerte den Abstand auf 0,42 Prozentpunkte, nachdem das Unternehmen seine Beteiligung im Juli auf 20,15 Prozent erhöht hatte.
Obwohl Hoban formell keine Kontrollübernahme angestrebt hat, hat der kontinuierliche Ausbau der Beteiligung seit dem Aufstieg zum zweitgrößten Aktionär von KAL im Jahr 2022 Spekulationen über einen möglichen Machtkampf befeuert. JALs Investition könnte Chos Lager freundlich gesinnter Aktionäre stärken, zu dem bereits der langjährige strategische Partner von Korean Air gehört, der 14,9 Prozent an KAL hält – eine Beteiligung der Delta Air Lines, die zusammen mit Korean Air und JAL Teil der transpazifischen Luftfahrtallianzen ist, die in den vergangenen Jahren durch Joint Ventures und Beteiligungsverbindungen vertieft wurden.
Zu den weiteren Großaktionären zählen die staatliche Korea Development Bank mit 10,58 Prozent, die die Übernahme von Asiana Airlines durch Korean Air unterstützte, sowie der National Pension Service mit 5,11 Prozent.
„Es bleibt abzuwarten, ob JAL, das nach Delta ein weiterer globaler strategischer Partner von Korean Air mit einer Beteiligung an Hanjin KAL ist, sein Engagement in den kommenden Tagen ausbaut“, sagte ein Branchenvertreter.
Darüber hinaus unterzeichneten die beiden Fluggesellschaften ein Memorandum zur Ausweitung von Codeshare-Flügen und Meilenprogrammen, sobald Korean Air die Fusion mit Asiana Airlines im Dezember abschließt. Dann sollen die Japanrouten von rund 250 auf etwa 400 Flüge pro Woche steigen. Die Fusion, die nach einer langwierigen globalen Regulierungsprüfung mit Auflagen zur Veräußerung von Slots an mehreren Flughäfen genehmigt wurde, bündelt Südkoreas zwei größte Full-Service-Fluggesellschaften unter Korean Air.
Korean Air und JAL betreiben bereits seit den 1960er Jahren gemeinsame Flüge und nahmen 2004 formelle Codeshare-Operationen auf. Die Fluggesellschaften prüfen zudem die gemeinsame Nutzung von Wartungseinrichtungen für Flugzeuge, Abfertigungsdiensten und Trainingszentren für Kabinenpersonal sowie ein gemeinsames Frachtgeschäft. Außerdem planen sie, über gemeinsame Beschaffung und Investitionen in nachhaltigen Flugkraftstoff zu sprechen – ein Bereich, in dem Fluggesellschaften weltweit Allianzen eingehen, um die Kosten knapper und teurer Kraftstoffvorkommen zu teilen.
„Durch die Zusammenführung der Infrastruktur und des Know-hows beider Unternehmen sollten wir den Kundennutzen maximieren können“, sagte ein Vertreter von Korean Air.
Quelle: Korea Herald Business