Eisenerz-Futures fest, da Hafen-Spotpreise steigen; Nachfragewende deutet auf Seitwärtsmarkt hin
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Januar-2027-Eisenerz-Futureskontrakt an der Dalian Commodity Exchange schloss am 3. September 2026 bei 726,5 Yuan/t, 1,32 % höher.
- •Die Spotpreise am Hafen Qingdao stiegen durchschnittlich um 12–14 Yuan/t, doch die gesamte Handelsaktivität blieb verhalten, da Werke nur nach Bedarf kauften.
- •Stahlwerke bevorzugen kostengünstiges Feinerz gegenüber höherpreisigen Pellets und Stückerz – ein Hinweis auf einen strukturellen Wandel in der Eisenerznachfrage.
- •Die Gesamtlagerbestände der wichtigsten Häfen beliefen sich auf 104,82 Mio. t, 20.000 t weniger als in der Vorwoche, wobei Feinerz zum zweiten Mal in Folge abgebaut wurde.
- •Steigende Kokspreise haben einige Werke zu Überlegungen über Produktionskürzungen veranlasst; der Bericht erwartet, dass die Eisenerz-Preisgewinne in eine Seitwärtsbewegung übergehen.

Eisenerz-Futures handelten am Mittwoch, dem 3. September 2026, fester, wie aus dem MMI Daily Iron Ore Index Report zu chinesischen Eisen- und Stahlpreisen hervorgeht. China ist der weltweit größte Eisenerzimporteur, weshalb Entwicklungen an seinen Hafen-Spotmärkten und im Einkaufsverhalten der Stahlwerke als Indikatoren für die Seefracht-Nachfrage aufmerksam verfolgt werden.
Der umsatzstärkste I2701-Kontrakt – der Liefermonat Januar 2027 – schloss an der Dalian Commodity Exchange (DCE) bei 726,5 Yuan/t, 1,32 % höher als in der vorherigen Sitzung.
Am Hafen Qingdao, einem der wichtigsten Eisenerz-Importzentren Chinas, stiegen die Spotpreise durchschnittlich um 12–14 Yuan/t. Die Handelsstimmung blieb jedoch verhalten: Händler zeigten nur mäßige Bereitschaft, Frachten anzubieten, und Stahlwerke kauften nur nach Bedarf. Die gesamte Spot-Handelsaktivität wurde als schwach beschrieben.
Anzeichen eines strukturellen Wendepunkts in der Nachfrage
Die aktuelle Marktstruktur deutet auf einen strukturellen Wendepunkt in der Eisenerznachfrage hin, wobei die Werke kostengünstiges Feinerz gegenüber höherpreisigen Pellets und Stückerz bevorzugen. Diese Verschiebung der Einkaufspräferenzen spiegelt den Fokus der Werke auf Kostenkontrolle angesichts der aktuellen Stahlwirtschaftslage wider.
Hafenlagerbestände: Feinerz erneut abgebaut
Laut SMM-Erhebungsdaten zu den wichtigsten Hafenlagern verzeichnete Feinerz zum zweiten Mal in Folge einen Lagerabbau, während der Bestandsabbau bei Konzentrat und Stückerz langsamer verlief und die Pelletbestände leicht anstiegen. Die gesamten Lagerbestände der Stichprobe beliefen sich auf 104,82 Mio. t, einen Rückgang von 20.000 t gegenüber der Vorwoche.
Kokspreise steigen; Werke erwägen Produktionskürzungen
Da die Kokspreise zudem weiter steigen, haben Werke in einigen Regionen begonnen, angesichts der knappen Koksversorgung Produktionskürzungen zu erwägen und ihre Produktionspläne entsprechend anzupassen – eine Entwicklung, die die kurzfristige Eisenerznachfrage belasten könnte. Koks ist ein wichtiger Rohstoff im hochofenbasierten Stahlherstellungsprozess, und seine Verfügbarkeit beeinflusst den Erzverbrauch auf Werksebene unmittelbar.
Ausblick
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Preisgewinne beim Eisenerz voraussichtlich nachlassen werden und der Markt kurzfristig in eine Seitwärtsbewegung übergeht. Händler und Werke beobachten üblicherweise die kommenden wöchentlichen Hafenlagerdaten und etwaige Umsetzungen regionaler Produktionskürzungen als Signale dafür, ob sich die Nachfragedynamik fortsetzt.
Quelle: MMI Daily Iron Ore Index Report, 3. September 2026, Hellenic Shipping News. Das vollständige Berichts-PDF ist hier verfügbar.