Irans Außenminister weist Trumps jüngste wirtschaftliche Drohung zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wies den von Trump angedrohten „Economic D-Day“ zurück, bezeichnete ihn als Ablenkung von den Schulden- und Zinsproblemen der USA und warf der US-Politik wirtschaftlichen Terrorismus vor.
- •Die Rhetorik zeigt, dass Washington und Teheran weiterhin weit von einer Einigung entfernt sind; frühere US-Sanktionen haben Irans Position nicht verändert.
- •Iran ist einer der größten Rohölproduzenten der OPEC, und rund ein Fünftel des weltweit per Seeweg transportierten Öls passiert die Straße von Hormuz vor seiner Küste – weshalb die Ölmärkte die Spannungen aufmerksam verfolgen.
- •Eine Waffenruhe Ende Juni beendete 12 Tage israelisch-iranischer Kämpfe, die ausgebrochen waren, nachdem monatelange von Oman vermittelte Atomgespräche zwischen Washington und Teheran keine Einigung erbracht hatten.
- •Araghchi, seit 2024 Irans Außenminister, war einer der Hauptverhandler des JCPOA von 2015, aus dem Trump die USA 2018 zurückzog, bevor er im Rahmen einer Kampagne des maximalen Drucks weitreichende Sanktionen wieder in Kraft setzte.

Irans Außenminister hat die jüngste wirtschaftliche Drohung von US-Präsident Donald Trump heruntergespielt – eine Reaktion, die verdeutlicht, wie weit beide Seiten weiterhin von einer ausgehandelten Einigung entfernt sind.
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Die Drohung zeigt, dass beide Seiten nach wie vor weit von einer Einigung entfernt sind. Nachdem Trump zuvor versucht hatte, Iran mit brutalem Druck zu Zugeständnissen zu zwingen, sucht er nun einen anderen Weg zu diesem Ziel – wobei unklar bleibt, wie viel weiter Washington die Angelegenheit aus wirtschaftlicher Sicht vorantreiben kann, zumal US-Sanktionen in der Vergangenheit Irans Position nicht verändert haben. Die Tragweite geht über das bilaterale Verhältnis hinaus: Iran ist einer der größten Rohölproduzenten der OPEC, und rund ein Fünftel des weltweit per Seeweg transportierten Öls passiert die Straße von Hormuz vor seiner Küste – ein Grund, warum die Ölmärkte die Spannungen zwischen den USA und Iran genau beobachten.
Teheran seinerseits scheint unbeeindruckt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi antwortete:
"The so-called “Economic D-Day” is a diversion from America's own crisis: unprecedented debt & surging interest costs. Doubling down on failed policies will only bring further defeat—and enmity of Iranians. US economic terrorism threatens global economy and sovereignty worldwide."
Die Erklärung entspricht Irans typischer Reaktion auf solche Drohungen und bietet wenig Neues. Dennoch bestärkt sie die Einschätzung, dass der Konflikt kurzfristig kaum eine friedliche Wende nehmen wird. Und nach allem, was sich seit Ende Juni ereignet hat – als eine Waffenruhe 12 Tage israelisch-iranischer Kämpfe beendete, die ausgebrochen waren, nachdem monatelange von Oman vermittelte Atomgespräche zwischen Washington und Teheran keine Einigung erbracht hatten –, erscheint eine Rückkehr zu einer Waffenruhe unwahrscheinlich, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Offen bleibt vorerst, ob Washington konkret darlegt, wie die angedrohten Maßnahmen tatsächlich aussehen sollen, und ob Teherans Antwort über reine Rhetorik hinausgeht.
Hintergrund: Araghchi ist seit 2024 Irans Außenminister und ein erfahrener Diplomat, der als einer der Hauptverhandler des Atomabkommens von 2015 (JCPOA) fungierte, das Iran im Gegenzug für strenge Begrenzungen seines Atomprogramms eine Erleichterung internationaler Sanktionen bot. Trump zog die USA 2018 aus diesem Abkommen zurück und verhängte in seiner ersten Amtszeit im Rahmen einer Kampagne des „maximalen Drucks“ weitreichende Sanktionen gegen Iran.
Quelle: ForexLive