Intergenerationale Mobilität von Einwanderern in 15 Zielländern
Wichtige Erkenntnisse
- •Kinder von Einwanderern in den 15 untersuchten Ländern erzielen ein etwas geringeres Einkommen als Kinder von im Inland geborenen Eltern, wobei etwa die Hälfte der Einkommenslücke durch Unterschiede im Elterneinkommen erklärt wird.
- •Töchter von Einwanderern erreichen in der Mehrzahl der Zielländer eine höhere absolute Mobilität als Töchter von im Inland geborenen Eltern.
- •Söhne von Einwanderern erleben außerhalb Europas eine höhere absolute Mobilität, innerhalb Europas jedoch eine niedrigere im Vergleich zu Söhnen von im Inland geborenen Eltern.
- •Die länderübergreifenden Unterschiede in der absoluten Mobilität werden hauptsächlich durch die Arbeitsmärkte und die Einwanderungspolitik der Zielländer bestimmt und nicht durch das Herkunftsland der Eltern.
- •Das Mehrlander-Design der Studie ermöglicht es den Forschern, den Einfluss von Einwanderermerkmalen von der Rolle der Institutionen des Aufnahmelandes zu trennen, und greift damit eine Einschränkung früherer Einzelanalysen auf.

Forscher schätzten die intergenerationale Mobilität von Kindern Einwanderer in 15 Aufnahmeländern und stellten fest, dass diese Kinder ein etwas geringeres Einkommen haben als Kinder von im Inland geborenen Eltern. Etwa die Hälfte der Lücke lässt sich durch Unterschiede im Elterneinkommen erklären, während der Rest auf abweichende Mobilitätsparameter zurückgeht. Die länderübergreifende Ausrichtung der Studie ist in einer ökonomischen Forschungslandschaft bemerkenswert, in der Untersuchungen zur intergenerationalen Mobilität häufig auf Einzelanalysen beschränkt waren, was es erschwerte, den Einfluss von Einwanderermerkmalen von dem der Institutionen des Aufnahmelandes zu trennen.
Die Studie zeigt zudem, dass Töchter von Einwanderern in den meisten Zielländern eine höhere absolute Mobilität aufweisen als Töchter von im Inland geborenen Eltern. Für Söhne ist die absolute Mobilität außerhalb Europas höher und innerhalb Europas niedriger im Vergleich zu Söhnen von im Inland geborenen Eltern.
Laut den Autoren werden die länderübergreifenden Unterschiede in der absoluten Mobilität nicht durch das Herkunftsland der Eltern bestimmt, sondern durch die Arbeitsmärkte und die Einwanderungspolitik der Zielländer. Dieser Befund weist auf die Bedingungen des Gastlandes – wie Zugang zum Arbeitsmarkt, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Integrationsrahmen – als die ausschlaggebenden Variablen für die Ergebnisse von Einwandererkindern hin, und nicht auf kulturelle oder herkunftsspezifische Faktoren.
Das Papier stammt von Leah Boustan und weiteren Autoren. Leah Boustan ist eine Ökonomin an der Princeton University, deren Forschung sich auf Einwanderung und Wirtschaftsgeschichte konzentriert. Hingewiesen wurde darauf von Samir Varma. Das Papier ist hier abrufbar.