Deutschland startet 70-Millionen-Euro-Förderprogramm für emissionsarme und emissionsfreie Binnenschiffe
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Bundesministerium für Verkehr stellt im ersten Förderaufruf bis zu 70 Millionen Euro für die Entwicklung grüner Binnenwasserstraßenkorridore bereit.
- •Das Programm fördert sauberere Antriebssysteme für Neubau- wie auch bestehende Binnenschiffe sowie Lade- und Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe, darunter Wasserstoff, Ammoniak und Methanol.
- •Die Förderung umfasst auch Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Stroms und erneuerbaren Wasserstoffs, Speichersysteme sowie mobile Versorgungseinrichtungen an Umschlag- und Liegeplätzen außerhalb von Häfen.
- •Antragsberechtigt sind Unternehmen, Kommunen und andere wirtschaftlich tätige Einrichtungen mit Sitz in Deutschland; die Antragsstellung ist ab dem 17. August über das Förderportal der Bundesregierung möglich.
- •Die Initiative entspricht dem EU-Ziel, das kombinierte Güteraufkommen auf Binnenwasserstraßen und in der Kurzstreckenschifffahrt bis 2030 um 25 % zu steigern, und stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Binnenschifffahrt.

Deutschland hat ein Förderprogramm über 70 Millionen Euro gestartet, um die Umstellung seiner Binnenflotte auf emissionsarme und emissionsfreie Betriebsweisen zu beschleunigen.
Das Bundesministerium für Verkehr hat im ersten Förderaufruf bis zu 70 Millionen Euro für die Entwicklung grüner Binnenwasserstraßenkorridore bereitgestellt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung des Ministeriums hervorgeht.
Die Förderung unterstützt die Installation saubererer Antriebssysteme sowohl auf Neubau- als auch auf bestehenden Binnenschiffen sowie die für den Betrieb erforderliche Infrastruktur. Dazu gehören Lade- und Betankungseinrichtungen für alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff, Ammoniak und Methanol in Häfen und an anderen Standorten entlang der Binnenwasserstraßen. Da Binnenschiffe in der Regel mehrere Jahrzehnte im Einsatz bleiben, gilt die Nachrüstung der bestehenden Flotte – und nicht nur der Bau neuer Schiffe – als ein zentraler Hebel zur Reduzierung der Emissionen der Branche.
Gefördert werden außerdem Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Stroms und erneuerbaren Wasserstoffs sowie Speichersysteme und mobile Versorgungseinrichtungen an Umschlag- und Liegeplätzen außerhalb von Häfen.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sagte, das Programm werde dazu beitragen, emissionsfreie Antriebssysteme und die dafür benötigte Infrastruktur schneller in den Betrieb zu bringen.
Über die Dekarbonisierung hinaus soll das Programm mehr Güter- und Personenverkehr auf Deutschlands Wasserstraßen verlagern und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Binnenschifffahrt stärken. Der Transport auf Binnenwasserstraßen gilt als eine der energieeffizientesten Arten, Fracht pro Tonnenkilometer zu befördern, und Deutschlands Wasserstraßennetz – mit dem Rhein als Rückgrat sowie angebundenen Flüssen und Kanälen wie der Elbe und dem Mittellandkanal – zählt zu den meistbefahrenen in Europa. Auf EU-Ebene wurde das Ziel gesetzt, mehr Fracht von der Straße zu verlagern: Die Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität sieht bis 2030 eine Steigerung des kombinierten Güteraufkommens auf Binnenwasserstraßen und in der Kurzstreckenschifffahrt um 25 % vor; Instrumente wie das Aktionsprogramm NAIADES III und die Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe unterstützen die ökologische Transformation der Branche. Niedrigwasserphasen am Rhein, etwa in den Jahren 2018 und 2022, haben den Güterfluss beeinträchtigt und die Bedeutung einer modernen, zuverlässigen Flotte deutlich gemacht. Wasserstoff, Ammoniak und Methanol zählen weltweit zu den in Betracht gezogenen Kraftstoffen, um die Emissionen der Schifffahrt zu senken.
Antragsberechtigt sind Unternehmen, Kommunen und andere wirtschaftlich tätige Einrichtungen mit Sitz in Deutschland.
Anträge für den ersten Förderaufruf können ab dem 17. August über das Förderportal der Bundesregierung gestellt werden. Die Antragsfrist wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.