Abgeordneter Jared Huffman warnt: Trump und MAGA formen Amerika zu einer christlich-nationalistischen Gesellschaft um
Wichtige Erkenntnisse
- •Jared Huffman erklärte, der Ausschuss des Repräsentantenhauses zum 6. Januar habe einen klaren Zusammenhang zwischen christlichem Nationalismus und dem Angriff auf das Kapitol festgestellt, diesen aber absichtlich aus dem 845-seitigen Abschlussbericht herausgelassen.
- •Huffman behauptete, der frühere Abgeordnete Adam Kinzinger habe befürchtet, dass eine Aufnahme des Materials Medien wie Fox News ermöglichen würde, den gesamten Bericht zu diskreditieren, und dass Entwürfe letztlich vernichtet oder unterdrückt worden seien.
- •Huffman warf House Speaker Mike Johnson vor, christlichen Nationalismus wirksam in das amerikanische politische Leben eingebettet zu haben, etwa durch die Verlegung des Congressional Prayer Breakfast in die Statuary Hall und ein neues National Gathering for Prayer and Repentance.
- •Umfragen des Public Religion Research Institute zeigen, dass Anhänger christlich-nationalistischer Ansichten einen erheblichen Teil der republikanischen Basis ausmachen, was die politische Relevanz von Huffmans Warnungen unterstreicht.
- •Forscher weisen darauf hin, dass wichtige amerikanische Gründerväter die säkulare Regierungsführung in der Verfassung durch das Verbot religiöser Tests für Ämter und die Establishment Clause des Ersten Verfassungszusatzes verankert haben.

Der Abgeordnete Jared Huffman (D-CA), das einzige Mitglied des Kongresses, das sich offen als nicht religiös bezeichnet, und Mitbegründer des Congressional Freethought Caucus, hat gewarnt, dass Präsident Donald Trump und seine MAGA-Bewegung die Vereinigten Staaten in Richtung einer christlich-nationalistischen Gesellschaft lenken. Er behauptete außerdem, dass einige prominente Anti-Trump-Stimmen mit MAGA-Verbündeten zusammengearbeitet hätten, um Ergebnisse zu unterdrücken, die diese Bedrohung hätten unterstreichen können.
In einem Interview mit The New York Times' Annie Karni, das am Sonntag veröffentlicht wurde, erklärte Huffman, der Ausschuss des Repräsentantenhauses zum 6. Januar habe einen klaren Zusammenhang zwischen christlichem Nationalismus und dem Angriff auf das Kapitol festgestellt, sich jedoch bewusst dagegen entschieden, dies im Abschlussbericht hervorzuheben. Wissenschaftler und Watchdog-Gruppen haben umfangreiche christlich-nationalistische Symbolik unter den Teilnehmern des Angriffs vom 6. Januar dokumentiert, darunter auf dem Mall errichtete Kreuze, Gebetskundgebungen vor dem Angriff und Schilder, die christliche Sprache mit politischen Beschwerden verbinden; das Auslassen stellt daher eine bemerkenswerte Lücke im 845 Seiten starken Abschlussbericht des Ausschusses dar.
"Former Representative Adam Kinzinger, Republican of Illinois [and a member of the Jan. 6 committee], was very cleareyed that Fox News would jump on this and try to use it to disparage the entire report," sagte Huffman. "But he suggested that with enough of a disclaimer — and by explaining that telling this story is important, doing it in a way that's clear you're not trashing Christianity, you're just being honest about the radicalization and mobilization and the ethos of this riot — there was a way to do that."
Huffman deutete an, dass das Material letztlich unterdrückt wurde. "It's deep-sixed. Drafts were not kept. That's another mystery here. I don't know if that was the chaos of rushing to finish this report or if there was a deliberate, 'don't leave incomplete work product' edict. Nobody had copies," sagte er. (The New York Times)
Sprecher Mike Johnson vorgeworfen, christlichen Nationalismus zu fördern
Huffman wandte sich anschließend an House Speaker Mike Johnson und argumentierte, dass der republikanische Politiker aus Louisiana trotz seiner weithin bekannten Schwierigkeiten als legislative Führungskraft bemerkenswert wirksam darin gewesen sei, christlichen Nationalismus im Gefüge des amerikanischen politischen Lebens zu verankern. Johnson, der vor seinem Einzug in den Kongress als Verfassungsanwalt für Alliance Defending Freedom arbeitete, eine konservative christliche Rechtsorganisation, hat früher erklärt, seine Weltsicht sei von der Bibel geprägt und die Trennung von Kirche und Staat sei ein "misnomer."
"If you judge him by, 'Has he advanced the cause of Christian nationalism?' he's been wildly successful," sagte Huffman gegenüber Karni. "He elevated the Congressional Prayer Breakfast into Statuary Hall; he instituted a new National Gathering for Prayer and Repentance where members go over to the Museum of the Bible and repent for national sins like abortion."
Huffman fuhr fort: "He allows a pastor he is close with to bring hundreds of pastors multiple times a year to hear a whitewashed version of American history that is rampant Christian nationalism. People need to understand that as incompetent as he is at governing, he has been powerful and very effective in advancing this Christian nationalist movement."
Mit Blick auf das größere Muster verwies Huffman auf Johnsons Äußerungen nach der republikanischen Verabschiedung des sogenannten "Big, Beautiful Bill." "Johnson did an interview in the chapel and claimed he had been down on his knees praying every day. He said the passage of this bill was God's will and God's plan," sagte Huffman. "There are so many of these things, each of them standing alone might feel like not much. But when you take it together, I feel that the wall of separation is in real trouble." Huffmans Verweis auf die "wall of separation" greift die Formulierung auf, die Thomas Jefferson in seinem Brief von 1802 an die Danbury Baptist Association verwendete, eine Metapher, auf die der Supreme Court in Fällen zum Ersten Verfassungszusatz, die das Verhältnis zwischen Regierung und Religion betreffen, wiederholt Bezug genommen hat.
Breitere Berichterstattung über christlichen Nationalismus unter Trump
Huffmans Warnungen stehen im Einklang mit einer wachsenden Zahl von Berichten über den Einfluss des christlichen Nationalismus während Trumps zweiter Präsidentschaft. Umfragen des Public Religion Research Institute haben ergeben, dass Anhänger christlich-nationalistischer Ansichten — definiert als Menschen, die glauben, die US-Regierung sollte die Nation zu einem christlichen Land erklären — einen erheblichen Teil der republikanischen Basis ausmachen und damit eine Wählerbasis für die von Huffman beschriebenen politischen und rhetorischen Verschiebungen bilden.
Im Mai berichtete Christian Paz von Vox, dass "the religious right has been ascendant during the second presidency of Donald Trump, and they've harnessed his disdain for rules and norms to blur the lines between church and state."
Paz schrieb weiter, dass "inside the White House, the secretary of defense has framed the war in Iran and American military action abroad as sanctioned and guided by God. Outside the government, this alliance between church and state often skirts near the edge of outright idolatry. Conservative pastors are erecting golden statues of Trump (but insisting it does not mirror the infamous golden calf of the Old Testament). They're extending their hands over the president in prayer after comparing him to Jesus and standing by him, with some mild criticism, after he cast himself as an AI-slop Messiah."
Im Dezember wurde berichtet, dass eine hochrangige Beamtin im Office of Planning, Evaluation, and Policy Development von ihrem Büro im Capitol-Gebäude aus eine Fahne zeigte, die sowohl mit christlichem Nationalismus als auch mit dem Umsturzversuch vom 6. Januar verbunden ist.
Historische Einordnung: Die Gründerväter bevorzugten Wissenschaft statt Religion
Im März betonte Dean Caivano, Assistenzprofessor für Politische Theorie an der Lehigh University und Autor von "A Politics of All: Thomas Jefferson and Radical Democracy", gegenüber Salon Magazine, dass zentrale amerikanische Gründerväter sich ein politisches Leben vorstellten, das von Wissenschaft statt von Religion geleitet werde. Das Bekenntnis der Gründer zu einer säkularen Regierungsführung wurde in der Verfassung durch das Verbot religiöser Eignungstests für öffentliche Ämter und kurz darauf durch die Establishment Clause des Ersten Verfassungszusatzes verankert, die es der Regierung untersagt, eine offizielle Religion zu etablieren.
"His 'empire of liberty' offered the potential to dismantle the artificial hierarchies inherited from the past and imbue all aspects of life with the promise of freedom and happiness," sagte Caivano 2024. "Although this idealized image of a free and harmonious American society is undeniably marred by the institution and legacy of slavery, overlooking the role of education and science as prerequisites for freedom and equality diminishes our ability to assess the historical and contemporary limits of American democracy critically."