NachrichtenMakroWie und warum waren die Viktorianer erfolgreich? Samuel Hughes' Essay über Großbritanniens Elite im Viktorianischen Zeitalter

Wie und warum waren die Viktorianer erfolgreich? Samuel Hughes' Essay über Großbritanniens Elite im Viktorianischen Zeitalter

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Den Angaben von Samuel Hughes zufolge vermittelten die Elitenschulen der Viktorianer vergleichsweise wenig akademische oder MINT-Ausbildung.
  • •Viktorianische Eliten lebten häufig von Kindheit an im Internat und verbrachten mehr Zeit mit Gleichaltrigen als mit ihren Familien.
  • •Eton bildete etwa 30 % der Kabinettsminister und 40 % der Premierminister des 19. Jahrhunderts aus.
  • •Das Internatssystem könnte zu einer britischen Elite mit weniger subnationalen Loyalitäten als andernorts beigetragen haben.
Wie und warum waren die Viktorianer erfolgreich? Samuel Hughes' Essay über Großbritanniens Elite im Viktorianischen Zeitalter

Marginal Revolution, der 2003 von den Ökonomen Tyler Cowen und Alex Tabarrok gegründete Economics-Blog, hat einen Essay von Samuel Hughes in Works in Progress hervorgehoben, betitelt "The Seven Vices of Highly Effective Victorians" — eine Anspielung auf Stephen Coveys Bestseller von 1989, The Seven Habits of Highly Effective People — der der Frage nachgeht, wie und warum die Elite des viktorianischen Großbritanniens (die nach Königin Victoria benannte Epoche, die von 1837 bis 1901 regierte) erfolgreich war, und eine Herrschaftsschichte zeichnet, die sehr anders agierte als ihr verkniffener Ruf vermuten lässt. Der Autor des Beitrags empfiehlt den vollständigen Text, räumt jedoch ein, dass die Antwort auf die Titelfrage "weiterhin ein gewisses Rätsel" bleibe.

Nach Hughes waren die Schulen und Universitäten der viktorianischen Elite "nicht besonders akademisch" und boten nur wenig MINT-Unterricht. Im Erwachsenenalter standen diese Eliten spät auf, tranken reichlich und widmeten einen bemerkenswerten Teil ihrer Wachzeit dem Feiern. Sie liebten Festessen, Sport, Ferien, Tanzen und Verkleiden. Entgegen ihrem spießigen Ruf waren sie, so Hughes, "wahrscheinlich eine Menge Spaß". Und auch früh aufstehen taten die Viktorianer, so der Beitrag, nicht.

Das Essay zeichnet nach, wie diese Elite geformt wurde. Die meisten sozial privilegierten viktorianischen Jungen begannen ihre formale Ausbildung im Alter von sieben oder acht Jahren, verbrachten etwa fünf Jahre an einer "Preparatory School", bevor sie auf eine "Public School" übergingen (was für internationale Beobachter bis heute zur Verwirrung führt: eine Art Elite-Privatschule). Die Public Schools bildeten eine Hierarchie, an deren Spitze die neun "Clarendon schools" standen, und nur eine, das Eton College — 1440 von König Heinrich VI. gegründet —, lag eindeutig an der Spitze. Die neun Schulen verdanken ihren Namen der Clarendon Commission, der königlichen Kommission der 1860er Jahre, benannt nach ihrem Vorsitzenden, dem Earl of Clarendon, die Großbritanniens führende Public Schools untersuchte und deren Ergebnisse zum Public Schools Act 1868 führten; es waren Eton, Harrow, Winchester, Westminster, Rugby, Shrewsbury, Charterhouse, St's und Merchant Taylors'.

Etons Griff nach den höchsten Ämtern war ausgeprägt: Etwa 30 Prozent der Kabinettsminister und 40 Prozent der Premierminister des 19. Jahrhunderts waren Old Etonians, ein Muster, das in einer historischen Studie der Kabinettsmitglieder zwischen 1801 und 1924 dokumentiert ist.

Das Internatsleben prägte die Kindheit der Elite. Die meisten Schüler an Preparatory Schools und Public Schools waren Internatsschüler, d. h. viktorianische Eliten wurden in der Regel im Alter von acht Jahren von zu Hause weggeschickt und verbrachten ihre Kindheit mehr mit Gleichaltrigen als mit der Familie. Darin waren sie selbst für ihre Zeit ungewöhnlich: Elitefamilien auf dem europäischen Festland und in den USA behielten ihre Kinder deutlich häufiger zu Hause und schickten sie auf kleine lokale Privatschulen.

Hughes hält es für plausibel, dass dieses System zum Fehlen subnationaler Loyalitäten innerhalb der britischen Elite beitrug, im Gegensatz zu den eigenständigen Eliten etwa der Südstaaten der USA, Kataloniens in Spanien oder Ungarns in der österreichischen Habsburgermonarchie.

Der vollständige Essay ist verfügbar bei Works in Progress, einem Essay-Magazin über Fortschritt, das von Stripe herausgegeben wird. Der ursprüngliche Beitrag "How and why did the Victorians succeed?" erschien am 8. Oktober 2026 auf Marginal Revolution.