NachrichtenRohstoffe & ForexUBS hält an 5.000-Dollar-Goldziel fest, nachdem schwacher US-Arbeitsmarktbericht Rallye auslöst

UBS hält an 5.000-Dollar-Goldziel fest, nachdem schwacher US-Arbeitsmarktbericht Rallye auslöst

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Arbeitsplätze und verfehlte damit dramatisch die Erwartung von 85.000 neuen Stellen, woraufhin die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 57 % auf 42 % senkten.
  • Die UBS prognostiziert weiterhin, dass Gold in der ersten Hälfte von 2027 einen Preis von 5.000 Dollar pro Unze erreichen wird, und nennt erwartete Zinssenkungen und allmählich nachlassende Inflation als wesentliche Katalysatoren.
  • Die chinesische Zentralbank kaufte im Juli 20 Tonnen Gold – der 21. Monat in Folge mit Reservenaufstockungen und der größte monatliche Kauf seit Oktober 2023.
  • Gold erzielte mit einem Gewinn von 7,2 % seine stärkste Wochenperformance seit Ende Januar, während Silber um 10 % stieg. Dennoch ist Gold Jahres bis Jahr nach einem Anstieg von 65 % im Jahr 2025 weitgehend unverändert.
  • Der Verbraucherpreisindex-Bericht der nächsten Woche wird genau beobachtet, um Signale darüber zu erhalten, ob die Inflation wie von den Prognostikern erwartet sinkt, alongside anhaltenden Bedenken an den Energiemärkten im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen den USA und Iran.
UBS hält an 5.000-Dollar-Goldziel fest, nachdem schwacher US-Arbeitsmarktbericht Rallye auslöst

Das Gold legte am Freitag nach einem enttäuschenden US-Beschäftigungsbericht deutlich zu, der die Erwartungen auf eine weitere Zuspitzung der Geldpolitik der Federal Reserve dämpfte. Das Metall stieg um 2,3 % auf 4.340,70 Dollar pro Unze und erzielte damit seinen stärksten Schlusskurs seit Mitte Juni.

Das Arbeitsministerium teilte mit, dass die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Arbeitsplätze verlor – weit unter den Erwartungen der Ökonomen, die von einem Zuwachs von 85.000 ausgegangen waren. Der Bericht enthielt zudem erhebliche Abwärtskorrekturen der Vormonate: Das Beschäftigungswachstum im Juni wurde von 57.000 auf 20.000 revidiert, während die Zahl für Mai von 129.000 auf 63.000 korrigiert wurde.

Die Märkte passten sich den Daten schnell an. Das Überwachungstool der CME Group zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 57 % vor dem Bericht auf 42 % sank. Gold, das keine Zinsen abwirft, profitiert typischerweise, wenn die Erwartungen an Zinserhöhungen nachlassen, da niedrigere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten des Metalls senken.

UBS hält an 5.000-Dollar-Goldprognose fest

In einer Research-Note erklärte Ulrike Hoffmann-Burchardi, Chief Investment Officer bei der UBS, dass der Goldaufschwung eine fundamentale Unterstützung aufweise. Die Schweizer Bank erwartet weiterhin, dass Gold in den ersten sechs Monaten des Jahres 2027 einen Preis von 5.000 Dollar pro Unze erreicht.

Die UBS geht davon aus, dass die Inflation allmählich nachlassen wird, was der Federal Reserve ermöglichen würde, die Geldpolitik in diesem Jahr unverändert zu belassen, bevor 2027 Zinssenkungen erfolgen. Niedrigere Zinserwartungen würden die realen Renditen senken, den Dollar belasten und die Nachfrage nach Gold unterstützen.

Die Bank sagte, dass Rückschläge in Richtung der 4.000-Dollar-Marke für langfristig orientierte Investoren Einstiegsgelegenheiten bieten könnten.

Die UBS nannte zudem mögliche Risiken für den Ausblick, darunter steigende Energiepreise oder eine Verschiebung hin zu einer restriktiveren Geldpolitik der Federal Reserve. Beide Entwicklungen könnten festverzinsliche Anlagen attraktiver machen und Druck auf Edelmetalle ausüben.

Chinasische Käufe und ETF-Nachfrage sorgen für zusätzliche Unterstützung

Die Käufe des öffentlichen Sektors bleiben eine wichtige Stütze. Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldreserven seit 21 aufeinanderfolgenden Monaten aufgestockt.

Im Juli kaufte die People's Bank of China 20 Tonnen – der größte monatliche Zuwachs seit Oktober 2023, laut Daten des World Gold Council. Chinas Akkumulation ist Teil eines breiteren Trends, bei dem Zentralbanken ihre Reserven weg vom Dollar diversifizieren – ein struktureller Wandel, der die Goldnachfrage in den letzten Jahren untermauert hat.

Auch asiatische Privatanleger und Fondeinkäufe haben zum jüngsten Anstieg beigetragen. Der SPDR Gold Shares ETF und ähnliche Anlageprodukte verzeichneten neben dem Preisanstieg anhaltende Zuflüsse.

Auch Silber legte am Freitag zu und stieg um 3,1 % auf 63,33 Dollar pro Unze, womit es auf dem höchsten Niveau seit Ende Juni schloss.

Über die vergangenen fünf Handelstage gewann Gold 7,2 % – die beste Wochenperformance seit Ende Januar. Silber stieg um 10 % und verzeichnete damit seinen stärksten Wochengewinn seit Ende Februar.

Trotz des jüngsten Anstiegs ist Gold Jahres bis heute weitgehend unverändert, nachdem es 2025 um 65 % geklettert war.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Verbraucherpreisindex-Bericht der nächsten Woche, der weitere Klarheit darüber schaffen wird, ob sich die Inflation auf dem allmählichen Abwärtspfad befindet, den die UBS und andere Prognostiker erwarten. Auch die Energiemärkte bleiben im Blickpunkt, da die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran nach Spannungen andauern, die Ende Februar aufgetreten waren.