Gold peilt 5.000 Dollar an – UBS unterstützt Rally nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten
Wichtige Erkenntnisse
- •Gold stieg am Freitag um 2,3 % auf 4.340,70 US-Dollar pro Unze und verbuchte einen wöchentlichen Gewinn von 7,2 %. Silber legte 3,1 % auf 63,33 US-Dollar zu und verzeichnete einen wöchentlichen Anstieg von 10 %.
- •Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Arbeitsplätze gegenüber einem erwarteten Zuwachs von 85.000, wodurch die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September von 57 % auf 42 % sank.
- •Die UBS hat ein Goldpreisziel von 5.000 US-Dollar pro Unze für die erste Hälfte 2027 festgelegt und erwartet, dass Zinssenkungen der Fed und sinkende reale Renditen die Anlagenachfrage stärken werden.
- •Die People's Bank of China kaufte im Juli 20 Tonnen Gold – der größte monatliche Zukauf seit Oktober 2023 – und verlängerte ihre Kaufserie auf 21 aufeinanderfolgende Monate.
- •Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn in etwa unverändert nach einem Anstieg von über 65 % im Jahr 2025. Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf den bevorstehenden CPI-Inflationsbericht der USA.

Der Goldpreis stieg am Freitag stark an, nachdem ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Erwartungen an eine Leitzinserhöhung der Federal Reserve gedämpft hatte, wobei die UBS ein langfristiges Preisziel von 5.000 US-Dollar pro Unze setzte.
Das Edelmetall stieg um 2,3 % auf 4.340,70 US-Dollar pro Unze – sein höchster Schlussstand seit dem 17. Juni. In der Wochenbilanz legte Gold um 7,2 % zu und verzeichnete damit seine beste Wochenperformance seit der am 23. Januar endenden Woche.
Auch Silber stieg und gewann 3,1 % auf 63,33 US-Dollar pro Unze – sein bester Schlussstand seit dem 22. Juni. Silber stieg in der Woche um 10 % und erzielte damit sein stärkstes Ergebnis seit Ende Februar.
Schwacher Arbeitsmarktbericht verschiebt Zinserwartungen
Das Bureau of Labor Statistics meldete, dass die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Arbeitsplätze verlor und damit deutlich hinter dem erwarteten Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen zurückblieb.
Der Bericht korrigierte zudem die Vormonate nach unten. Die Jobgewinne im Juni wurden von einer ursprünglichen Schätzung von 57.000 auf 20.000 reduziert, während die Zahl für Mai von 129.000 auf 63.000 sank.
Die Händler reagierten schnell auf die Daten. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September fiel laut dem FedWatch-Tool der CME Group von 57 % vor dem Bericht auf 42 %. Die Arbeitsmarktdaten gehören zu den am stärksten beobachteten Eingangsgrößen für geldpolitische Entscheidungen der Fed, da eine Schwäche am Arbeitsmarkt die Argumentation für eine restriktive Zinspolitik erschwert.
UBS setzt Preisziel von 5.000 US-Dollar
Ulrike Hoffmann-Burchardi, Chief Investment Officer bei der UBS, erklärte in einem Kommentar, dass der Gold-Rally eine grundlegende Unterstützung zugrunde liegt. Ihr Team erwartet, dass der Preis in der ersten Hälfte 2027 5.000 US-Dollar pro Unze erreicht.
Die UBS erklärte, sie erwarte eine allmähliche Abschwächung der Inflation, was der Fed ermöglichen würde, die Zinsen in diesem Jahr stabil zu halten, bevor 2027 gesenkt wird. Niedrigere Zinserwartungen würden die realen Renditen senken, den US-Dollar belasten und die Anlagenachfrage nach Gold steigern. Gold bewegt sich traditionell entgegengesetzt zu realen Renditen, da das Metall keine Zinseinkünfte bietet und attraktiver wird, wenn konkurrierende zinstragende Anlagen an Vorteil verlieren.
Die Bank erklärte, dass Preisrückgänge in Richtung 4.000 US-Dollar pro Unze Möglichkeiten zum Aufbau langfristiger Positionen bieten könnten.
Zu den kurzfristigen Risiken zählen steigende Ölpreise oder eine aggressivere Zinserwartung der Märkte für die Fed. Beide Szenarien könnten Anleihen attraktiver machen und einen Abwärtsdruck auf den Goldpreis ausüben.
Zentralbanken und chinesische Käufer treiben Nachfrage an
Die Käufe von Zentralbanken haben dem Goldpreis eine stetige Unterstützung geboten. Die People's Bank of China hat seit 21 aufeinanderfolgenden Monaten Gold gekauft. Im Juli kaufte die PBOC 20 Tonnen Gold – der größte monatliche Zuwachs seit Oktober 2023 laut dem World Gold Council. Die Akkumulation der PBOC ist Teil eines umfassenderen Musters der Goldnachfrage des öffentlichen Sektors, da Zentralbanken in Schwellenländern in den letzten Jahren ihre Reserven weg vom Dollar diversifiziert haben.
Auch chinesische Investoren und Zuflüsse in Exchange Traded Funds haben zum jüngsten Preisanstieg beigetragen. Der SPDR Gold Shares ETF und verwandte Goldfonds verzeichneten parallel zur Preisbewegung anhaltende Zuflüsse.
Marktausblick
Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn in etwa unverändert geblieben, nach einem Anstieg von über 65 % im Jahr 2025.
Die Märkte werden nun ihre Aufmerksamkeit auf den CPI-Inflationsbericht der USA in der kommenden Woche richten, einem wichtigen Barometer, den die Fed neben den Beschäftigungsdaten verwendet, um einzuschätzen, ob der Preisdruck auf Kurs bleibt. Auch die Ölpreise werden genau beobachtet, da zwischen den USA und dem Iran noch keine Einigung erzielt wurde nach dem Konflikt, der Ende Februar begann.