Asiatisches Update zum Metallmarkt: Ausblick auf Gold und Silber, technische Silber-Marken für August 2026
Wichtige Erkenntnisse
- •Analyst Chintan Karnani erwartet, dass Spot-Gold innerhalb von zwei Jahren 10.000 US-Dollar erreichen und Silber über 200 US-Dollar steigen könnte, sofern Gold über 3.840 US-Dollar und Silber über 52,00 US-Dollar bleibt.
- •Der bullische Ausblick wird vor allem durch erwartete Zinssenkungen der Federal Reserve gestützt; die Zinsen sollen bis zum Ende der aktuellen Präsidentschaftsperiode im Januar 2029 in die Nähe von null fallen.
- •Zentralbanken sind weiterhin verlässliche Nettokäufer von Gold, und der Pro-Kopf-Goldbedarf steigt in nahezu jedem Land, auch in Regionen wie Europa und den USA, die Gold historisch untergewichtet haben.
- •Indiens Festtagssaison von Ende August bis November dürfte die Gold- und Silbernachfrage deutlich erhöhen, wobei Silberverkäufe nach Einschätzung des Analysten Gold um ein Vielfaches übertreffen werden.
- •Karnani warnt, dass der extrem bullische Ausblick für Kupfer und Nichteisenmetalle innerhalb von 18 Monaten auf eine größere Blase hindeuten könnte, die auch die Edelmetallpreise beeinflussen könnte.

Asiatisches Update zum Metallmarkt für den 10. August 2026
Von Chintan Karnani
Chintan Karnani, Metallmarktanalyst bei GoldSeek, erklärt, dass sich bei Gold und Silber langfristige Tiefpunkte gebildet haben. Er geht davon aus, dass der Spot-Goldpreis in den nächsten zwei Jahren bis auf 10.000 US-Dollar steigen könnte, sofern er über 3.840 US-Dollar bleibt. Ebenso sieht er Spot-Silber im selben Zeitraum möglicherweise über 200,00 US-Dollar steigen, sofern es über 52,00 US-Dollar bleibt.
Der Analyst führt diesen Ausblick auf erwartete Zinssenkungen bei den kommenden Sitzungen der Federal Reserve zurück und prognostiziert, dass die Zinsen vor dem Ende der aktuellen Präsidentschaftsperiode im Januar 2029 in die Nähe von null fallen werden. Niedrigere Zinsen verringern die Opportunitätskosten für das Halten nicht verzinslicher Vermögenswerte wie Gold und Silber, ein Zusammenhang, der die Edelmetallpreise in Phasen geldpolitischer Lockerung historisch gestützt hat. Er behauptet zudem, dass die Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten in den kommenden Monaten so gesteuert werde, dass Zinssenkungen gerechtfertigt werden.
Karnani sagt, er habe in seiner Kolumne auch nach dem Markteinbruch im Januar an einer bullischen Haltung festgehalten, und er beabsichtige, für das kommende Jahr weiterhin positive Einschätzungen zu Gold und Silber zu vertreten. Er nennt eine konkrete Bedingung, unter der sich sein Ausblick als falsch erweisen würde: Gold- und Silberpreise würden nur dann wieder in eine bärische Phase eintreten und unter die Tiefststände vom Juli 2026 fallen, wenn US-Aktien an fünfzehn aufeinanderfolgenden Handelstagen stark einbrechen — ein Szenario, das er bis nach den Wahlen zum US-Senat für äußerst unwahrscheinlich hält.
Makro- und geopolitische Einschätzung
Karnani merkt an, dass derzeit nur wenige für die nächsten zwei Jahre mit einer Rezession oder Depression rechnen, er selbst jedoch nicht überrascht wäre, wenn die Welt in diesem Zeitraum eine Rezession oder Depression erleben würde.
Der Analyst beschreibt, was er als Umgestaltung der globalen geopolitischen Lage bezeichnet. Er verweist darauf, dass Trump zu seiner Handelspolitik mit Zöllen zurückkehrt, wobei Indien und China Berichten zufolge mit Zöllen von 100 % konfrontiert seien. Er zieht Parallelen zwischen Trumps Vorgehen und der historischen East India Company und bezeichnet Japan und Venezuela als bereits „erobert“, Kuba sei „als Nächstes dran“. Nepal und Bangladesch charakterisiert er als „Marionettenregierungen“ und behauptet, Pakistan sei „an Trump verkauft“ worden. Diese Aussagen spiegeln die persönlichen geopolitischen Ansichten des Analysten wider.
Zu Industriemetallen stellt Karnani fest, dass Kupfer und Nichteisenmetalle in diesem Jahr gestiegen sind, und er meint, ein extrem bullischer Ausblick könne innerhalb von 18 Monaten auf eine größere Blase hindeuten, die auch Edelmetalle erfassen könnte. Kupfer, das weithin als Frühindikator für die globale Industrieaktivität beobachtet wird und wegen seiner Empfindlichkeit gegenüber der Konjunktur manchmal „Dr. Copper“ genannt wird, hat im Zuge der Energiewende und der Nachfrage nach Elektrifizierungsmetallen verstärkte Aufmerksamkeit erhalten. Er argumentiert, dass eine extrem schuldengetriebene Geschäftsausweitung mit sehr langer Anlaufzeit ernsthaft auf Alternativen überprüft werden sollte.
Goldnachfrage-Trends
Auf der Nachfrageseite berichtet Karnani, dass der Pro-Kopf-Goldbedarf in nahezu jedem Land steigen werde. Er hebt hervor, dass Europa und die USA — Regionen, in denen Privatanleger Gold historisch eher untergewichtet haben — monatlich steigende Investitionen in physisches Gold verzeichnen. Auch Zentralbanken seien in den vergangenen Jahren verlässliche Nettokäufer von Gold gewesen und hätten damit eine strukturelle Nachfrageschicht geschaffen, die die Nachfrage von Privatanlegern und institutionellen Käufern ergänzt.
Der Analyst verweist auf Käufe bei Rücksetzern und erwartet, dass dieses Muster in den nächsten zwei Wochen anhält. Außerdem nennt er die Festtagssaison in Indien, die von der letzten Augustwoche bis Ende November dauert, als wichtigen Treiber der Gold- und Silbernachfrage. Indien zählt zusammen mit China regelmäßig zu den zwei größten Goldverbrauchern der Welt, weshalb die saisonalen Nachfrageverläufe von den globalen Metallmärkten genau beobachtet werden. Er geht davon aus, dass die Verkäufe von Silber in allen Formen in der Festtagssaison um ein Vielfaches über denen von Gold liegen werden.
Technische Marken für Spot-Silber
- Aktueller Marktpreis: 63,85 US-Dollar
- 100-Tage-Simple Moving Average: 60,63 US-Dollar
- Wichtiger intraday Widerstand: 65,40 US-Dollar und 68,29 US-Dollar
- Wichtige intraday Unterstützung: 62,90 US-Dollar und 61,80 US-Dollar
Intraday-Ausblick: Karnani erklärt, dass Spot-Silber schnell steigen werde, wenn es über 63,92 US-Dollar handelt, mit Zielen bei 65,41 US-Dollar, 67,78 US-Dollar und höher. Er stellt klar, dass Spot-Silber auf Tagesschlussbasis über 61,99 US-Dollar schließen muss, um bis zum Schluss am Donnerstag in einer bullischen Zone zu bleiben.
Das Kursverhalten von Silber spiegelt seine Doppelfunktion als Edel- und Industriemetall wider. Nach Angaben des Silver Institute entfallen auf industrielle Anwendungen — darunter Solar-Photovoltaikzellen, Elektronik und Automobilkomponenten — typischerweise rund die Hälfte der jährlichen Gesamtnachfrage nach Silber, sodass das Metall sowohl auf geldpolitische Veränderungen als auch auf industrielle Zyklusbewegungen reagieren kann.
Er rät risikoarmen Händlern, sich bis Ende August auf den Intraday-Handel mit Silber (Spot, Futures und ETF) zu konzentrieren, und erwartet in diesem Zeitraum täglich starke Gap-up-Eröffnungen bei Handelsbeginn in Singapur. Für risikoarme Anleger empfiehlt er als bevorzugten Ansatz einen systematischen Sparplan (SIP) — entweder in physischem Metall oder in ETFs. Er warnt davor, dass Derivatehandel mit Silber für risikoarme Marktteilnehmer nicht geeignet ist, und fordert Anleger auf, ihr eigenes Risikoprofil zu prüfen, bevor sie an Silber-Futures an einer beliebigen Rohstoffbörse der Welt teilnehmen.
Hinweise und Methodik
Alle Einschätzungen in diesem Bericht gelten, sofern nicht anders angegeben, intraday. „Holds“ bezieht sich auf Positionen auf Tagesschlussbasis. Preise und Notierungen sind, sofern nicht anders vermerkt, in US-Dollar angegeben. Nachrichtenquellen stammen aus Reuters Newswires, und die technische Analyse erfolgt mit TradingView-Software.
Haftungsausschluss
Die dargestellten Anlageideen werden als unabhängige Ansichten für das gemeinsame Lernen und zu akademischen Zwecken beschrieben; dem Autor entsteht daraus kein kommerzieller Vorteil. Sie sind nicht als Anlageberatung zu verstehen. Lesern wird empfohlen, vor Umsetzung einer Empfehlung eigenes Urteilsvermögen anzuwenden und einen Finanzberater zu konsultieren. Der Autor erklärt, dass er für Gewinne oder Verluste, die aus Handlungen auf Grundlage dieser Ideen entstehen, nicht verantwortlich ist.
Offenlegung: Karnani erklärt, dass er an Indiens Rohstoffbörse MCX handelt und offene Positionen in MCX-Rohstoff-Futures hält. Er handelt keine CME-Futures oder OTC-Spot-Gold und Spot-Silber.
Folgen auf X (Twitter): @chintankarnani