NachrichtenRohstoffe & ForexGold testet Wochenhoch, da CPI-Bericht Zinserhöhungserwartungen dämpft

Gold testet Wochenhoch, da CPI-Bericht Zinserhöhungserwartungen dämpft

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Gold stieg um 67 $ auf 4.434 $, erreichte ein Tageshoch von 4.440 $ und hat seit dem 5. August rund 10 % zugelegt.
  • Der jüngste CPI-Bericht entsprach den Markterwartungen und bestätigte die Einschätzung, dass die Federal Reserve keinen unmittelbaren Anlass hat, die Zinsen zu erhöhen.
  • Die berichtete US-Intervention auf dem Yen-Markt zur Schwächung des Dollar wird weithin als bullischer Treiber für Gold als Absicherung gegen die Entwertung von Währungen angesehen.
  • Der von der Trump-Regierung vorgeschlagene Kapitalertragsteuernachlass könnte das Bundesdefizit erweitern und die Attraktivität von Gold als Inflationsabsicherung stärken.
  • Die nächste bedeutende technische Widerstandsmarke für Gold liegt bei 4.500 $, während Allzeithochs in der Nähe von 5.500 $ als fernes Ziel gelten.
Gold testet Wochenhoch, da CPI-Bericht Zinserhöhungserwartungen dämpft

Gold verzeichnete eine weitere starke Sitzung, kletterte um 67 $ auf 4.434 $ und übertraf dabei das am Vortag erzielte Wochenhoch.

Das Edelmetall hat seit dem 5. August ein bemerkenswertes Comeback hingelegt und über eine Reihe robuster Handelstage rund 10 % zugelegt. Der Aufschwung wurde durch schwächere US-Wirtschaftsdaten gestützt, darunter der Bericht über die Nicht-Landwirtschafts-Beschäftigung vom Freitag. Der heutige CPI-Bericht untermauerte diese Entwicklung zusätzlich, lag im Einklang mit den Schätzungen und verdeutlichte, dass für die Federal Reserve kein Druck besteht, die Zinsen zu erhöhen. Da Gold keine Zinsen abwirft, verringern niedrigere Zinserhöhungserwartungen die Opportunitätskosten der Haltung des Metalls, wodurch es im Vergleich zu zinstragenden Anlagen attraktiver wird. Die Daten lösten ein breites, aber moderates Verkaufen des US-Dollars aus, wobei Gold kurz nach Veröffentlichung des Berichts ein Tageshoch von 4.440 $ erreichte. Da Gold in Dollar gehandelt wird, führt eine Dollarschwäche in der Regel zu höheren Goldpreisen für internationale Käufer.

Ein weiterer Faktor, der die Nachfrage nach Gold antreibt, sind Berichte über eine US-Intervention auf dem Yen-Markt mit dem Ziel, den Dollar zu schwächen. Es kursieren Gerüchte über Verkäufe von US-Staatsanleihen und das Eingreifen von Finanzminister Bessent zur Abwehr dieser Entwicklungen. Auf den ersten Blick wird die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten durch Interventionen aktiv eine Schwächung des Dollar anstreben, weithin als bullischer Treiber für Gold angesehen, das historisch als Absicherung gegen die Entwertung von Währungen gedient hat.

Auf geopolitischer Ebene würde Frieden zwar wohl das günstigste Ergebnis für Gold darstellen, doch die Vereinigten Staaten scheinen in einen langwierigen Konflikt verstrickt zu sein, ohne klare Ausstiegsstrategie. Die Sorge für Gold besteht darin, dass eine Fortsetzung der Feindseligkeiten einen neuen Anstieg der Ölpreise auslösen könnte, sobald strategische Reserven abgebaut werden. In der Q2-Konferenzschaltung von Saudi Aramco wies das Unternehmen auf eine besorgniserregende Versorgungsdynamik hin:

"Die globale Ölnachfrage ist widerstandsfähig geblieben, da der Versorgungsschock durch geschätzte 9 Millionen Barrel pro Tag an Entnahmen aus strategischen Ölreserven und kommerziellen Beständen sowie rund 2 Millionen Barrel pro Tag an Nachfragemanagement verschleiert wurde."

Wenn die Ölpreise ausgehend vom aktuellen Niveau deutlich steigen, könnte es erneuten Druck auf Nationen geben, Goldreserven zu verkaufen, um Währungen zu stabilisieren oder Importe zu finanzieren. Höhere Energiekosten fließen zudem in die Inflationserwartungen ein, ein weiterer Faktor, der traditionell die Nachfrage nach Gold als Wertspeicher stützt.

Darüber hinaus brachte die Trump-Regierung diese Woche einen Vorschlag für eine Senkung der Kapitalertragsteuer ins Spiel, die wahrscheinlich über eine Indexierung umgesetzt würde. Ein solche Maßnahme könnte zwar politisch populär sein, doch ihre Umsetzung würde das Bundesdefizit weiter ausweiten und die Bedenken verstärken, dass in Washington fiskalische Disziplin fehlt. Steigende Defizite können die Sorgen vor langfristiger Inflation und der Nachhaltigkeit der US-Verschuldung verschärfen – beides Faktoren, die die Attraktivität von Gold als Absicherung tendenziell stärken.

Insgesamt bleibt der langfristige Fundamentalfall für Gold überzeugend. Eine Rückkehr zu den Allzeithochs in der Nähe von 5.500 $ bleibt ein fernes Ziel, doch die nächste bedeutende technische Hürde liegt bei 4.500 $.

Quelle: Investinglive

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.