Gold hält sich am 4. August 2026 über 4.100 $ trotz Spannungen mit dem Iran
Wichtige Erkenntnisse
- •Gold-Dezember-Futures stiegen bis zum frühen Handel am 4. August 2026 auf 4.136,30 $ pro Feinunze und setzten damit einen Gewinn von 22 % im Vorjahresvergleich fort.
- •Präsident Trump bezeichnete seine provokativen Äußerungen als letzte Chance für den Iran, eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz zu erreichen, nachdem er einen großen Angriff auf den Iran abgesagt hatte, an dem wahrscheinlich Israel beteiligt gewesen wäre.
- •Die Straße von Hormuz transportiert etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs, wodurch jede Unterbrechung zu einer direkten Bedrohung für die Energiemärkte wird und die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen verstärkt.
- •Anhaltende Goldkäufe von Zentralbanken, insbesondere von Schwellenländern, die ihre Dollarabhängigkeit reduzieren, haben neben der geopolitischen Prämie strukturelle Unterstützung für die Preise geboten.
- •Experten warnen, dass Goldinvestoren mehreren Risiken gegenüberstehen, darunter das Preisrisiko in der Nähe von Rekordhöchstständen, das Spekulationsrisiko aufgrund unvorhersehbarer makroökonomischer Faktoren und die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise empfindlich auf die laufenden Entwicklungen im Iran-Konflikt reagieren.

Gold-(GC=F)-Dezember-Futures eröffneten am Dienstag, den 4. August 2026, bei 4.109,60 $ pro Feinunze, 0,5 % über dem Schlusskurs vom Montag. Bis 08:03 Uhr ET war der Preis weiter auf 4.136,30 $ pro Feinunze gestiegen.
Das Edelmetall hielt weiterhin über 4.100 $ und gewann im frühen Handel an Wert trotz provokativer Äußerungen von Präsident Donald Trump. Während der Präsident andeutete, dass seine Bemerkungen dazu dienen sollten, eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz zu beschleunigen, wiesen Analysten darauf hin, dass sie den Konflikt verlängern und die Energiekosten noch weiter in die Höhe treiben könnten. Die Straße von Hormuz ist einer der kritischsten Öl-Transportengpässe der Welt, durch den etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs fließt, was jede Unterbrechung zu einer direkten Bedrohung für die Energiemärkte macht und die traditionelle Attraktivität von Gold als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Unsicherheit verstärkt.
„Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben“, sagte Trump am Montag vor Reportern. „Sie werden es heute oder morgen erfahren. Ich meine, es wird schnell gehen, auf die eine oder andere Weise. Es ist nicht sehr komplex.“
Der Präsident bezeichnete dies als „letzte Chance“ für den Iran, eine Vereinbarung zu erreichen, nachdem er abgesagt hatte, was er als einen großen Angriff auf die Islamische Republik über das Wochenende bezeichnet hatte, an dem wahrscheinlich Israel beteiligt gewesen wäre.
Goldpreis-Entwicklung
Der Eröffnungspreis von Gold-Futures am Dienstag lag 0,5 % über dem Eröffnungspreis vom Montag. Im Vergleich zu wichtigen Vorperioden:
- Vor einer Woche: +2,1 %
- Vor einem Monat: +1,0 %
- Vor einem Jahr: +22 %
Der Jahresgewinn des Edelmetalls erreichte am 29. Januar 95,6 %.
Risiken und Überlegungen für Goldinvestoren
Wie bei jeder Anlage birgt Gold das Risiko eines finanziellen Verlusts. Laut Goldexperten sollten potenzielle Anleger vier Hauptrisiken verstehen: Preis, Spekulation, Opportunitätskosten und Betrug.
Preisrisiko
Anleger, die Gold kaufen, wenn das Edelmetall in der Nähe von Rekordhöchstständen notiert, sehen sich einem inhärenten Preisrisiko gegenüber. „Hoch zu kaufen und auf kurzfristig höhere Kurse zu hoffen, ist eine schwierige Strategie“, sagte Darrell Fletcher, Managing Director Commodities bei Bannockburn Capital Markets.
Trotz der erhöhten Preise stellte Fletcher fest, dass eine positive Dynamik das Edelmetall stützt. Gold erholt sich von jahrzehntelang niedrigen Preisen und hat sich zunehmend als Diversifikationsanlage bei Zentralbanken und Privatanlegern etabliert. Anhaltende Goldkäufe von Zentralbanken, insbesondere von Schwellenländern, die ihre Dollarabhängigkeit reduzieren möchten, waren ein struktureller Nachfragetreiber, der die Preise neben der aktuellen geopolitischen Prämie stützt.
Angemessene Erwartungen, ein langer Zeithorizont und eine sachgerechte Allokation können helfen, das Preisrisiko zu begrenzen. „Gold sollte nicht als Treiber für extrem hohe Renditen angesehen werden – es dient in erster Linie als Stabilisator in einem diversifizierten Portfolio“, erklärte Alex Tsepaev, Chief Strategy Officer der B2PRIME Group.
Spekulationsrisiko
Thomas Winmill, Portfolio Manager bei Midas Funds, ermutigt Anleger, Positionen in Goldbarren, Münzen und ETFs als spekulativ zu betrachten. Gold ist ein Rohstoff, und „Rohstoffpreise hängen von makroökonomischen, politischen, industriellen und finanziellen Faktoren ab, die unvorhersehbar und in einigen Fällen unbekannt sind.“
Trotz seiner jüngsten starken Entwicklung bleibt Gold ein unberechenbares Asset. Dies bei Handelsentscheidungen im Hinterkopf zu behalten, kann Anleger vor Überexposition und unrealistischen Erwartungen schützen. Da die Situation mit dem Iran noch ungelöst ist und der Status der Straße von Hormuz ungewiss bleibt, werden die Goldpreise voraussichtlich kurzfristig empfindlich auf Entwicklungen in dem Konflikt reagieren.