Rohöl erholt sich auf gemischte US-Iran-Signale, während Wochenendrisiko die Preise stützt
Wichtige Erkenntnisse
- •Präsident Trump kündigte an, geplante Militärschläge gegen den Iran abgesagt zu haben, und behauptete, beide Seiten hätten sich auf ein Rahmenabkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz geeinigt.
- •Der Iran wies Trumps Behauptungen öffentlich zurück und erklärte, dass die Straße von Hormuz weiterhin geschlossen bleibt, was widersprüchliche Signale für die Ölmarktteilnehmer erzeugt.
- •Rohölpreise werden ohne bestätigte Deeskalation voraussichtlich nach oben driften, wobei der Aufwärtsdruck aufgrund geopolitischer Risikoprämien in Richtung Wochenende potenziell an Dynamik gewinnen könnte.
- •Die technische Analyse zeigt eine Konsolidierung zwischen der Unterstützung bei 78,00 und dem Widerstand bei 87,00 im 4-Stunden-Chart, mit der nächsten signifikanten Unterstützung bei 68,00 bei einem Bruch.
- •Bevorstehende US-Wirtschaftsdatenveröffentlichungen einschließlich JOLTS, ADP-Beschäftigung, ISM-Services-PMI, Erstanträge auf Arbeitslosengeld und Non-Farm-Payrolls könnten das Nachfrageempfinden für Rohöl über Dollarbewegungen beeinflussen.

Rohöl begann die Handelswoche mit einer deutlichen Abwärtslücke, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, geplante Militärschläge gegen den Iran abzusagen. Trump erklärte, dass beide Seiten den Rahmen für eine Vereinbarung erreicht hätten, die die sofortige und vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormuz beinhalten würde – einer engen Schiffspassage, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten täglichen Ölverbrauchs transportiert wird. Er betonte, dass jeder Waffenstillstand von einer schnellen Vertragsfinalisierung abhängig bleibe.
Diese Entwicklung erscheint konsistent mit Trumps wiederholtem Ansatz der „Eskalation zur Deeskalation“, der historisch gesehen eine Decke für Ölpreisaufschläge gesetzt hat. Der Iran wies Trumps Behauptungen jedoch öffentlich zurück und bekräftigte, dass die Straße von Hormuz weiterhin geschlossen sei. Dieser Widerspruch zwischen den beiden Seiten zwingt die Marktteilnehmer, sich durch konfliktäre Signale zu manövrieren, da weder ein bestätigter Waffenstillstand noch eine bestätigte Eskalation als Anker für die Positionierung dienen kann.
Ohne weitere Deeskalation und bestätigte Verhandlungsfortschritte wird erwartet, dass die Ölpreise nach oben driften, wobei der Aufwärtsdruck in Richtung Wochenende aufgrund des Risikos überraschender US-Militäraktionen möglicherweise an Dynamik gewinnt. Dieses Muster spiegelt ein verbreitetes Marktverhalten wider, bei dem Handler vor Wochenenden eine geopolitische Risikoprämie in die Preise einbauen, da geschlossene Märkte nicht unmittelbar auf aktuelle Entwicklungen reagieren können.
Technische Analyse – Tageschart
Im Tageschart ist Rohöl erneut in Richtung einer Unterstützungszone um das Niveau von 78,00 zurückgefallen. Käufer traten mit definiertem Risiko unterhalb dieser Unterstützung in den Markt ein und positionierten sich für einen potenziellen Anstieg zu neuen Hochs. Verkäufer hingegen bräuchten einen entscheidenden Bruch unter die Unterstützungszone, um den Weg in Richtung der nächsten signifikanten Unterstützung bei 68,00 zu öffnen.
Technische Analyse – 4-Stunden-Chart
Im 4-Stunden-Chart deutet die Preisaktion auf eine mögliche Konsolidierung zwischen der Unterstützung bei 78,00 und dem Widerstand bei 87,00 hin. Die Marktteilnehmer werden voraussichtlich weiterhin in dieser Spanne handeln – Kauf nahe der Unterstützung und Verkauf nahe dem Widerstand – bis es zu einem Ausbruch in eine der beiden Richtungen kommt.
Technische Analyse – 1-Stunden-Chart
Im 1-Stunden-Chart wird erwartet, dass die Preisbewegung seitlich bleibt, bis eine neue substanzielle US-Iran-Entwicklung eintritt. Die durchschnittliche Tagesspanne für die Sitzung ist durch die roten Linien im Chart markiert.
Bevorstehende wirtschaftliche Katalysatoren
Diese Daten aus dem Arbeitsmarkt und dem Dienstleistungssektor können den US-Dollar und breitere Wachstumserwartungen beeinflussen, die beide in das Nachfrageempfinden für Rohöl einfließen, da Öl in Dollar notiert ist.
- Heute: US-Daten zu offenen Stellen (JOLTS)
- Morgen: US-ADP-Beschäftigungsveränderung und ISM-Services-PMI
- Donnerstag: US-Erstanträge auf Arbeitslosengeld
- Freitag: US-Non-Farm-Payrolls-Bericht (NFP)
Die laufenden Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran werden die ganze Woche über im Fokus der Rohölmärkte bleiben.
Quelle: Investinglive