Vom SEBI-Warnsignal zum IREDA-Betrugsvermerk und CBI-Fall: Wie sich die Kontroverse um Gensol-BluSmart zuspitzte
Wichtige Erkenntnisse
- •SEBI untersagte Anmol Singh Jaggi und Puneet Singh Jaggi in einer Zwischenverfügung vom April 2025 den Zugang zum Wertpapiermarkt sowie die Tätigkeit als Direktoren oder leitende Führungskräfte in börsennotierten Unternehmen.
- •SEBI erklärte, Gensol und Gensol EV Lease hätten Kredite über 978 crore ₹ für den Kauf von 6.400 EVs aufgenommen, tatsächlich seien aber nur 4.704 Fahrzeuge beschafft worden, sodass rund 262 crore ₹ nicht für den angegebenen Zweck verwendet wurden.
- •IREDA stufte die Kreditkonten von Gensol Engineering und Gensol EV Lease mit einem Gesamtvolumen von 672,74 crore ₹ als Betrug ein und meldete dies an die RBI.
- •Die CBI hat nun einen Fall im Zusammenhang mit den IREDA-Krediten über 672,74 crore ₹ registriert und die Angelegenheit damit in eine strafrechtliche Untersuchung überführt.
- •BluSmart setzte die app-basierten Fahrbuchungen in Delhi-NCR und Bengaluru aus, und die Jaggi-Brüder traten später aus dem Gensol-Vorstand zurück.

Der Finanzierungsfall von Gensol Engineering über 672,74 crore ₹ hat sich deutlich verschärft — von den Feststellungen der Securities and Exchange Board of India (SEBI) zu Darlehen für Elektrofahrzeuge (EV) und mutmaßlicher Mittelumlenkung über die Einstufung von Kreditkonten als Betrug durch die Indian Renewable Energy Development Agency (IREDA) bis hin zu einer Untersuchung durch das Central Bureau of Investigation (CBI).
Hintergrund: Gensol und BluSmart
Gensol Engineering ist ein börsennotiertes indisches Unternehmen, das im Bereich Solar Engineering, Procurement und Construction (EPC) sowie im EV-Leasing tätig ist. BluSmart Mobility ist ein vollständig elektrischer, app-basierter Ride-Hailing-Dienst, der in Delhi-NCR und Bengaluru betrieben wurde und zu Indiens bekanntesten einheimischen Alternativen zu Uber und Ola im Segment des elektrischen Ride-Hailings gehörte. Beide Unternehmen haben dieselben Promotoren — die Brüder Anmol Singh Jaggi und Puneet Singh Jaggi —, wobei Gensol EVs an BluSmart als Related Party verleaste. Diese Struktur band die Flotte des Ride-Hailing-Dienstes an die Finanzierung der Promotorengruppe. Solche Arrangements der Promotorengruppe haben in einem Markt Aufmerksamkeit erregt, in dem SEBI die Offenlegungsvorschriften für Related-Party-Transaktionen börsennotierter Unternehmen verschärft hat.
Was SEBI feststellte
In einer Zwischenverfügung im April 2025 untersagte SEBI den Jaggi-Brüdern den Zugang zum Wertpapiermarkt sowie das Halten von Direktoren- oder leitenden Managementfunktionen in börsennotierten Unternehmen und verwies auf vorläufige Feststellungen zu Governance-Mängeln und Mittelumlenkung. Nach Angaben der Regulierungsbehörde nahmen Gensol und die Konzerngesellschaft Gensol EV Lease Kredite in Höhe von 978 crore ₹ von IREDA und der Power Finance Corporation (PFC) auf, um 6.400 EVs für das Leasing zu kaufen; tatsächlich wurden jedoch nur 4.704 Fahrzeuge beschafft, was darauf hindeutet, dass der Rest — rund 262 crore ₹ — nicht für den angegebenen Zweck verwendet wurde. SEBI beanstandete zudem, dass ein Teil des Geldes für private Zwecke verwendet worden sei, darunter der Kauf einer Wohnwohnung in Gurugram's DLF Camellias, und ordnete eine forensische Prüfung des Unternehmens an. Als Zwischenverfügung sind die Feststellungen vorläufig und Teil laufender aufsichtsrechtlicher Verfahren.
Die Folgen
Wenige Tage nach der SEBI-Verfügung setzte BluSmart die app-basierten Fahrbuchungen in Delhi-NCR und Bengaluru aus und stoppte damit einen Dienst, den Pendler in diesen Märkten als vollelektrische Alternative zu herkömmlichen Taxis und Aggregatoren genutzt hatten. Die Jaggi-Brüder traten anschließend aus dem Vorstand von Gensol zurück. Unabhängig davon durchsuchte die Enforcement Directorate (ED) im Zuge der ausgeweiteten Prüfung Räumlichkeiten, die mit den Promotoren verbunden waren, im Rahmen des Foreign Exchange Management Act (FEMA) und fügte den aufsichtsrechtlichen und später strafrechtlichen Verfahren eine Devisenkomponente hinzu.
IREDAs Betrugsvermerk
IREDA — ein staatseigenes Non-Banking-Finanzunternehmen mit Fokus auf die Finanzierung erneuerbarer Energien — teilte den Börsen später mit, dass es die Kreditkonten von Gensol Engineering und Gensol EV Lease — zusammen 672,74 crore ₹ — als Betrug eingestuft und die Einstufung gemäß den geltenden Vorschriften an die Reserve Bank of India (RBI) gemeldet habe. Nach dem Rahmenwerk der RBI zum Management von Betrugsrisiken ziehen als Betrug eingestufte Konten Rückstellungspflichten für Kreditgeber nach sich, zusätzlich zu Meldepflichten gegenüber der Zentralbank.
CBI wird aktiv
Die Kontroverse hat sich nun weiter zugespitzt: Die CBI hat im Zusammenhang mit den von IREDA aufgenommenen Krediten über 672,74 crore ₹ einen Fall registriert — und damit die Angelegenheit von der aufsichtsrechtlichen Durchsetzung in eine strafrechtliche Untersuchung überführt. Der Fall verläuft nun auf mehreren parallelen Schienen: SEBIs forensische Prüfung und weitere Verfahren, die FEMA-Untersuchung der ED, IREDAs Betrugsstufung und die CBI-Ermittlungen; deren Ergebnisse stehen jeweils noch aus.
Quelle: CNBC-TV18
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