Französische Inflation im Juli mit 2,1 % bestätigt – Kernpreise beschleunigen sich
Wichtige Erkenntnisse
- •Der endgültige französische CPI für Juli wurde mit 2,1 % im Jahresvergleich bestätigt, übereinstimmend mit der vorläufigen Schätzung und eine Beschleunigung gegenüber dem Juniwert von 1,8 %.
- •Die Kerninflation stieg im Juli von 1,0 % im Juni auf 1,3 %, wobei die Dienstleistungsinflation von 1,9 % auf 2,2 % zunahm.
- •Die Energiepreisinflation kletterte auf 12,6 %, angetrieben von einem Anstieg der Gaspreise um 17,7 % nach dem Auslaufen des staatlichen französischen Gaspreisschilds am 1. Juli 2025.
- •Auch der harmonisierte HICP-Wert von 2,4 % wurde bestätigt, nach 2,0 % im Vormonat.
- •Als zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums fließen Frankreichs festere Werte in die Inflationskennzahl ein, auf die die EZB ihr mittelfristiges Ziel von 2 % ausrichtet, was die Entscheidungsträger wachsam hält.

Endgültiger CPI für Juli: +2,1 % im Jahresvergleich, in Übereinstimmung mit der vorläufigen Schätzung von +2,1 %
Vorheriger Wert: +1,8 %
Endgültiger HICP für Juli: +2,4 % im Jahresvergleich, übereinstimmend mit der vorläufigen Schätzung von +2,4 %
Vorheriger Wert: +2,0 %
Die französische Jahresteuerung wurde für Juli mit 2,1 % bestätigt, was einen erneuten, breit gefächerten Anstieg des Preisdrucks widerspiegelt. Die Kernrate beschleunigte sich ebenfalls und stieg im Juli von 1,0 % im Juni auf 1,3 %. Als zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums kommt Frankreich in der eurozonenweiten Inflationskennzahl, auf die die EZB ihr mittelfristiges Ziel von 2 % ausrichtet, ein erhebliches Gewicht zu; festere nationale Werte fließen somit unmittelbar in das Bild ein, das die Entscheidungsträger vom Euroraum bewerten.
Die Kopfzahl wurde durch einen weiteren Sprung der Energiepreisinflation verstärkt, die im Juli nach einer Schätzung von 11,0 % im Juni auf 12,6 % kletterte – ein nach wie vor erhöhtes Niveau. Ein Großteil des Julianstiegs ging auf einen kräftigen Anstieg der Gaspreise zurück, die gegenüber der Junischätzung von +10,4 % um 17,7 % zulegten. Der Zeitpunkt fällt mit dem Auslaufen des staatlichen französischen Gaspreisschilds am 1. Juli 2025 zusammen, der die Rechnungen der Haushalte unter dem Marktniveau gehalten hatte.
Auch die Dienstleistungsinflation legte zu und erreichte im Juli 2,2 % gegenüber 1,9 % im Vormonat. Die Lebensmittelpreisinflation stieg leicht von 0,9 % auf 1,0 %.
Der HICP (harmonisierter Verbraucherpreisindex) ist die zu Vergleichszwecken über die EU-Mitgliedstaaten hinweg harmonisierte Inflationskennzahl; der CPI ist die nationale Kennzahl, die von INSEE, dem französischen Statistikamt, erhoben wird.
Insgesamt treibt die zähere Komponente der Dienstleistungsinflation die Kernpreise weiter nach oben – eine Dynamik, die die EZB wachsam bleiben lässt, insbesondere wenn sich der Trend nach dem Sommer fortsetzt. Dienstleistungskosten sind für die Entscheidungsträger der EZB wegen ihrer Verbindung zur inländischen Lohnentwicklung ein wiederkehrender Schwerpunkt, und kommende nationale wie eurozonenweite Veröffentlichungen werden zeigen, ob der Julianstieg ein Einzelfall war oder Teil eines breiteren Trends.
Quelle: ForexLive