Französische Wirtschaftstätigkeit stabilisiert sich im Juli durch starken Aufschwung im Dienstleistungssektor
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Composite-PMI Frankreichs stieg im Juli von 47,2 auf 49,6 und übertraf damit die Prognose von 47,8, deutete jedoch weiterhin auf einen marginalen Rückgang hin.
- •Der Dienstleistungs-PMI kletterte auf 49,8, ein Sieben-Monats-Hoch, da die Dienstleistungsnachfrage erstmals seit dem Vorjahres-November zunahm.
- •Das Verarbeitende Gewerbe verlor an Schwung: Der PMI fiel von 51,2 auf 50,0 und blieb damit unter der Erwartung von 51,0.
- •Die Beschäftigung im Privatsektor ging im Juli erneut zurück, und der Geschäftsoptimismus blieb trotz stärkerer PMI-Kernzahlen verhalten.
- •Die Inflation bei Input- und Output-Preisen ließ zum zweiten Monat in Folge nach, jedoch warnte S&P Global, dass Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Energiemärkte und die Wirtschaftsaussichten belasten könnten.

Die französischen Flash-Einkaufsmanagerindex-(PMI-)Daten für Juli zeigten eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftstätigkeit, angetrieben durch einen starken Aufschwung im Dienstleistungssektor, der einen Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe teilweise ausglich. Da PMI-Umfragen als zeitnahe Indikatoren für die operativen Bedingungen im Privatsektor gelten, deuten die Julizahlen eher auf eine Stabilisierung als auf eine breit angelegte Erholung hin, wobei der Composite-Index weiterhin knapp unter der 50,0er-Null-Linie liegt.
Flash-PMI-Werte für Juli
- Dienstleistungs-PMI: 49,8, deutlich über den erwarteten 47,5 und gestiegen gegenüber 46,8 im Juni
- Verarbeitendes Gewerbe (PMI): 50,0, unter den erwarteten 51,0 und gesunken gegenüber dem Vorwert von 51,2
- Composite-PMI: 49,6, über der Prognose von 47,8 und verbessert gegenüber 47,2
Der Dienstleistungswert markierte ein Sieben-Monats-Hoch und war der wichtigste Faktor, der die breitere französische Wirtschaft im Juli stützte. Bemerkenswerterweise stieg die Nachfrage nach Dienstleistungen zum ersten Mal seit November des Vorjahres, was ein gewisses Maß an Stabilisierung in der Gesamtwirtschaft brachte – auch wenn sich die Aktivität weiterhin marginal im Kontraktionsbereich befand, da Werte unter darauf hindeuten.
Die Aufspaltung zwischen Dienstleistungen und Verarbeitendem Gewerbe ist für die Interpretation der Veröffentlichung wichtig: Die Dienstleistungen lieferten den Großteil der Verbesserung, während das Verarbeitende Gewerbe gegenüber dem Vormonat an Schwung verlor und hinter den Erwartungen zurückblieb. Das lässt das Gesamtsignal gemischt erscheinen, da eine stärkere Nachfrage in einem Teil des Privatsektors durch eine schwächere Fabrikaktivität aufgewogen wird.
Beschäftigung und Optimismus bleiben schwach
Trotz der Verbesserung bei den Kernzahlen stand die Beschäftigung im Privatsektor weiterhin unter Druck und ging im Laufe des Monats erneut zurück. Der Geschäftsoptimismus blieb ebenfalls verhalten, was den ansonsten positiven Ton des Berichts dämpfte. Diese Details sind wichtig, da ein sich stabilisierender Kopf-PMI weniger nachhaltig sein kann, wenn Unternehmen bei Einstellungen und künftiger Aktivität zurückhaltend bleiben.
Ein ermutigenderes Zeichen ist, dass die Inflationsraten bei Input- und Output-Preisen zum zweiten Monat in Folge nachließen, was auf eine gewisse Abschwächung der Preisbelastungen im Privatsektor hindeutet. Die Inflationskomponenten sind auch für die Geldpolitik relevant, da sie aufzeigen, ob sich Kostendrücke bei gleichzeitigen Veränderungen der Aktivität abschwächen oder fortbestehen.
Geopolitische Risiken trüben die Aussichten
Erneute Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran brachten frische Unsicherheit in das Wirtschaftsbild, insbesondere hinsichtlich der Energiemärkte. S&P Global, das die PMI-Umfragedaten erstellt, warnte trotz der verbesserten Werte vor übertriebenem Optimismus:
"While the latest survey data brought with it good news in the form of the France PMI rising further from its May low and inflationary pressures easing, it feels overly optimistic to bank on this momentum continuing given renewed pressures on oil and gas markets in recent days. This also raises the odds of the European Central Bank delivering more monetary policy tightening, which would exacerbate these headwinds."
"Escalating tensions between the US and Iran bring fresh uncertainty about inflation, borrowing costs and geopolitics more broadly, and uncertainty has so often been to the detriment of the French economy in recent years."
Die nächsten zu beobachtenden Werte sind, ob der Dienstleistungssektor wieder über 50 steigen kann, ob das Verarbeitende Gewerbe nach dem Julirückgang wieder an Schwung gewinnen kann und ob die nachlassenden Preisbelastungen trotz der Unsicherheit an den Energiemärkten anhalten.