NachrichtenMakroFed-Entscheidung im Juli: Unsicherheit wächst, Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung steigt

Fed-Entscheidung im Juli: Unsicherheit wächst, Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung steigt

Autor: Bitcoinsistemi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im Juli sind auf eine Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel gestiegen, nach etwa 10 Prozent in der Vorwoche.
  • Der 18-köpfige FOMC ist gleichmäßig darüber gespalten, ob in diesem Jahr eine Zinserhöhung erforderlich ist: Die Hälfte erwartet mindestens eine Anhebung um 25 Basispunkte, die andere Hälfte rechnet mit keiner Änderung.
  • Fed-Chef Kevin Warsh hat seit seinem Amtsantritt keine klare geldpolitische Orientierung gegeben, sodass Anleger die Richtung der Fed aus Aussagen anderer Vertreter und Konjunkturdaten ableiten müssen.
  • Wieder steigende Ölpreise und Sorgen über Zölle verstärken die Erwartungen, dass die Fed einen aggressiveren Kurs gegen die Inflation einschlagen könnte.
  • Nur 12 der 18 FOMC-Teilnehmer besitzen Stimmrechte bei geldpolitischen Entscheidungen, sodass die interne Spaltung bei einer tatsächlichen Abstimmung ein anderes Gewicht haben könnte.
Fed-Entscheidung im Juli: Unsicherheit wächst, Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung steigt

Die bevorstehende geldpolitische Sitzung der Federal Reserve am 28. und 29. Juli entwickelt sich zu einer der unberechenbarsten Zinsentscheidungen der jüngeren Vergangenheit. Nick Timiraos, Reporter des Wall Street Journal und weithin als inoffizieller „Fed-Sprecher“ angesehen, berichtet, dass eine Kombination aus wieder steigenden Ölpreisen, erneuten Zollrisiken und zunehmend deutlichen Signalen einiger Fed-Vertreter zu möglichen Zinserhöhungen den Marktkonsens schwächt, wonach die Zinsen stabil bleiben werden.

Laut dem FedWatch-Tool der CME Group, das implizite Wahrscheinlichkeiten aus der Preisbildung von 30-Tage-Federal-Funds-Futures ableitet, sind die Markterwartungen für eine Zinserhöhung bei der Juli-Sitzung auf etwa ein Drittel gestiegen, nach rund 10 Prozent zum Ende der Vorwoche. Diese Verschiebung zeigt, dass Anleger Inflationsrisiken stärker in den Blick nehmen, die eine straffere geldpolitische Reaktion erforderlich machen könnten.

Die Uneinigkeit unter Fed-Vertretern über die Ausrichtung der Geldpolitik für den Rest des Jahres war bereits ausgeprägt. Von den 18 Mitgliedern des Federal Open Market Committee erwartete die Hälfte in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte, während die andere Hälfte keinen Änderungsbedarf sah. Zwar tragen alle 18 FOMC-Teilnehmer zur Summary of Economic Projections bei, doch nur 12 besitzen bei einer jeweiligen Sitzung Stimmrechte über geldpolitische Entscheidungen. Das bedeutet, dass die interne Spaltung bei einer tatsächlichen Abstimmung ein anderes Gewicht haben könnte. Diese interne Uneinigkeit hat den weiteren Kurs erheblich unklarer gemacht.

Die Unsicherheit wurde zusätzlich durch den Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, verstärkt, der seit seinem Amtsantritt darauf verzichtet hat, klare Hinweise zur Richtung der Geldpolitik zu geben. Da Warsh keine Forward Guidance geliefert hat, sind Anleger gezwungen, den wahrscheinlichen Kurs der Fed aus Aussagen anderer Vertreter und neuen Konjunkturindikatoren abzuleiten, insbesondere aus Inflationsdaten und Arbeitsmarktzahlen, die für das Doppelmandat der Fed aus Preisstabilität und maximaler Beschäftigung relevant sind.

Die jüngste Erholung der Ölpreise, verbunden mit Sorgen, dass Zölle zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise ausüben könnten, hat die Erwartungen verstärkt, dass die Fed im Kampf gegen die Inflation einen aggressiveren Kurs einschlagen könnte. Eine Zinserhöhung würde die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft erhöhen, von Hypotheken bis hin zu Unternehmenskrediten, und hätte damit Folgen weit über die Finanzmärkte hinaus. Da die Vertreter jedoch gespalten sind, wird der Abstand zwischen den Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung und eine unveränderte Zinspause bei der Juli-Sitzung weiter kleiner.