NachrichtenMakroBritische Finanzaufsicht entwickelt Rahmen für den Handel mit tokenisiertem Gold

Britische Finanzaufsicht entwickelt Rahmen für den Handel mit tokenisiertem Gold

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die FCA entwickelt Regeln für tokenisierte Goldwerte und holt Feedback von Banken und Marktteilnehmern ein.
  • Die Behörden prüfen, ob digitale Goldtokens als Sicherheiten im Wholesale-Markt und zur Erfüllung bestimmter Margin-Verpflichtungen genutzt werden können.
  • Tokenisiertes Gold würde Eigentumsansprüche an physischem Gold darstellen, das von benannten Verwahrstellen gehalten wird.
  • Großbritannien treibt breitere Tokenisierungsinitiativen an den Finanzmärkten voran, darunter eine Digital Securities Sandbox und Pläne für eine tokenisierte Staatsanleihe vor Anfang 2027.
  • London bleibt das weltweit führende außerbörsliche Zentrum für den Goldhandel und wickelt rund 70% des globalen nominalen Goldhandelsvolumens ab.
Britische Finanzaufsicht entwickelt Rahmen für den Handel mit tokenisiertem Gold

Britannias Financial Conduct Authority (FCA) entwickelt regulatorische Standards für tokenisierte Goldwerte im Rahmen der umfassenderen Modernisierung des digitalen Finanzsystems des Landes. Vertreter der Behörde haben Banken und Marktteilnehmer in Gespräche über mögliche Rahmenwerke eingebunden, einschließlich der Nutzung digitaler Goldtokens als Sicherheiten in Wholesale-Finanzgeschäften.

FCA entwickelt Rahmen für digitales Gold

Die FCA prüft, wie tokenisiertes Gold innerhalb der bestehenden Finanzregulierung in Großbritannien funktionieren soll. Digitale Goldtokens stehen für rechtsverbindliche Eigentumsansprüche an physischem Gold, das von dafür benannten Verwahrstellen gehalten wird, und schlagen damit eine Brücke zwischen physischen Goldreserven und blockchainbasierten Übertragungsmechanismen.

Die Regulierer holen Branchenfeedback dazu ein, wie tokenisiertes Gold für Wholesale-Sicherheiten eingesetzt werden könnte, einschließlich der Erfüllung von Margin-Verpflichtungen für bestimmte außerbörsliche Derivatekontrakte und damit verbundene Transaktionen. Die Behörden sehen die Notwendigkeit umfassender Standards für Verwahrungsregelungen, Eigentumsnachweise, Abwicklungsverfahren und die Authentifizierung von Vermögenswerten.

Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund rekordhoher globaler Goldpreise im Jahr 2024, die das institutionelle Interesse an dem Metall als Sicherheiten- und Reservevermögen verstärkt haben. Tokenisierte Darstellungen könnten es ermöglichen, Gold schneller als Sicherheit zu mobilisieren als mit traditionellen Allokationsmethoden; die Standards der FCA werden jedoch bestimmen, wie solche Effizienzgewinne innerhalb der bestehenden Aufsichts- und Marktintegritätsregeln umgesetzt werden.

Obwohl die FCA physische Goldtransaktionen in Großbritannien nicht direkt beaufsichtigt, hat sie Zuständigkeit für goldbezogene Finanzinstrumente wie Derivate und börsengehandelte Produkte. Tokenisierung wirft daher Fragen dazu auf, wie bestehende Vorschriften auf blockchainrepräsentierte Edelmetalle anzuwenden sind.

Großbritannien beschleunigt den Ausbau der digitalen Infrastruktur für Vermögenswerte

Die Initiative für tokenisiertes Gold ist ein Bestandteil des breiteren britischen Vorhabens, die Infrastruktur der Finanzmärkte durch Tokenisierung zu transformieren. Die Bank of England hat zusammen mit anderen Regulierungsbehörden kontrollierte Experimente mit tokenisierten Finanzinstrumenten unterstützt. Zu den Zielen gehören eine Beschleunigung von Emission, Handelsausführung, endgültiger Abwicklung und Bereitstellung von Sicherheiten in den Wholesale-Märkten.

Sechzehn Finanzinstitute experimentieren derzeit über Britanniens Digital Securities Sandbox mit tokenisierten Wertpapieren, die beaufsichtigte Tests digitaler Emissions- und Abwicklungsmethoden unter realen Marktbedingungen ermöglicht. Zudem dürfen zugelassene Investmentfonds inzwischen Kapital in tokenisierte Darstellungen geeigneter Finanzinstrumente investieren.

Großbritannien plant, vor Anfang 2027 seine erste tokenisierte Staatsanleihe auf den Markt zu bringen. Die Behörden sehen tokenisierte Wertpapiere als Unterstützung für Handel, Abwicklung und Sicherheitenprozesse an regulierten Handelsplätzen; der Ansatz der FCA zur Goldregulierung könnte dieses Rahmenwerk potenziell auf Londons bedeutenden Goldmarkt ausweiten.

London will seine Führungsrolle im Goldmarkt sichern

London ist weiterhin das weltweit führende außerbörsliche Zentrum für internationale Goldtransaktionen und Abwicklungsdienstleistungen und wickelt laut Branchendaten rund 70% des weltweiten nominalen Goldhandelsvolumens ab. Diese Position veranlasst Großbritannien, die Goldmarktinfrastruktur zu modernisieren, während konkurrierende asiatische Finanzzentren ihre Kapazitäten ausbauen.

Hongkong und Shanghai haben ihre Stellung im Handel mit Edelmetallen und bei Innovationen im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen ausgebaut. Große Finanzinstitute haben tokenisierte Goldprodukte für Kunden in asiatischen Märkten eingeführt, was britische Regulierer dazu veranlasst, sicherzustellen, dass Londons Goldsektor angesichts des technologischen Wandels bei der Abwicklung wettbewerbsfähig bleibt.

Eine von der Regierung unterstützte Taskforce geht davon aus, dass Tokenisierung bis 2035 jährlich £33 billion zur britischen Wirtschaftsleistung beitragen könnte. Die FCA hat regulierte digitale Märkte als zentral für die Wettbewerbsstrategie des Landes positioniert, während sowohl die FCA als auch die Bank of England die Infrastruktur für eine breitere Teilnahme an tokenisierten Märkten weiter ausbauen.

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