Industrieproduktion im Euro-Raum wächst im August weiter, angeführt von Deutschland, zeigt PMI
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Industrieaktivität im Euroraum expandierte im August, wobei der endgültige PMI bei 52,7 lag, leicht unter dem vorläufigen Wert von 52,8, aber über den 51,9 von Juli.
- •Fabrikproduktion und Auftragseingänge stiegen so schnell wie seit Anfang 2022 nicht mehr, was auf eine breite Verbesserung der Industriekonjunktur hinweist.
- •Deutschland lieferte den größten positiven Beitrag und verzeichnete das stärkste Wachstum im verarbeitenden Gewerbe seit mehr als vier Jahren.
- •Der Inflationsdruck ließ weiter nach, obwohl das Preiswachstum bei Inputkosten und Outputpreisen über den Niveaus vor dem Konflikt blieb.
- •Das Geschäftsklima stieg den vierten Monat in Folge und lag über dem langfristigen Durchschnitt, was auf festere Nachfrageerwartungen hindeutet.

Eurozonen endgültiger Fertigungs-PMI für August 52,7 gegenüber 52,8 vorläufig
Zuvor 51,9
Die endgültige Schätzung bestätigt im August einen soliden Wert für die Industrieaktivität im Euroraum, wobei sowohl die Fabrikproduktion als auch die Auftragseingänge so schnell stiegen wie seit Anfang 2022 nicht mehr. Die Daten deuten auf eine breit angelegte Verbesserung der Produktionsbedingungen hin, in einer Zeit, in der Europas Industriesektor in den vergangenen zwei Jahren unter schwacher Nachfrage, höheren Finanzierungskosten und Lieferunterbrechungen gelitten hat.
Auch der Inflationsdruck ließ weiter nach, obwohl die Anstiegsraten bei Inputkosten und Outputpreisen weiterhin über den unmittelbar vor dem US-Iran-Konflikt verzeichneten Werten lagen. Das ist für die Geldpolitik relevant, da Preistrends im verarbeitenden Gewerbe zu den Signalen gehören, die im gesamten Währungsraum auf weiteres Nachlassen der Inflation beobachtet werden.
Den größten positiven Beitrag zum Gesamtergebnis leistete Deutschland, das den stärksten Monat des Wachstums im verarbeitenden Gewerbe seit mehr als vier Jahren verzeichnete. Das dürfte nach der anhaltenden Schwäche, die die Branche in den vergangenen Jahren begleitet hat, etwas Entlastung bringen, zumal Deutschland im industriellen Kern des Euroraums eine überproportional große Rolle spielt.
Auch das Geschäftsklima verbesserte sich im August erneut und markierte damit den vierten monatlichen Anstieg in Folge bei den Wachstumserwartungen für die kommenden 12 Monate. Der Gesamtoptimismus lag zudem über dem langfristigen Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass Unternehmen stabilere Nachfragebedingungen sehen als zu Jahresbeginn.
S&P Global erklärte:
"Der PMI-Bericht für August lieferte bisher die deutlichsten Anzeichen dafür, dass die Industriewirtschaft der Eurozone die Ölpreisschock- und angebotsbedingten Störungen infolge des Nahostkriegs bislang überwunden hat. Ein stärkeres Auftragsbuchwachstum, teils aufgrund einer Erholung der Exportnachfrage, sollte dieser Expansion zusätzlichen Halt geben. "
"Die Aufschlüsselung der PMI-Daten nach den drei wichtigsten Industriegruppen zeigte den Bereich der Vorleistungsgüter als größten Beitrag zum Produktionswachstum im verarbeitenden Gewerbe. Dazu gehören Schlüsselindustrien wie Chemie und Metalle sowie elektrische Ausrüstungen und elektronische Komponenten, was darauf hindeutet, dass auch der Euroraum von dem Tech-Superzyklus profitieren kann, selbst wenn er erst verspätet an Fahrt gewinnt. "
"Ein weiteres Nachlassen des Anstiegs der Erzeugerpreise, selbst inmitten anhaltender Volatilität an den Ölmarkten, trägt dazu bei, die breiteren Inflationssorgen zu lindern. Allerdings flacht das Tempo der Desinflation allmählich ab, und die Preisindikatoren des PMI liegen weiterhin deutlich über den Niveaus vor dem Krieg, was eine vorsichtige Haltung der geldpolitischen Entscheidungsträger im Euroraum noch verstärken könnte."