NachrichtenAktienEuropäische Leitindizes schließen gemischt, während Öl-Rally Energieaktien stützt und Anleiherenditen treibt

Europäische Leitindizes schließen gemischt, während Öl-Rally Energieaktien stützt und Anleiherenditen treibt

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die europäischen Märkte schlossen bei dünnem Handel gemischt, da die US-Märkte wegen Labor Day geschlossen waren; der Stoxx 600 endete nahezu unverändert bei 649,90.
  • Brent-Öl näherte sich 100 US-Dollar pro Barrel, stützte Energieaktien und befeuerte zugleich Inflationssorgen, die die Renditen zehnjähriger europäischer Anleihen in allen wichtigen Märkten steigen ließen.
  • Von der EZB wird am Donnerstag weithin eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet; die Deutsche Bank prognostiziert eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember.
  • Novartis gab nach enttäuschenden Arzneimittelstudien um 3,2 % nach und belastete damit Gesundheitsaktien.
  • Der deutsche DAX hinkte angesichts politischer Unsicherheit nach dem ersten Landtagswahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hinterher, während Frankreichs CAC 40 nach jüngsten Fiskalsorgen um 0,33 % zulegte.
Europäische Leitindizes schließen gemischt, während Öl-Rally Energieaktien stützt und Anleiherenditen treibt

Europäische Aktien beendeten den Handelstag in relativ ruhigem Umfeld mit gemischten Vorzeichen, während die US-Märkte wegen des Labor-Day-Feiertags geschlossen waren – was keine Richtungsvorgaben von der Wall Street und typischerweise dünnere Handelsvolumina bedeutete.

Höhere Ölpreise stützten die Energieaktien, doch die Medaille hat eine zweite Seite. Steigende Energiekosten schlagen auf die Verbraucherpreise durch – Energie ist ein erheblicher Bestandteil der Inflationswarenkörbe – und können die Inflation hochhalten sowie den Druck auf die Zentralbanken erhöhen, die Zinsen anzuheben. Diese Sorge trieb die europäischen Renditen nach oben und dämpfte die Zuversicht an den breiteren Aktienmärkten.

Die wichtigsten Indizes schlossen wie folgt:

  • Deutschlands DAX: -0,15 % bei 26.006,53
  • Frankreichs CAC 40: +0,33 % bei 8.306,15
  • Britanniens FTSE 100: -0,08 % bei 10.822,13
  • Spaniens Ibex: -0,14 % bei 20.021,80
  • Italiens FTSE MIB: +0,25 % bei 52.230

Der paneuropäische Stoxx 600 beendete den Handel nahezu unverändert bei 649,90.

Energieaktien gehörten zu den besseren Performern, da sich das Brent-Öl der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel näherte – ein Niveau, das zuletzt 2022 nach Russlands Invasion der Ukraine erreicht worden war. Europäische Technologiewerte erhielten zudem Auftrieb von der starken Rallye asiatischer Halbleiteraktien. Auf der Verliererseite gerieten Gesundheitsaktien unter Druck, nachdem Novartis wegen enttäuschender Arzneimittelstudien um 3,2 % gefallen war.

Der deutsche DAX hinkte angesichts politischer Unsicherheit nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt leicht hinterher – ein Ergebnis auf Landesebene, das angesichts des ersten Siegs der Partei bei einer Landtagswahl bundesweite Aufmerksamkeit erregte. Frankreichs CAC 40 legte zu, nachdem er zuletzt unter Druck durch Sorgen über den fiskalischen Ausblick des Landes gestanden hatte, was in den vergangenen Wochen auch die Spanne zwischen französischen und deutschen Anleiherenditen verbreitert hatte.

Am europäischen Anleihemarkt stiegen die Benchmark-Renditen zehnjähriger Anleihen:

  • Deutschland: 3,39 %, +4,9 Basispunkte
  • Frankreich: 4,25 %, +4,0 Basispunkte
  • Großbritannien: 5,18 %, +4,0 Basispunkte
  • Spanien: 3,83 %, +5,5 Basispunkte
  • Italien: 4,22 %, +7,0 Basispunkte

Anleihepreise und Renditen entwickeln sich gegenläufig, sodass der Anstieg der Renditen Verkäufe am europäischen Anleihemarkt widerspiegelt. Auslöser sind erneute Sorgen, dass steigende Energiepreise die Inflation hochhalten und die Zentralbanken zu einer strafferen Geldpolitik zwingen werden. Von der EZB wird am Donnerstag weithin eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet – der jüngste Schritt ihres laufenden Straffungszyklus, der darauf abzielt, die Inflation wieder auf ihr 2-%-Ziel zurückzuführen. Die Deutsche Bank prognostiziert zudem eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember.

Für Aktienanleger entsteht durch den Ölpreisanstieg ein Hin und Her. Höhere Rohölpreise stützen Energieunternehmen, erhöhen aber zugleich die Kosten in der gesamten Volkswirtschaft und können die Zinsen hochhalten. Höhere Renditen können dann auf Aktienbewertungen drücken – insbesondere bei Wachstumsunternehmen, deren erwartete Gewinne weiter in der Zukunft liegen. Mit der EZB-Entscheidung am Donnerstag sind das Tempo künftiger Zinserhöhungen und die Entwicklung der Ölpreise die zentralen Variablen, die die Märkte im Blick behalten.