Europäische Banken starten RL1-Blockchain-Zahlungsnetzwerk
Wichtige Erkenntnisse
- •RL1 ist ein reguliertes Blockchain-Netzwerk, das von einem Konsortium aus 10 europäischen Finanzinstituten gestartet wurde.
- •Die Governance des Netzwerks erfolgt über eine am 28. Juli in Luxemburg gegründete European Cooperative.
- •RL1 basiert auf der SWIAT-Technologie und soll tokenisierte Vermögenswerte, digitale Währungen und Zahlungsinfrastruktur unterstützen.
- •Das Projekt zielt darauf ab, die Interoperabilität zwischen europäischen Banken zu verbessern und fragmentierte Blockchain-Systeme zu reduzieren.
- •Visa hat ebenfalls eine erweiterte Stablecoin-Strategie angekündigt, die Blockchain-Abwicklung, Wallet-Infrastruktur und tokenisierte Einlagen umfasst.

Ein Konsortium führender europäischer Finanzinstitute hat Regulated Layer 1 (RL1) gestartet, ein Blockchain-Netzwerk, das eine einheitliche Distributed-Ledger-Infrastruktur für regulierte Finanzinstitute in ganz Europa bereitstellen soll. Die Initiative bringt große Banken aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und weiteren europäischen Ländern zusammen, um die Fragmentierung blockchainbasierter Finanzdienstleistungen zu adressieren und zugleich tokenisierte Vermögenswerte sowie digitale Zahlungen zu unterstützen.
RL1 konzentriert sich auf tokenisierte Vermögenswerte, Zahlungen und finanzielle Interoperabilität
RL1 gab am 28. Juli offiziell die Gründung einer European Cooperative (SCE) in Luxemburg bekannt und stellte damit den Governance-Rahmen für das Netzwerk bereit. Die Genossenschaft umfasst 10 Finanzinstitute, darunter die deutsche DekaBank, DZ Bank, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die französische Natixis Corporate & Investment Banking, die niederländische ABN AMRO, die belgische Centeurion sowie weitere an der Initiative beteiligte europäische Bankorganisationen.
RL1 wurde von einem Konsortium aus 10 europäischen Finanzinstituten gestartet, um ein reguliertes, kooperatives Blockchain-Netzwerk aufzubauen, das die Blockchain-Infrastruktur für Finanzinstitute in ganz Europa vereint.
Laut der Ankündigung soll RL1 als neutrales und reguliertes Distributed-Ledger-Netzwerk fungieren, das die Interoperabilität zwischen europäischen Finanzinstituten verbessern kann. In der Vergangenheit haben Banken und Finanzorganisationen in Europa Blockchain-Initiativen unabhängig voneinander entwickelt, was häufig zu isolierten Systemen mit begrenzter Kompatibilität führte. RL1 will diese Hürden überwinden, indem es eine gemeinsame Blockchain-Infrastruktur schafft, die institutsübergreifende Zusammenarbeit und effizientere Finanzdienstleistungen unterstützt.
Das Netzwerk basiert auf Blockchain-Technologie des Frankfurter Unternehmens SWIAT, zu dessen Hauptaktionären DekaBank und LBBW zählen. Die Plattform wurde so konzipiert, dass sie die Nutzung tokenisierter Real-World Assets (RWAs), digitaler Währungen und blockchainbasierter Zahlungsinfrastruktur in einem regulierten Finanzumfeld erleichtert.
Anders als Projekte, die sich in erster Linie auf die Ausgabe von Stablecoins konzentrieren, legt RL1 einen stärkeren Schwerpunkt auf den Aufbau einer Zahlungsinfrastruktur, die blockchainbasierte Abwicklungen zwischen regulierten Instituten unterstützt. Diese Abgrenzung ist für Banken relevant, die zunächst gemeinsame Infrastrukturen benötigen, bevor Token ausgegeben werden, da RL1 damit als Infrastruktur positioniert wird, die bestehende Finanzprozesse verbindet und nicht ersetzt. Die Ankündigung stellte RL1 dem Qivalis-Vorhaben gegenüber, einem Euro-Stablecoin-Projekt, das Ende 2025 mit Beteiligung von 10 Banken, darunter ING, UniCredit und BNP Paribas, gestartet wurde. Qivalis strebt die Ausgabe eines auf Euro lautenden Stablecoins in der zweiten Hälfte von 2026 an, während sich RL1 auf den Aufbau des zugrunde liegenden Zahlungsnetzwerks für institutionelle Finanztransaktionen konzentriert.
Die Überschneidung zwischen den beiden Initiativen zeigt sich in der Beteiligung der DekaBank an RL1 und Qivalis und unterstreicht das wachsende institutionelle Interesse an blockchainbasierter Finanzinfrastruktur, die Zahlungssysteme mit tokenisierten Vermögenswerten verbindet.
Das Blockchain-Netzwerk basiert auf SWIAT-Technologie und soll die Interoperabilität zwischen europäischen Banken verbessern, während es tokenisierte Real-World Assets, digitale Währungen und regulierte Zahlungsinfrastruktur unterstützt.
Die RL1-Ankündigung fiel mit breiteren Entwicklungen im Bereich digitaler Zahlungen zusammen. Das globale Zahlungsunternehmen Visa skizzierte während seiner Ergebnisbekanntgabe für das dritte Fiskalquartal eine erweiterte Stablecoin-Strategie und hob dabei blockchainbasierte Abwicklung, tokenisierte Einlagen und On-Chain-Wallet-Infrastruktur hervor.
Visa erklärte, dem Open Standard Consortium beigetreten zu sein, das OpenUSD-Stablecoins für weltweite Geldtransfers entwickeln will. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass Partnerorganisationen Transaktionen künftig direkt mit Visa unter Verwendung von Stablecoins über die eigene Stablecoin-Plattform abwickeln können sollen.
Darüber hinaus kündigte Visa Pläne an, Wallet-as-a-Service-Infrastruktur auf Blockchain-Netzwerken bereitzustellen und Transfers zwischen traditionellen Fiat-Währungen und Stablecoins zu ermöglichen. Diese Funktionen sollen zunächst auf das OpenUSD-Ökosystem ausgerichtet sein.
Das Zahlungsunternehmen erklärte außerdem, Stablecoin-Anwendungen über Verbrauchszahlungen hinaus auszuweiten und sie in eine breitere Finanzinfrastruktur für Abwicklung und Geldbewegungen zu integrieren. Tokenisierte Bankeinlagen sollen dabei über die Integration mit dem Finanzsoftwareanbieter Pismo Teil dieser Strategie werden und blockchainbasierte digitale Einlagen im Bankensektor unterstützen.
Der Start von RL1 spiegelt eine breitere Beschleunigung globaler Finanzinstitute hin zu regulierter Blockchain-Infrastruktur wider, wobei Zahlungsnetzwerke, tokenisierte Vermögenswerte, Stablecoins und digitale Einlagen zunehmend in den Mainstream-Finanzdienstleistungen verankert werden. Für europäische Banken weist der Fokus auf ein kooperatives, reguliertes Netzwerk zudem auf einen praktischen Schritt in Richtung gemeinsamer Infrastruktur hin, die innerhalb bestehender Finanzstandards getestet und gesteuert werden kann.
Die Gründung von RL1 stellt einen weiteren Meilenstein in Europas fortlaufender Transformation der digitalen Finanzwelt dar. Indem führende Banken unter einem gemeinsamen Blockchain-Rahmen zusammengeführt werden, soll die Initiative Infrastrukturfragmentierung verringern, die Interoperabilität stärken und eine regulierte Grundlage für künftige Anwendungen mit tokenisierten Wertpapieren, digitalen Währungen und institutionellen Zahlungsnetzwerken im europäischen Finanzsystem schaffen.
Der Beitrag European Banks Launch RL1 Blockchain Payment Network erschien zuerst auf CoinTrust.