EUR/USD-Analyse: Aufwärtsausbruch des Abwärtstrends bleibt unbestätigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Konsensprognosen erwarten im August nur 53.000 zusätzliche US-Stellen außerhalb der Landwirtschaft, was die anhaltende Schwäche des Arbeitsmarktes widerspiegelt.
- •Alle 65 Ökonomen einer Reuters-Umfrage erwarten am 10. September eine Erhöhung des EZB-Einlagensatzes auf 2,50 Prozent; rund 91 Prozent rechnen bis Jahresende mit einer Unveränderlichkeit.
- •Der EUR/USD hat am 3. September bei steigendem Volumen die fallende Trendlinie nach oben durchbrochen, nachdem ein Tief bei 1,1570 erreicht wurde, und konsolidiert über der Marktprofilgrenze bei 1,1610.
- •Der RSI ist mit 58 über die neutrale Zone gestiegen, doch beide gleitende Durchschnitte bei 45 bleiben rot, sodass der Ausbruch durch die Indikatoren unbestätigt bleibt.
- •Der US-Beschäftigungsbericht für August könnte angesichts seiner Bedeutung für die Septemberscheidung der Fed als Katalysator für den EUR/USD wirken.

Am 4. September richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf den US-Beschäftigungsbericht für August. Laut CNBC erwartet der Konsens nach dem Rückgang im Juli lediglich 53.000 zusätzliche Stellen außerhalb der Landwirtschaft – ein Zeichen für die anhaltende Schwäche des Arbeitsmarktes. Gleichzeitig wendet sich die Aufmerksamkeit der Federal Reserve zunehmend den Inflationsrisiken zu. Beschäftigungsdaten haben besonderes Gewicht für den Dollar, da die Fed den Verlauf ihrer Septemberscheidung ausdrücklich vom Gleichgewicht zwischen Arbeitsmarktschwäche und hartnäckiger Inflation abhängig gemacht hat. Im Euroraum ergab eine Reuters-Umfrage, dass alle 65 befragten Ökonomen zum Treffen am 10. September eine Erhöhung des EZB-Einlagensatzes auf 2,50 Prozent erwarten – eine Steigerung um 25 Basispunkte –, während rund 91 Prozent davon ausgehen, dass der Satz bis Jahresende auf diesem Niveau verharren wird. Diese Divergenz im geldpolitischen Vorgehen der beiden Notenbanken war in diesem Jahr wiederholt ein Treiber der EUR/USD-Positionierung.
Technische Analyse des EUR/USD
Im Vier-Stunden-Chart bildete sich am 21. August ein Hoch nahe 1,1700, das den Beginn eines Abwärtstrends und einer fallenden Trendlinie markierte. Der Preis stieß mehrfach nach unten von dieser Trendlinie ab, bevor er am 2. September ein Tief bei 1,1570 erreichte. Am Folgetag wurde die Trendlinie bei steigendem Volumen nach oben durchbrochen; der Preis versucht nun, sich darüber sowie über die obere Grenze des aktuellen Marktprofils bei 1,1610 zu etablieren.
Oberhalb der etablierten Marktdichte liegt eine rote Widerstandszone um 1,1660. Sollte sich der Ausbruch als falsch erweisen und der Preis erneut fallen, könnte das Paar innerhalb der Marktdichte handeln oder weiter nachgeben. Damit dieses Szenario eintritt, müsste der Preis nicht nur die obere Grenze testen, sondern auch den Point of Control (POC) bei 1,1600 und die untere Grenze des Profils bei 1,1580 durchbrechen. Knapp unterhalb dieser unteren Grenze liegt nahe 1,1570 eine grüne Unterstützungszone.
Der Indikator RSI + MAs zeigt derzeit Werte von 58, 45 und 45. Der Oszillator ist über seine neutrale Zone gestiegen, doch beide gleitenden Durchschnitte bleiben rot und liegen nahe seiner unteren Grenze, sodass sie den Ausbruch bislang nicht bestätigen. Derartige Signaldivergenzen sind in frühen Phasen möglicher Trendwenden häufig, weshalb Trader oft abwarten, bis mehrere Indikatoren und die Preisstruktur übereinstimmen, bevor sie einen Trendliniendurchbruch als bestätigt ansehen.
Kernpunkte
Die Divergenz zwischen dem RSI und seinen gleitenden Durchschnitten stellt die Tragfähigkeit der Erholung infrage, und der Markt dürfte mehr Zeit benötigen, bis die übrigen Bestandteile des Ausbruchs zusammenkommen. Der US-Beschäftigungsbericht für August könnte in den kommenden Stunden ein zusätzlicher Katalysator für das Paar sein, wobei seine Bedeutung für die Septemberscheidung der Fed vor dem Hintergrund der erwarteten EZB-Zinserhöhung weiter zugenommen hat.
Quelle: FXOpen Blog