Äthiopien gibt über 2 Milliarden Dollar zur Verteidigung des Birr aus, während die Währung ein Rekordtief erreicht
Wichtige Erkenntnisse
- •Äthiopien hat 2026 rund 2,2 Milliarden Dollar zur Stützung des Birr ausgegeben, doch die Währung hat sich dennoch abgeschwächt.
- •Der Birr ist in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar um 3,2 % auf fast 162 pro Dollar gefallen.
- •Eine kürzliche Dollar-Verkaufsaktion der Zentralbank zog Gebote in Höhe von etwa dem Vierfachen des angebotenen Betrags an, was eine enorme Nachfrage nach Devisen zeigt.
- •Die offiziellen und die Parallelmarkt-Wechselkurse sind auseinandergegangen; der Dollar wurde in Addis Abeba mit rund 180 Birr gehandelt, etwa 15 % über dem offiziellen Kurs.
- •Der IWF schätzte Äthiopiens Devisenreserven im Juli 2026 auf rund 5,9 Milliarden Dollar, während die Regierung unter anderem wegen höherer Kraftstoffsubventionen ein größeres Budgetdefizit erwartet.

Äthiopien hat 2026 rund 2,2 Milliarden Dollar zur Stützung des Birr ausgegeben, doch die Währung hat sich weiter abgeschwächt – ein Zeichen für den anhaltenden Druck auf den Devisenmarkt des Landes.
Der Birr ist 2026 gegenüber dem US-Dollar um 3,2 % auf fast 162 pro Dollar gefallen und war damit im vergangenen Jahr die schwächste Währung unter den 23 von Bloomberg beobachteten afrikanischen Währungen.
Der Druck auf die Währung hat sich verstärkt, da höhere Ölpreise Äthiopiens Importkosten erhöht und die Nachfrage nach knapper Devisen zusätzlich gesteigert haben. Eine kürzliche Intervention der Zentralbank zog Gebote in Höhe von rund dem Vierfachen des angebotenen Dollarbetrags an, was die Stärke der Nachfrage nach Hartwährung und das Ausmaß der Lücke zwischen offiziellem Angebot und Marktnachfrage verdeutlicht.
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Der Birr steht seit der großen Abwertung Äthiopiens im Jahr 2024 im Rahmen der vom IWF unterstützten Wirtschaftsreformen unter Druck. Höhere Kraftstoff- und Düngemittelkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt sowie schwächere Überweisungen von in Golfstaaten arbeitenden Äthiopiern haben den Druck zusätzlich erhöht.
Auch die Lücke zwischen offiziellen und Parallelmarkt-Wechselkursen hat sich ausgeweitet. Der Dollar wurde in Addis Abeba mit rund 180 Birr gehandelt, etwa 15 % über dem offiziellen Kurs – eine Spanne, die zeigt, wie knapp der Zugang zu Devisen für Haushalte und importabhängige Unternehmen nach wie vor ist.
Fortgesetzte Interventionen könnten die Devisenreserven zusätzlich belasten. Äthiopiens Zentralbank hat ihre Reserven nicht in Dollar angegeben, der IWF schätzte sie im Juli 2026 jedoch auf rund 5,9 Milliarden Dollar.
Die Regierung rechnet zudem im am Juli 2026 begonnenen Haushaltsjahr mit einem höheren Budgetdefizit, unter anderem wegen zusätzlicher Ausgaben für Kraftstoffsubventionen.
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