Elon Musk sagt, dass zukünftige Autos alle Starlink haben könnten, während die Nachfrage nach Konnektivität im Fahrzeug steigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Elon Musk erklärte, dass künftig alle Autos Starlink-Konnektivität haben werden, und begründete dies mit dem Bedarf an hochbandbreitigen Verbindungen für Milliarden Fahrzeuge, die terrestrische Mobilfunkinfrastruktur allein womöglich nicht bewältigen kann.
- •Zum 31. März 2026 betrieb Starlink rund 9.600 Breitband- und Mobilfunksatelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn und versorgte etwa 10,3 Millionen Abonnenten in 164 Ländern, Territorien und anderen Märkten.
- •Die kommenden V3-Satelliten von SpaceX sind darauf ausgelegt, pro Satellit etwa 1 Tbps Downlink-Kapazität zu liefern, also ungefähr das Zehnfache der Downlink- und rund das 22-Fache der Uplink-Kapazität von V2-Satelliten.
- •Satellitenkonnektivität dürfte Mobilfunknetze eher ergänzen als ersetzen; künftige Fahrzeuge könnten je nach verfügbarer Abdeckung zwischen terrestrischen und satellitengestützten Verbindungen wechseln.
- •Zu den größten Hürden für eine breite Starlink-Nutzung im Automobilbereich zählen kleinere Antennen, ausreichende Netzkapazität in dicht befahrenen Gebieten, Spektrumverfügbarkeit, Hardwarekosten und behördliche Genehmigungen in verschiedenen Märkten.

Elon Musk sagt, dass zukünftige Autos alle Starlink haben könnten, während die Nachfrage nach Konnektivität im Fahrzeug steigt
Elon Musk blickt erneut weit über die heutige Automobiltechnologie hinaus und deutet an, dass das Starlink-Satellitennetz von SpaceX irgendwann zu einer Standard-Konnektivitätsschicht für Fahrzeuge weltweit werden könnte.
"All cars will have Starlink in the future. It's the only way to get super high bandwidth to billions of vehicles," sagte Musk und unterstrich damit das Ausmaß seiner Vision für satellitengestützte Konnektivität im Automobilbereich.
Die Bemerkung weist auf eine Zukunft hin, in der Autos nicht mehr in erster Linie von traditionellen Mobilfunknetzen für den Internetzugang abhängig sind. Stattdessen könnten Fahrzeuge zunehmend über die Starlink-Satellitenkonstellation in niedriger Erdumlaufbahn kommunizieren und Fahrern sowie Passagieren Hochgeschwindigkeitsverbindungen in deutlich mehr Regionen bieten, als allein terrestrische Infrastruktur abdecken kann.
Quelle: XPost
Starlink wird mehr als nur Heim-Internet
Starlink startete zunächst als Satelliten-Breitbanddienst, der Internetzugang für Haushalte und Unternehmen bereitstellen sollte, insbesondere in Regionen, in denen herkömmliche Breitbandinfrastruktur schwer oder teuer zu errichten ist. Seitdem hat sich das Netzwerk auf die Luftfahrt, maritime Konnektivität, Unternehmensdienste und Satellit-zu-Mobilfunk-Kommunikation ausgeweitet.
SpaceX berichtete, dass Starlink zum 31. März 2026 rund 9.600 Breitband- und Mobilfunksatelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn sowie etwa 10,3 Millionen Abonnenten in 164 Ländern, Territorien und anderen Märkten hatte. Diese Größenordnung verschafft SpaceX eine Infrastrukturplattform, die weit mehr als nur Wohngebäude-Breitband unterstützen könnte — und Musks jüngste Aussagen legen nahe, dass Fahrzeuge zu einer weiteren großen Kategorie werden könnten, da vernetzte Funktionen für den Verkehr immer wichtiger werden.
Warum Autos enorme Bandbreite benötigen könnten
Das moderne Automobil wird zunehmend datenabhängig. Ein vernetztes Fahrzeug tauscht kontinuierlich Informationen mit Cloud-Servern, Navigationssystemen, Softwareplattformen und anderen Fahrzeugen aus. Autonomes Fahren dürfte diese Nachfrage deutlich erhöhen, da Fahrzeuge hochauflösende Karten, Software-Updates und Verkehrsdaten in Echtzeit empfangen und gleichzeitig Informationen von Kameras und Sensoren an Bord übertragen müssen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Unterhaltung. Passagiere könnten im Fahrzeug irgendwann denselben Grad an Konnektivität erwarten wie zu Hause. Videostreaming, Cloud-Gaming, Videokonferenzen und andere bandbreitenintensive Anwendungen könnten zu Standardfunktionen im Auto werden. Wenn autonome Fahrzeuge weit verbreitet sind, könnte das Datenvolumen zwischen Fahrzeugen und Cloud-Infrastruktur dramatisch steigen.
Musks Argument ist, dass die traditionelle Mobilfunkinfrastruktur Schwierigkeiten haben könnte, die nötige Kapazität bereitzustellen, wenn Milliarden von Fahrzeugen gleichzeitig verbunden sind. Starlink mit seiner wachsenden Konstellation in niedriger Erdumlaufbahn könnte eine zusätzliche Verbindungsschicht liefern.
Milliarden Fahrzeuge schaffen eine andere Konnektivitätsherausforderung
Ein einzelnes Fahrzeug mit dem Internet zu verbinden, ist unkompliziert. Milliarden Fahrzeuge zu verbinden, ist eine grundlegend andere Aufgabe.
Traditionelle Mobilfunknetze stützen sich stark auf terrestrische Infrastruktur — Türme, Glasfasernetze und lokale Frequenzressourcen — die überall dort verfügbar sein müssen, wo sich die Nutzer befinden. In dicht besiedelten Gebieten kann Netzüberlastung zu einem ernsthaften Problem werden. In ländlichen Regionen, entlang von Autobahnen, in Wüsten, über Gebirgen und in anderen abgelegenen Gebieten kann die Abdeckung begrenzt oder gar nicht vorhanden sein.
Satellitenkonnektivität geht das Problem aus einem anderen Blickwinkel an. Anstatt ausschließlich auf terrestrische Masten zu setzen, bieten Starlink-Satelliten Abdeckung aus dem Orbit. SpaceX sagt, sein Netzwerk sei darauf ausgelegt, weltweit Konnektivität bereitzustellen, einschließlich entlegener Regionen, in denen konventionelle Infrastruktur schwer oder gar nicht zu errichten ist.
Starlink könnte Abdeckungslücken schließen
Stellen Sie sich ein Fahrzeug vor, das über eine abgelegene Landstraße fährt. Der Fahrer hat in einer Stadt möglicherweise hervorragenden Mobilfunkempfang und verliert einige Kilometer später den Dienst. Für heutige Fahrer kann das bedeuten, keinen Zugriff mehr auf Streaming-Dienste, Cloud-Anwendungen oder bestimmte vernetzte Fahrzeugfunktionen zu haben.
Eine Satellitenverbindung könnte eine gleichmäßigere Kommunikationsschicht bereitstellen. Die Technologie würde Mobilfunknetze nicht zwangsläufig ersetzen. Stattdessen könnten Fahrzeuge den Mobilfunk nutzen, wenn er verfügbar ist, und in Regionen mit schwacher oder fehlender terrestrischer Abdeckung auf Satellit umschalten. Ein solches hybrides System könnte deutlich widerstandsfähiger sein.
Die Technologie hat sich bereits weiterentwickelt
Die Starlink-Technologie hat sich seit den frühen Einsätzen erheblich weiterentwickelt. SpaceX bereitet derzeit die Starlink-Satelliten der nächsten Generation V3 vor, die pro Satellit etwa 1 Tbps Downlink-Kapazität und 160 Gbps Uplink-Kapazität liefern sollen. Das Unternehmen sagt, V3 werde ungefähr das Zehnfache der Downlink-Kapazität und rund das 22-Fache der Uplink-Kapazität von Starlink V2 bieten.
Diese zusätzliche Kapazität könnte entscheidend sein, wenn SpaceX massive Mengen vernetzter Geräte unterstützen will. Ein Netzwerk, das in erster Linie für Haushalte entwickelt wurde, hat ganz andere Anforderungen als eines, das Millionen oder Milliarden beweglicher Fahrzeuge bedienen soll. Die Erhöhung der Satellitenkapazität ist daher ein zentraler Bestandteil von Musks Langzeitvision.
Die offiziellen Starlink-Informationen von SpaceX bestätigen, dass das Unternehmen seine Konstellation weiter ausbaut und die verfügbare Bandbreite erhöht. Das Unternehmen hat erklärt, dass Satelliten der nächsten V3-Generation es ermöglichen werden, das Netzwerk zu skalieren und Millionen zusätzlicher Kunden mit verbessertem Service zu bedienen.
Das Fahrzeug als vernetzter Computer
Die Automobilindustrie entwickelt sich in Richtung softwaredefinierter Fahrzeuge. Anstatt Software als etwas zu betrachten, das einmalig im Werk installiert wird, nutzen Hersteller zunehmend Over-the-Air-Updates, um Funktionen hinzuzufügen, die Leistung zu verbessern und Probleme zu beheben — ein Modell, das Tesla bereits demonstriert hat. Das schafft einen fortlaufenden Bedarf an zuverlässiger Konnektivität.
Zukünftig könnten Fahrzeuge deutlich größere Software-Updates häufiger erhalten. Manche Funktionen könnten auf Cloud-Computing angewiesen sein, anstatt vollständig an Bord verarbeitet zu werden. Dadurch würde robuste Konnektivität zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Fahrzeugdesigns.
Autonome Fahrzeuge könnten die Bandbreitennachfrage antreiben
Der größte potenzielle Treiber der Bandbreitennachfrage sind autonome Fahrzeuge. Selbstfahrende Systeme stützen sich auf Kameras, Sensoren, Rechenleistung an Bord und Software. Ein autonom betriebenes Fahrzeug könnte ständig aktualisierte Informationen über Straßenbedingungen, Verkehr und seine Umgebung benötigen.
Nicht alle dieser Informationen müssen über ein Netzwerk fließen — ein Großteil der kritischen Verarbeitung kann im Fahrzeug selbst erfolgen. Dennoch wird Netzkonnektivität weiterhin eine wichtige Rolle bei Software-Updates, Flottenkoordination, Kartendiensten und anderen Diensten spielen. Wenn autonome Fahrzeuge alltäglich werden, könnte die Zahl der vernetzten Maschinen auf den Straßen dramatisch steigen — genau die Zukunft, die Musk offenbar meint, wenn er über Milliarden Fahrzeuge spricht.
Mehr als nur Bandbreite
Musks Argument konzentriert sich stark auf Bandbreite, doch Automobilkonnektivität hängt auch von Latenz, Zuverlässigkeit und Abdeckung ab. Eine Verbindung kann schnell sein und dennoch für bestimmte Anwendungen ungeeignet, wenn die Latenz zu hoch ist oder die Verbindung instabil ist.
Starlink operiert in niedriger Erdumlaufbahn, was ihm gegenüber herkömmlichen geostationären Satellitensystemen einen deutlichen Latenzvorteil verschafft. SpaceX berichtete zum 31. März 2026 eine mediane Peak-Stunden-Latenz von rund 25 Millisekunden für sein Residential-Netzwerk und mediane Download-Geschwindigkeiten in Spitzenzeiten von etwa 225 Mbps. Diese Werte zeigen, warum Satellitennetze in niedriger Erdumlaufbahn für Echtzeitanwendungen Aufmerksamkeit erhalten.
Spitzenlasten bewältigen
Eine weitere Herausforderung ist die gleichzeitige Nutzung. Wenn Milliarden Fahrzeuge verbunden sind, wird die Nachfrage nicht gleichmäßig verteilt sein. Eine mit Fahrzeugen überfüllte Autobahn könnte einen konzentrierten Nachfrageschwerpunkt erzeugen. Das Netzwerk muss in der Lage sein, große Mengen an Geräten in derselben geografischen Region zu bewältigen, weshalb Satellitenkapazität und Spektrumverfügbarkeit weiterhin entscheidend bleiben. Die Pläne von SpaceX für leistungsfähigere V3-Satelliten zielen teilweise darauf ab, diese Herausforderung zu adressieren.
Autos sind nicht dasselbe wie Häuser
Es gibt einen wichtigen technischen Unterschied zwischen der Verbindung eines Hauses und der Verbindung eines fahrenden Autos. Ein Heimterminal kann an einem stabilen Ort mit freier Sicht zum Himmel installiert werden. Ein Fahrzeug hingegen bewegt sich ständig. Gebäude, Bäume, Brücken und Gelände können Satellitensignale blockieren, und die Antenne muss auch bei hoher Geschwindigkeit funktionieren.
Das bedeutet, dass Starlink-Hardware für Fahrzeuge kleiner, effizienter und in der Lage sein muss, Verbindungen während der Fahrt aufrechtzuerhalten. SpaceX hat bereits Starlink-Dienste für Flugzeuge, Schiffe und andere mobile Plattformen entwickelt, und diese Erfahrung könnte zukünftige Fahrzeugsysteme beeinflussen.
Das Antennenproblem
Eine der größten Hardware-Herausforderungen ist die Größe. Herkömmliche Starlink-Ausrüstung benötigte historisch eine deutlich größere Antenne als die typische Mobilfunkantenne in einem Fahrzeug. Autos haben nur begrenzten Platz, und Autohersteller müssen Aerodynamik, Stromverbrauch, Gewicht und Fertigungskosten berücksichtigen. Eine große Satellitenschüssel auf jedem Auto wäre für Massenmarktfahrzeuge nicht praktikabel.
Die Technologie muss daher kleiner und stärker integriert werden. Die Antenne könnte schließlich direkt in das Dach oder einen anderen Teil des Fahrzeugs eingebaut werden. So könnten Hersteller das Fahrzeugdesign beibehalten und gleichzeitig Satellitenkonnektivität bereitstellen.
Starlink könnte für Fahrer unsichtbar werden
Das eigentliche Ziel könnte sein, dass Nutzer überhaupt nicht über die Technologie nachdenken müssen. Ein Fahrer steigt einfach in ein Fahrzeug und hat Internetzugang. Das Auto könnte automatisch zwischen Mobilfunk, Wi‑Fi und Satellitenkonnektivität wählen, je nachdem, welche Option die stärkste Verbindung bietet. Aus Sicht des Fahrers würde es einfach funktionieren.
Diese Art nahtloser Konnektivität könnte besonders für autonome Fahrzeuge wertvoll sein. Wenn ein Robotaxi ohne menschlichen Fahrer unterwegs ist, wird Konnektivität Teil der umfassenderen digitalen Infrastruktur des Fahrzeugs.
Die Geschäftschance ist enorm
Wenn Starlink irgendwann einen relevanten Teil der Fahrzeuge der Welt verbindet, könnte die kommerzielle Chance enorm sein. Der globale Automobilmarkt produziert jedes Jahr zig Millionen Fahrzeuge. Wenn Satellitenkonnektivität zu einem Standardmerkmal wird, könnte SpaceX wiederkehrende Einnahmen aus Konnektivitätsabonnements, Unternehmensdiensten oder Partnerschaften mit Automobilherstellern erzielen.
Die Chance geht weit über Pkw hinaus. Lkw, Busse, Baumaschinen, landwirtschaftliche Geräte und Einsatzfahrzeuge könnten gleichermaßen von zuverlässiger Satellitenkonnektivität profitieren. Besonders wertvoll könnten gewerbliche Flotten sein, da Flottenbetreiber ständig Informationen über Standort, Leistung, Routen und Betrieb ihrer Fahrzeuge benötigen.
Lkw könnten ein früher Markt sein
Der Fernverkehr dürfte eine der naheliegendsten frühen Anwendungen sein. Lkw fahren häufig über abgelegene Autobahnen, wo die Mobilfunkabdeckung unzuverlässig sein kann. Eine Satellitenverbindung könnte Fahrern und Flottenbetreibern kontinuierliche Konnektivität bieten und Logistik, Kommunikation, Diagnostik und Flottenmanagement unterstützen. Autonomer Lkw-Verkehr könnte den Wert dieser Infrastruktur weiter erhöhen, da Fahrzeuge mit minimaler menschlicher Intervention auf besonders zuverlässige Kommunikation angewiesen wären.
Ländliche Mobilität könnte profitieren
Ländliche Regionen sind ein weiterer wichtiger Anwendungsfall. Ein Fahrzeug, das durch eine abgelegene Gegend fährt, kann nur begrenzte Mobilfunkabdeckung haben. Satellitenkonnektivität könnte eine Kommunikationsoption bieten, ohne dass Telekommunikationsunternehmen teure Türme entlang jeder Straße errichten müssen.
Dies könnte für Rettungsdienste besonders wertvoll sein. Polizeifahrzeuge, Krankenwagen, Feuerwehr und Katastrophenschutzteams arbeiten oft in Umgebungen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur beschädigt ist oder fehlt. Eine satellitengestützte Verbindung könnte notwendige Redundanz bieten.
Starlink und Notfallkommunikation
Konnektivität während Katastrophen ist einer der etabliertesten Anwendungsfälle von Starlink. Wenn Hurrikane, Erdbeben, Überschwemmungen oder andere Ereignisse die terrestrische Kommunikationsinfrastruktur beschädigen, können Satellitennetze eine Alternative bieten. Fahrzeuge mit Satellitenkonnektivität könnten als mobile Kommunikationsplattformen dienen und es Einsatzkräften ermöglichen, selbst bei gestörter lokaler Infrastruktur Zugang zu Internetdiensten zu behalten. Dadurch könnten Fahrzeuge zu wichtigen Knoten in Notfallkommunikationsnetzen werden.
Die Rolle von Tesla
Musks Aussagen werfen natürlich Fragen zu Tesla auf. Tesla-Fahrzeuge sind bereits stark auf Konnektivität für Software-Updates, Navigation und vernetzte Funktionen angewiesen. Die Beziehung zwischen Tesla und SpaceX könnte theoretisch Möglichkeiten für eine tiefere Integration zwischen Tesla-Fahrzeugen und dem Starlink-Netz schaffen.
Eine breite Starlink-Integration in Pkw würde jedoch mehr erfordern als nur eine Satellitenantenne. Hardware, Spektrum, Netzkapazität, Preisgestaltung, regulatorische Genehmigungen und Fahrzeugdesign müssten alle berücksichtigt werden. Die Vision ist daher weitaus größer als ein einfaches Software-Update.
Mobilfunknetze verschwinden nicht
Trotz Musks Argument ist es unwahrscheinlich, dass Starlink Mobilfunknetze bedeutungslos macht. Mobilfunknetze bleiben in Städten sehr effizient und bieten kostengünstige Verbindungen mit niedriger Latenz. Smartphones, Autos und andere Geräte werden weiterhin stark auf terrestrische Netzwerke angewiesen sein.
Satellitenkonnektivität wird Mobilfunksysteme eher ergänzen als vollständig ersetzen. Das zukünftige Fahrzeug könnte mehrere Kommunikationstechnologien gleichzeitig nutzen — etwa 5G oder ein anderes terrestrisches Netzwerk in einer Großstadt und Satellitenkonnektivität, wenn es in eine abgelegene Region einfährt. Dieses hybride Modell könnte das Beste aus beiden Systemen bieten.
Kosten entscheiden über die Massenadoption
Selbst wenn die Technologie funktioniert, wird der Preis bestimmen, wie schnell sie sich verbreitet. Premiummodelle könnten die Kosten für Satellitenhardware und Konnektivität eher tragen. Fahrzeuge des Massenmarkts arbeiten unter deutlich engeren Margen, und Hersteller könnten Satellitenkonnektivität daher als optionalen Dienst statt als Standardausstattung anbieten.
Mit der Skalierung der Produktion könnten die Hardwarekosten im Laufe der Zeit sinken. Falls das geschieht, könnten Starlink oder ähnliche Dienste einem deutlich größeren Teil des Automobilmarkts zugänglich werden.
Autos werden Teil der Internetinfrastruktur
Die tiefere Bedeutung von Musks Aussagen ist, dass Autos Teil der breiteren Internetinfrastruktur werden. Fahrzeuge sind nicht mehr bloß Maschinen, die Menschen transportieren. Sie sind vernetzte Geräte, die Daten sammeln, Software-Updates empfangen, mit Cloud-Diensten kommunizieren, zunehmend künstliche Intelligenz nutzen und möglicherweise irgendwann direkt mit anderen Fahrzeugen und Infrastrukturen kommunizieren.
Musks Aussage, dass alle Autos irgendwann Starlink haben werden, geht also nicht nur um schnelleres Internet für Fahrer. Sie spiegelt einen breiteren Wandel im Verkehr wider: Autos werden zu Softwareplattformen, autonomes Fahren erhöht die Bedeutung von Daten, KI wird in Fahrzeuge eingebettet, vernetzte Dienste werden zum Standard und Verkehrsnetze hängen immer stärker von Echtzeitinformationen ab. In diesem Umfeld wird Konnektivität so grundlegend wie viele traditionelle Fahrzeugkomponenten.
Ein wachsender Markt für SpaceX
SpaceX hat bereits eine große Chance im Bereich Residential Broadband. Fahrzeuge hinzuzufügen würde den adressierbaren Markt dramatisch erweitern — von Millionen Haushalten auf potenziell Hunderte Millionen oder Milliarden vernetzter Maschinen. Das könnte Starlink von einem Satelliteninternet-Anbieter zu einer globalen Konnektivitätsplattform machen, die Haushalte, Flugzeuge, Schiffe, Telefone, Fahrzeuge und Industrieanlagen über ein einheitliches Netzwerk bedient.
Die vernetzte Zukunft
Die Vorstellung, dass Milliarden Fahrzeuge irgendwann mit einem Satellitennetz verbunden sein könnten, mag ambitioniert klingen, doch die Infrastruktur, die diese Vision stützt, wird bereits ausgebaut. SpaceX sagt, dass es Tausende von Satelliten betreibt und weiterhin stark in den Ausbau der Netzkapazität investiert. Die Satelliten der nächsten V3-Generation sind darauf ausgelegt, deutlich höhere Bandbreiten zu liefern als frühere Generationen.
Die technische Herausforderung besteht also nicht mehr nur darin, ob Satelliteninternet funktionieren kann. Die größere Frage ist, ob es wirtschaftlich skaliert werden kann, um enorme Mengen beweglicher Fahrzeuge zu unterstützen.
Musk hat wiederholt Technologien verfolgt, die Jahre an Infrastrukturausbau erfordern, bevor sie Massenadoption erreichen. Auch Starlink brauchte Tausende Satellitenstarts, umfangreiche Bodeninfrastruktur und erhebliche Investitionen, bevor es zu einer großen Breitbandplattform wurde.
Die Verbindung von Fahrzeugen könnte einen ähnlichen Verlauf nehmen. Sie könnte mit spezialisierten Anwendungen beginnen — zuerst Lkw und Freizeitfahrzeuge, gefolgt von Rettungs- und gewerblichen Flotten, dann Premium-Pkw. Wenn die Hardware kleiner und günstiger wird, könnte die Technologie schließlich den Massenmarkt erreichen.
Die wichtigste Konsequenz könnte sein, dass das Auto der Zukunft dauerhaft verbunden sein wird. Ob in der Stadt, in der Wüste oder auf einer abgelegenen Landstraße unterwegs — das Fahrzeug könnte über eine Kombination aus terrestrischen und Satellitennetzen Internetzugang behalten. Für Passagiere könnte das ununterbrochene Unterhaltung und Kommunikation bedeuten. Für Hersteller könnte es kontinuierliche Software-Updates bedeuten. Für autonome Fahrzeuge könnte es Zugang zu kritischen Cloud-Diensten bedeuten. Und für Flottenbetreiber könnte es Echtzeitsteuerung und Überwachung bedeuten.
Starlink könnte ein Baustein in diesem deutlich größeren vernetzten Mobilitätsökosystem werden.
Große Herausforderungen bleiben
Musks Vision, dass Starlink irgendwann in Milliarden von Fahrzeugen verfügbar sein könnte, stellt eine der ambitioniertesten potenziellen Erweiterungen des Satelliteninternets dar. Die Technologie steht vor erheblichen Herausforderungen, darunter Antennengröße, Netzkapazität, Spektrumverfügbarkeit, Kosten, regulatorische Anforderungen und die Schwierigkeit, hochwertige Verbindungen zu schnell fahrenden Fahrzeugen aufrechtzuerhalten.
Doch SpaceX baut das Starlink-Netz bereits aus und entwickelt Satelliten mit höherer Kapazität. Mit V3-Satelliten, die pro Satellit bis zu 1 Tbps Downlink-Kapazität liefern sollen, verfolgt das Unternehmen klar eine Zukunft, in der das Netzwerk deutlich mehr Nutzer und Daten tragen kann. Auch die Automobilindustrie bewegt sich rasch in Richtung vernetzter und autonomer Fahrzeuge — eine Kombination, die einen starken neuen Markt für Satellitenkonnektivität schaffen könnte.
Ob jedes Auto irgendwann Starlink haben wird, bleibt offen. Die Richtung der Branche wird jedoch immer klarer. Das Auto der Zukunft wird nicht einfach nur ein Fahrzeug sein. Es wird ein vernetzter Computer sein, der sich durch ein globales digitales Netzwerk bewegt — und Musk will, dass Starlink Teil dieses Netzwerks ist.