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Papas Mädchen

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die relativen Einkünfte von Frauen steigen um 4,4 %, und ihre Beschäftigung nimmt um 2,9 % zu, nachdem ein männlicher Manager eine erste Tochter bekommen hat.
  • Die Studie nutzt dänische Registerdaten, um die Ergebnisse innerhalb von Unternehmen nach der Geburt einer Tochter im Vergleich zur Geburt eines Sohnes zu untersuchen.
  • Die beobachteten Veränderungen werden dadurch getrieben, dass Unternehmen eher Männer durch Frauen mit ähnlicher Ausbildung, Arbeitszeit und ähnlichen Einkommen ersetzen.
  • Die Studie findet keinen signifikanten Einfluss auf die Unternehmensleistung.
  • Die Autoren sagen, dass die Effekte schnell auftreten und anhalten, was darauf hindeutet, dass ein Familienereignis Personalentscheidungen von Managern beeinflussen kann.
Papas Mädchen

Anhand dänischer Registerdaten untersucht die Studie, wie die Geschlechtereinstellungen von Managern die geschlechtsspezifische Ungleichheit am Arbeitsplatz prägen, indem die Geburt einer Tochter – im Gegensatz zu einem Sohn – als plausibel exogener Schock auf die Geschlechtereinstellungen männlicher Manager genutzt wird. Beim Vergleich von Veränderungen innerhalb derselben Unternehmen je nachdem, ob das neugeborene Kind eines Managers ein Mädchen oder ein Junge ist, stellen die Autoren fest, dass die relativen Einkünfte und die Beschäftigung von Frauen nach der Geburt der ersten Tochter eines Managers um 4,4 % beziehungsweise 2,9 % steigen.

Die Effekte entstehen dadurch, dass Manager mit höherer Wahrscheinlichkeit männliche Neueinstellungen durch weibliche Neueinstellungen ersetzen, die eine vergleichbare Ausbildung, Arbeitszeit und ähnliche Einkommen aufweisen. Damit ist das Ergebnis über eine einzelne Einstellungsentscheidung hinaus relevant: Es deutet auf eine Veränderung der Zusammensetzung neuer Beschäftigter innerhalb von Unternehmen hin und nicht lediglich auf eine einmalige Anpassung bei der Vergütung. Entsprechend diesem Substitutionskanal findet die Studie keinen signifikanten Effekt auf die Unternehmensleistung.

Da die Effekte schnell auftreten und sich über die Zeit halten, schließen die Autoren, dass weder eine längere Auseinandersetzung mit Gleichstellungsfragen noch persönliche Anreize im Zusammenhang mit besseren Bedingungen für die eigenen Töchter notwendige Voraussetzungen dafür sind, dass Manager die Geschlechtergleichstellung in ihren Unternehmen fördern. Anders gesagt verbindet die Arbeit ein Familienereignis mit messbaren Veränderungen bei den Arbeitsmarktergebnissen und liefert damit einen seltenen empirischen Einblick, wie sich Managerhaltungen in alltägliche Personalentscheidungen übersetzen können.

Die Studie stammt von Maddalena Ronchi und Nina Smith und erscheint demnächst im Review of Economic Studies.

Weitere Informationen finden sich auf der Journal-Seite:

Der Beitrag „Daddy’s Girl“ erschien zuerst bei Marginal REVOLUTION.