NachrichtenMakroSüdkoreas Danuri-Orbiter erfasst seltene Vorher-Nachher-Bilder eines SpaceX-Raketenabsturzes auf dem Mond

Südkoreas Danuri-Orbiter erfasst seltene Vorher-Nachher-Bilder eines SpaceX-Raketenabsturzes auf dem Mond

Autor: Korea Herald Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die obere Stufe der Falcon 9-Rakete schlug am Mittwoch um 15:34 Uhr koreanischer Zeit auf der Mondrückseite in der Nähe des Einstein-Kraters ein, wie die Korea Aerospace Administration bekannt gab.
  • Danuri gehört zu den ersten Missionen, die einen Mondaufschlag sowohl mit Referenzbildern vor dem Ereignis als auch mit Beobachtungen nach dem Aufpral dokumentierten, wobei die Stelle insgesamt achtmal erfasst wurde.
  • Der Orbiter nutzte seinen Lunar Terrain Imager mit einer Auflösung von etwa fünf Metern pro Pixel sowie seine Polarimetriekamera, um Veränderungen der Oberflächenreflexion und Polarisation aus 340 bis 350 Kilometern über dem Mond zu messen.
  • Wissenschaftler planen, die Abmessungen des Kraters, die Auswurfsverteilung und die polarimetrischen Eigenschaften zu analysieren. Die Daten unterstützen Folgeuntersuchungen des NASA Lunar Reconnaissance Orbiters und breitere internationale Mondegeologieforschung.
  • Der unkontrollierte Trümmeraufpral hat Warnungen von Wissenschaftlern über zunehmende Risiken für künftige Mondoperationen ausgelöst, da der cislunare Raum zunehmend mit wissenschaftlichen, kommerziellen und nationalen Missionen überlastet wird.
Südkoreas Danuri-Orbiter erfasst seltene Vorher-Nachher-Bilder eines SpaceX-Raketenabsturzes auf dem Mond

Südkoreas erster Mondorbiter, Danuri, hat seltene Vorher-Nachher-Bilder einer SpaceX Falcon 9-Raketenstufe aufgenommen, die auf den Mond stürzte, und Wissenschaftlern damit eine ihrer bisher deutlichsten Möglichkeiten geboten, zu untersuchen, wie ein von Menschen geschaffenes Objekt die Mondoberfläche verändert.

Die Korea Aerospace Administration gab am Donnerstag bekannt, dass die obere Raketenstufe am Mittwoch um 15:34 Uhr (koreanischer Zeit) auf der Mondrückseite in der Nähe des Einstein-Kraters einschlug. Anders als bei den meisten früheren Mondaufschlägen, die typischerweise erst nach der Entdeckung neuer Krater untersucht wurden, zeichnete Danuri die Stelle sowohl vor als auch nach der Kollision auf.

Danuri begann etwa 30 Minuten vor dem Aufschlag damit, das Gebiet zu fotografieren, und setzte die Beobachtungen danach fort, wobei die Stelle insgesamt achtmal erfasst wurde. Der Orbiter hatte im vergangenen Monat auch Referenzbilder der Position aufgenommen, um eine Vergleichsgrundlage zu schaffen.

Die von der Behörde veröffentlichten Bilder zeigen ein neu entstandenes dunkles Mal, das sich vom Einschlagort nach außen ausbreitet, sowie sichtbare Veränderungen des umliegenden Geländes, die durch beim Aufprall ausgeworfene Trümmer verursacht wurden.

Um das Ereignis einzufangen, passte Danuri seine Umlaufbahn so an, dass es direkt über dem Einschlagort flog, während es sich etwa 340 bis 350 Kilometer über der Mondoberfläche befand. Mit seinem hochauflösenden Lunar Terrain Imager fotografierte der Orbiter das Gebiet mit einer Auflösung von etwa fünf Metern pro Pixel.

Die Mission setzte zudem ihre Weitwinkel-Polarimetriekamera ein, um Veränderungen der Oberflächenreflexion und Polarisation des Mondes zu messen. Diese Daten werden Wissenschaftlern helfen, die Größe und Dichte der Oberflächenpartikel sowie die Verteilung des beim Aufpral ausgeworfenen Materials zu analysieren.

Die Korea Aerospace Administration verglich die Leistung damit, eine Kollision in Busan zu fotografieren, während man 150 Kilometer über Seoul mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Kilometern pro Sekunde fliegt – was die außergewöhnliche Präzision unterstreicht, die für diese Beobachtung erforderlich war.

Wissenschaftler planen, die Bilder zur Analyse der Größe und Form des Kraters, der Verteilung des Auswurfs – also des bei einem Aufpral herausgeschleuderten Materials – sowie der Veränderungen der Reflexions- und Polarisationswerte des Mondes zu nutzen. Da der Mond über keine Atmosphäre verfügt, werden Einschlagkrater und ihre Auswurfsmuster wesentlich länger erhalten als auf der Erde, was jeden gut dokumentierten Einschlag zu einem wertvollen natürlichen Labor für das Verständnis der Aufprallphysik macht. Die Daten werden auch der NASA bei der Planung von Folgebeobachtungen mit ihrem Lunar Reconnaissance Orbiter helfen. Die Ergebnisse sollen zur internationalen Forschung über Mondegeologie und Aufprallprozesse beitragen – eine Forschung, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, da mehrere Nationen, darunter die Vereinigten Staaten durch ihr Artemis-Programm und China durch seine eigenen Mondforschungspläne, dauerhafte Missionen und schließlich Oberflächeninfrastruktur anstreben.

Der Administrator der Korea Aerospace Administration, Oh Tae-seok, sagte lokalen Medien: „Diese Errungenschaft wird eine wichtige Grundlage für die Erweiterung der lunaren Forschung des Landes und der künftigen Weltraumforschungsstrategie bilden."

Der Aufpral zog internationale Aufmerksamkeit auf sich, da es sich um unkontrollierten Weltraummüll handelte. Da der cislunare Raum zunehmend von wissenschaftlichen, kommerziellen und nationalen Missionen befahren wird, haben Wissenschaftler davor gewarnt, dass solcher Müll zunehmende Risiken für künftige Mondoperationen darstellen könnte.