Ölpreise verringern Verluste, da sich der Zeitplan für das US-Iran-Abkommen verschiebt; ausbleibende Angriffe stützen die Stabilität
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Rohölpreise fielen, da die Märkte ein mögliches US-Iran-Atomabkommen erwarteten, das Sanktionen auf iranische Rohölexporte lockern und das globale Angebot erhöhen könnte.
- •Katarische Vermittler berichteten, dass ein Entwurf für das Abkommen ausgearbeitet worden sei, während US-Finanzminister Bessent darauf hinwies, dass der Deal die Wiedereröffnung der Straße von Hormus hätte umfassen können.
- •Die Verluste beim Öl verringerten sich, nachdem der erwartete Ankündigungszeitpunkt ohne offizielle Mitteilung verstrich und damit Unsicherheit über den Stand des Abkommens entstand.
- •Das Ausbleiben militärischer US-Maßnahmen gegen den Iran wird als konstruktives Signal gewertet, das den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise ohne weitere Eskalation begrenzen könnte.
- •Anstehende US-Konjunkturdaten wie CPI, PPI, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einzelhandelsumsätze und Verbraucherstimmung werden die Erwartungen an die Fed-Politik und die Energienachfrage prägen.

Fundamentaler Überblick
Die Rohölpreise gaben vergangenen Dienstag nach, als die Markterwartungen an ein US-Iran-Atomabkommen zunahmen. Ein erfolgreicher Deal könnte den Weg für eine Lockerung der Sanktionen auf iranische Rohölexporte ebnen und damit potenziell zusätzliches Angebot auf einen globalen Markt bringen, den die OPEC+ durch Förderkürzungen aktiv steuert. Katarische Vermittler teilten am Dienstag mit, dass der Wortlaut für ein mögliches US-Iran-Abkommen ausgearbeitet worden sei. US-Finanzminister Bessent bestätigte zudem separat, dass ein Iran-Deal bereits am Mittwoch hätte zustande kommen können und dass das Abkommen die Wiedereröffnung der Straße von Hormus umfasst hätte — einem Engpass, durch den täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird.
Die Verluste begannen sich jedoch zu verringern, nachdem der erwartete Zeitpunkt für die Ankündigung ohne offizielle Mitteilung verstrichen war. Gemischte Signale sowohl zum Deal als auch zur Straße von Hormus trübten den Ausblick zusätzlich. Dennoch wird das Ausbleiben militärischer US-Schläge gegen den Iran als konstruktives Signal gewertet, das den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise wahrscheinlich begrenzen dürfte, sofern es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt. Die Preisentwicklung spiegelt einen Markt wider, der zwischen der Aussicht auf zusätzliches iranisches Angebot und der anhaltenden Risikoprämie infolge regionaler Konflikte abwägt.
Technische Analyse für Rohöl – Tageschart
Im Tageschart ist zu sehen, dass Rohöl kurzzeitig unter die wichtige Unterstützungszone bei 78.00 gefallen ist, einen Großteil der Verluste aber schließlich wieder aufholte. Der Preis notiert nun wieder oberhalb dieser Unterstützung. Hier könnten Käufer mit klar definiertem Risiko unterhalb der Unterstützung positionieren, um auf eine Erholung zurück über die Marke von $90 zu setzen. Verkäufer hingegen werden den Preis erst wieder unterhalb der Unterstützung sehen wollen, um sich für einen Rückgang in Richtung des Niveaus von 68.00 zu positionieren.
Technische Analyse für Rohöl – 4-Stunden-Chart
Im 4-Stunden-Chart verläuft nun eine Abwärtstrendlinie, die das bärische Momentum definiert. Verkäufer werden sich wahrscheinlich an der Trendlinie mit definiertem Risiko oberhalb orientieren, um weitere Tiefs anzustreben. Käufer werden hingegen darauf setzen, dass der Preis nach oben ausbricht, um bullische Positionierungen in Richtung neuer Hochs zu erhöhen.
Technische Analyse für Rohöl – 1-Stunden-Chart
Im 1-Stunden-Chart definiert eine kleine Aufwärtstrendlinie die aktuelle Gegenbewegung. Käufer dürften weiterhin an dieser Trendlinie ansetzen, um weitere Hochs zu erreichen, während Verkäufer auf einen Bruch nach unten achten werden, um sich für einen Rückgang zur Unterstützung bei 68.00 zu positionieren. Die roten Linien markieren die durchschnittliche Tagesspanne für heute.
Anstehende Katalysatoren
Am Mittwoch wird der US-CPI-Bericht veröffentlicht. Am Donnerstag folgen die US-PPI-Daten sowie die aktuellen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Am Freitag endet die Woche mit den US-Einzelhandelsumsätzen und dem Bericht zur Verbraucherstimmung der University of Michigan. Die Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran bleiben im Fokus.