TUI Cruises erweitert Bio-LNG-Einsatz in der Flotte bei steigenden Emissionsersparnissen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Mein Schiff Flow von TUI Cruises bunkert seit Sommer 2026 Bio-LNG in Barcelona, während ihr Schwesterschiff Mein Schiff Relax ihre gesamte Sommersaison in Nordeuropa ausschließlich mit dem erneuerbaren Brennstoff bestreitet.
- •Das Unternehmen meldet, dass der Bio-LNG-Einsatz im Jahr 2026 bereits rund 26.000 Tonnen CO2e eingespart hat, und prognostiziert Gesamteinsparungen von etwa 50.000 Tonnen bis Jahresende im Vergleich zu konventionellen Maritimbrennstoffen.
- •Beide Mein-Schiff-Schiffe sind mit verbesserten Katalysatoren ausgestattet, die die Stickoxidemissionen während des Hafenbetriebs reduzieren, sowie mit Landstromanschlüssen, die das Abschalten der bordeigenen Stromerzeugung im Hafen ermöglichen.
- •Die Bio-LNG-Versorgung bleibt im Vergleich zu konventionellen Maritimbrennstoffen begrenzt, jedoch bieten LNG-Dual-Fuel-Motoren den Betreibern die Flexibilität, je nach Verfügbarkeit zwischen fossilem LNG und Bio-LNG zu wechseln.
- •Das EU-Emissionshandelssystem bepreist zunehmend maritime Emissionen und schafft regulatorische und finanzielle Anreize für Kreuzfahrtbetreiber, alternative Brennstoffe und energieeffiziente Technologien einzuführen.

Der in Hamburg ansässige Kreuzfahrtbetreiber TUI Cruises, ein Joint Venture zwischen TUI Group und Royal Caribbean Cruises, erweitert den Einsatz von Bio-LNG in seiner Flotte und meldet erhebliche Emissionsreduzierungen, während das Unternehmen seinen Übergang von konventionellen Maritimbrennstoffen beschleunigt.
Das LNG-Dual-Fuel-Schiff Mein Schiff Flow bunkert seit diesem Sommer regelmäßig Bio-LNG in Barcelona und wird den Brennstoff auch über die kommende Wintersaison hinaus verwenden, wie das Unternehmen vergangene Woche in einem LinkedIn-Beitrag mitteilte. Die Mein Schiff Flow wurde im Juni in Dienst gestellt.
Ihr Schwesterschiff, die Mein Schiff Relax, absolviert ihre aktuelle Sommersaison in Nordeuropa vollständig mit Bio-LNG.
Nach Angaben von TUI Cruises hat der Einsatz von Bio-LNG im Jahr 2026 bisher rund 26.000 Tonnen CO2e im Vergleich zu konventionellen Maritimbrennstoffen eingespart. Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Wert bis zum Jahresende rund 50.000 Tonnen CO2e erreichen wird.
Beide Schiffe sind mit verbesserten Katalysatoren ausgestattet, die die Stickoxidemissionen während des Hafenbetriebs reduzieren sollen. Sie verfügen zudem über Landstromanschlüsse, die es ermöglichen, die bordeigene Stromerzeugung abzustellen, während die Schiffe im Hafen liegen – eine Fähigkeit, die von einer wachsenden Zahl europäischer Häfen unterstützt wird.
Bio-LNG, das aus organischem Abfall und erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird, bietet eine kohlenstoffärmere Alternative zu fossilem LNG und konventionellen Bunkerbrennstoffen. Als Maritimbrennstoff kann es die Treibhausgasemissionen auf Well-to-Wake-Basis je nach Rohstoff und Herstellungsverfahren deutlich reduzieren. Die Bio-LNG-Versorgung bleibt jedoch im Vergleich zu konventionellen Maritimbrennstoffen begrenzt, was kontinuierliche Bunkerung zu einer logistischen Herausforderung für Betreiber macht, die diesen Weg verfolgen. LNG-Dual-Fuel-Motoren wie auf den Mein-Schiff-Schiffen bieten Flexibilität, da sie es den Schiffen ermöglichen, je nach Verfügbarkeit zwischen fossilem LNG und Bio-LNG zu wechseln.
Die Schifffahrtsindustrie steht unter zunehmendem Druck, ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Regulierungen wie das EU-Emissionshandelssystem bepreisen maritime Emissionen zunehmend und veranlassen Betreiber, in alternative Brennstoffe und energieeffiziente Technologien zu investieren. Kreuzfahrtbetreiber stehen dabei unter besonderer Beobachtung, da ihre Schiffe häufig Häfen in der Nähe bewohnter Küstengebiete anlaufen, und der Sektor war im Vergleich zur Frachtschifffahrt vergleichsweise langsamer bei der groß angelegten Einführung kohlenstoffärmerer Brennstoffe.
Quelle: Ship & Bunker