NachrichtenAktienGericht friert 69 Konten im Zusammenhang mit mutmaßlichem eTranzact-Betrug über N1,39 Mrd. ein

Gericht friert 69 Konten im Zusammenhang mit mutmaßlichem eTranzact-Betrug über N1,39 Mrd. ein

Autor: TechNext24·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Gericht ordnete die Sperrung von 69 Konten bei 12 Geschäftsbanken und sechs Fintech-Plattformen an.
  • Die Polizei erklärte, der mutmaßliche Betrug betreffe unautorisierte interbankliche Gutschriften, die Ende Juli und Anfang August 2026 über das Zahlungsökosystem von eTranzact verarbeitet wurden.
  • Die Ermittler schätzen das finanzielle Risiko auf N1.387 Mrd. und sagen, etwa N181 Mio. seien bislang gesichert worden.
  • Das Gericht ordnete zudem an, dass die betroffenen Institute beglaubigte Kontoauszüge und Kontoeröffnungsunterlagen vorlegen müssen.
  • Die Anordnung ist eine ex-parte gewährte Zwischenmaßnahme und stellt nicht fest, dass die Kontoinhaber Betrug begangen haben.
Gericht friert 69 Konten im Zusammenhang mit mutmaßlichem eTranzact-Betrug über N1,39 Mrd. ein

Das Federal High Court in Abuja hat 12 Geschäftsbanken und sechs Fintech-Unternehmen angewiesen, 69 Konten zu sperren, die im Verdacht stehen, mit betrügerischen Transaktionen im Zusammenhang mit eTranzact International Plc zu stehen.

Justice Joyce Abdulmalik erließ am Montag die Post-no-debit-(PND)-Anordnung, nachdem sie einen im Namen des Inspector-General of Police eingereichten ex-parte-Antrag geprüft hatte. Eine Post-no-debit-Anordnung untersagt Abhebungen und andere Belastungen eines Kontos, während eingehende Gutschriften weiterhin verbucht werden können. So erhalten Ermittler Zeit, Gelder und Unterlagen zu sichern, während die Vorwürfe geprüft werden.

Der Antrag folgte einer Petition von eTranzact wegen mutmaßlich unautorisierter Transaktionen über die eigene Zahlungsinfrastruktur. Nach Angaben der Polizei ging es um vermutete Datenbankpenetration und die Manipulation von Transaktionen, wodurch betrügerische Gutschriften auf Konten bei verschiedenen Finanzinstituten geleitet wurden.

Das Gericht wies die betroffenen Finanzinstitute zudem an, beglaubigte Kopien von Kontoauszügen und Kontoeröffnungsunterlagen zu den untersuchten Konten vorzulegen.

Laut einer zur Unterstützung des Antrags eingereichten eidesstattlichen Erklärung wurden zwischen dem 27. und 28. Juli sowie erneut vom 1. bis 2. August 2026 mehrere unautorisierte interbankliche Kredittransaktionen über das Zahlungsökosystem von eTranzact verarbeitet.

Die Polizei teilte mit, erste Ermittlungen hätten ergeben, dass diese Transaktionen nicht aus einer autorisierten Aktivität auf den Systemen von eTranzact stammten; das geschätzte finanzielle Risiko belaufe sich auf N1.387 Mrd.

Nach dem Vorfall habe eTranzact seinen internen Incident-Response-Prozess aktiviert und seine Audit- und Betriebsteams mit den Ermittlungen beauftragt. Das Unternehmen habe außerdem Eindämmungsmaßnahmen eingeführt, um weitere Verluste zu verhindern und Beweise zu sichern.

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Die Behörden erklärten, dass die Zusammenarbeit mit den empfangenden Finanzinstituten die Sicherung von rund N181 Mio. der Gelder ermöglicht habe, wenngleich laut eidesstattlicher Erklärung ein erheblicher Betrag weiterhin nicht aufgeklärt sei.

Die Polizei teilte dem Gericht mit, dass die verbleibenden Gelder ohne rasches Handeln verschoben oder verborgen werden könnten. Die Sperranordnung soll daher Transaktionen auf den betroffenen Konten unterbinden, während die Ermittler ihre Arbeit fortsetzen.

Die Anordnung betrifft Konten bei 12 Geschäftsbanken und sechs Fintech-Plattformen.

Die Einbindung von Fintech-Plattformen verdeutlicht, wie schnell sich Geld im nigerianischen Finanzsystem bewegen kann, sobald eine betrügerische Transaktion ausgelöst wird. Eine unautorisierte Gutschrift, die von einer Zahlungsinfrastruktur ausgeht, kann mehrere Finanzinstitute durchlaufen, bevor Ermittler sie zurückverfolgen und sichern können. Daher ist die Zusammenarbeit zwischen Banken, Fintech-Unternehmen, Zahlungsdienstleistern und Strafverfolgungsbehörden bei Verdacht auf Finanzbetrug entscheidend.

Im Rahmen der laufenden Ermittlungen hat die Polizei Zugang zu Kontoauszügen und Kontoeröffnungsunterlagen zu den betroffenen Konten beantragt. Der Inspector-General of Police hat zudem darauf hingewiesen, dass die Ermittlungen zur Strafverfolgung der Verantwortlichen führen könnten.

Wichtig ist, dass die gerichtliche Anordnung nicht feststellt, dass die Kontoinhaber Betrug begangen haben. Sie ermöglicht den Ermittlern lediglich, Transaktionen einzuschränken und Finanzunterlagen zu erhalten, während die Vorwürfe geprüft werden. eTranzact, ein nigerianisches E-Payment-Unternehmen, meldete laut zuvor berichteten Finanzergebnissen im Jahr 2025 einen Gewinn vor Steuern von N4.2 Mrd.

Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl nigerianischer Finanzermittlungen ein, die Post-no-debit-Anordnungen betreffen, mit denen Gerichte den Zugriff auf Konten beschränken, die im Verdacht stehen, mit angeblichen Finanzdelikten verbunden zu sein.

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