Kupferpreise durch Angebotsbedenken gestützt
Wichtige Erkenntnisse
- •Codelcos El-Teniente-Mine, eine der größten Untertage-Kupferminen der Welt seit 1905, sieht sich einer Entwicklungsaussetzung von bis zu zwei Jahren in ihrem Andes-Norte-Abschnitt gegenüber.
- •Im Juli 2026 trafen über 200.000 Tonnen Kupfer an US-Häfen ein – der größte monatliche Zufluss seit über einem Jahrzehnt, da Käufer vor potenziellen Zollankündigungen Vorräte aufbauten.
- •Analysten identifizierten ein wachsendes Risiko einer kurzfristigen Lieferverknappung an der London Metal Exchange, angetrieben durch niedrige On-Warrant-Bestände, sinkende chinesische Vorräte und robuste US-Nachfrage.
- •Sinkende Erzgehalt in der Bergbauindustrie bedeuten, dass Produzenten mehr Gestein verarbeiten müssen, um die gleiche Menge Raffinadekupfer zu gewinnen, was die Betriebskosten erhöht, während reife Lagerstätten sich erschöpfen.
- •Zu den wichtigsten globalen Kupferproduzenten gehören Chile, Peru, die Demokratische Republik Kongo, China und die Vereinigten Staaten. Das Metall ist unverzichtbar für Bauwesen, Fertigung und die Energiewende.

Kupfer-Futures hielten am Donnerstag, den 6. August 2026, über 6,6 US-Dollar pro Pfund und handelten in der Nähe ihrer Rekordhöhen, da sich verknappende globale Bestände und anhaltende Lieferrisiken in Chile – dem größten Kupferförderland der Welt – die Preise weiterhin stützten.
Codelco, Chiles staatliches Kupferbergbauunternehmen und weltweit größter Produzent des Metalls, sieht sich einem langwierigen Rückschlag an seiner Vorzeige-Untertagemine El Teniente gegenüber. Die Entwicklung im Abschnitt Andes Norte der Mine könnte bis zu zwei Jahre ausgesetzt bleiben, was einen ohnehin bereits engen globalen Kupfermarkt weiter belastet. Codelcos Produktion ist in den letzten Jahren zurückgegangen, während das Unternehmen mit alternden Lagerstätten kämpft, was Projekte wie Andes Norte für die Aufrechterhaltung der Produktionsmengen umso wichtiger macht.
Die Herausforderungen bei El Teniente spiegeln einen branchenweiten Trend im Bergbausektor wider. Da ausgereifte Erzkörper erschöpft sind, verlagern die Produzenten ihre Abbautätigkeiten tiefer unter Tage und setzen sich dabei größeren geotechnischen Schwierigkeiten aus. Sinkende durchschnittliche Erzgehalt in der gesamten Branche bedeuten zudem, dass mehr Gestein verarbeitet werden muss, um die gleiche Menge Raffinadekupfer zu gewinnen, was die Produktionskosten erhöht. El Teniente, located im zentralen Chile etwa 70 Kilometer südlich von Santiago, ist eine der größten Untertage-Kupferminen der Welt und wird seit 1905 betrieben.
Kupfer ist ein kritischer Industriewerkstoff, der weit verbreitet im Bauwesen, in der elektrischen Infrastruktur und in der Fertigung eingesetzt wird. Sein Preis gilt häufig als Barometer der globalen Wirtschaftstätigkeit. Das Metall ist zudem ein Kernmaterial der globalen Energiewende und wird umfangreich in Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energiesystemen und beim Ausbau der Stromnetze verwendet, was zu langfristigen Erwartungen eines Nachfragewachstums beigetragen hat. Zu den wichtigsten Produzenten gehören Chile, Peru, die Demokratische Republik Kongo, China und die Vereinigten Staaten.
Analysten haben auf ein wachsendes Risiko eines kurzfristigen Verknappungsdrucks (Squeeze) an der London Metal Exchange (LME), dem weltweit führenden Handelsplatz für Industriemetalle, hingewiesen. Dieses Risiko wird angetrieben durch knappe LME-On-Warrant-Bestände – Kupfervorräte, die für die sofortige Lieferung verfügbar sind – sowie durch sinkende sichtbare Lagerbestände in China, dem weltweit größten Kupferverbraucher, und durch robuste US-Käufe vor einer möglichen Zollankündigung.
Daten zeigten, dass im Juli mehr als 200.000 Tonnen Kupfer an US-Häfen eintrafen, was den größten monatlichen Zufluss seit über einem Jahrzehnt darstellt.
Quelle: Trading Economics